übergeordnete Seite Sie sind hier: Startseite Archiv 2017 April Tag des Wassers
Tag des Wassers
Medikamente, Farben, Lacke oder Speisreste gehören nicht in die Toilette oder das Waschbecken.

Tag des Wassers

Kein Gift ins Klo - sauberes Abwasser ist Schutz für unser Trinkwasser.
Medikamente, Farben, Lacke oder Speisreste gehören nicht in die Toilette oder das Waschbecken.

Lebensmittel, Erfrischung, Genuss: Wasser ist lebensnotwendig, kostbar und in vielen Teilen der Erde rar. Daran soll der Weltwassertag erinnern, der seit 1993 jährlich am 22. März begangen wird. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Abwasser und Abwassernutzung“. Denn wer das Trinkwasser schützen will, muss aufs Abwasser achten. „Das durch den menschlichen Gebrauch verschmutzte Trinkwasser landet üblicherweise vollständig in der Kanalisation“, erläutert Joachim Wittau, Abteilungsleiter für den Bereich Kläranlagen und Sonderbauwerke bei der InfraStruktur Neuss (ISN). Doch Wittau weiß auch: Immer noch landet aus Unkenntnis einiges im Abwasser, was gar nicht in die Kanalisation gehört. So können zum Beispiel Feuchttücher Probleme bereiten. „Sie sind reißfest und zerfasern nicht so wie Toilettenpapier“, so der Ingenieur, der auf Siedlungswasserwirtschaft spezialisiert ist. Die Folge: Die Pumpen können die reißfesten Tücher zum Teil nicht richtig oder gar nicht zerschreddern. Pumpen und die Kanalisation können verstopfen. Wittau rät daher, Feuchttücher über den Hausmüll zu entsorgen.

Duschvorhang übers Abwasser entsorgt
Manchmal können sich die 78 Mitarbeiter auf den beiden Klärwerken der Stadt nur wundern, was über den Abfluss entsorgt wird. So wie ein Duschvorhang, der eine Pumpe blockiert hatte. Das kann dann auch zur richtig ekligen Angelegenheit werden. „Denn der Duschvorhang hatte sich um das Laufrad der Pumpe gewunden und musste per Hand entfernt werden. Das war für die Mitarbeiter eine unangenehme und anstrengende Arbeit“, erinnert sich Wittau.

Medikamente, Lacke oder Chemikalien nicht ins Klo
Abwasser ist kein Müll, sondern Ressource. Das will auch der Weltwassertag in diesem Jahr thematisieren. Denn offenbar unterliegen noch viele Menschen diesem Irrglauben. „Noch vor 30 Jahren gelangte über den Gulli in die Kanalisation, was irgendwie reinpasste – ob Autoreifen oder Kanthölzer“, sagt Wittau. Heute sind es selten derart sperrige Gegenstände, doch auch vermeintlich kleine können der Kanalisation schaden und die im Abwasserbereich tätigen Mitarbeiter gefährden. Rasierklingen, Haarnadeln oder Spritzen gehören ebenso wenig in die Toilette wie Medikamente, Chemikalien, Lösungsmittel, Farben, Lacke oder Nitroverdünner. „Das sind Stoffe, die über den Hausmüll oder die Schadstoffsammlung entsorgt werden sollten“, so Wittau.

Abwasser pro Tag so teuer wie ein Frühstücksei
„Wir können zwar sämtliche Schadstoffe aus dem Abwasser entfernen, aber diese Prozesse müssen auch wirtschaftlich bleiben“, erklärt Wittau. Denn beim Thema Abwassergebühr reagieren Verbraucher schnell empfindlich. „Trinkwassermenge gleich Abwassermenge“ – nach dieser einfachen Formel errechnet sich der Preis für die Abwasserentsorgung. Dieser liegt in Neuss derzeit bei 2,92 Euro für einen Kubikmeter Abwasser. „Dafür bekomme ich gerade mal einen Kasten Mineralwasser mit neun Litern im Supermarkt“, rechnet Wittau gegen. „Für denselben Preis entsorgen und bereiten wir aber 1.000 Liter Abwasser auf.“ Dahinter steht ein immenser Service: Die ISN hält die gesamte Infrastruktur vor, um jegliches Abwasser automatisch abzuführen, aufwendig zu reinigen und schließlich Rhein oder Erft und damit letztlich dem Grundwasser wieder zuzuführen. Dafür zahlt jeder Verbraucher durchschnittlich 35 Cent pro Tag – gerade mal so viel wie für ein Frühstücksei. Und das für einen Wasserkreislauf, der nachhaltiger nicht sein könnte.

Deutschland ist ein wasserreiches Land
„Grundsätzlich gilt in Deutschland der Nachhaltigkeitsgrundsatz“, erklärt Dieter Radermacher, Mitarbeiter in der Abteilung Anlagenplanung und -betrieb der Stadtwerke Neuss. Das heißt: Es darf nicht mehr Grundwasser gefördert werden als Niederschlag fällt. Während es in vielen Ländern der Erde Wasserknappheit, Dürren und folglich Hungersnöte gibt, ist Deutschland ein wasserreiches Land. Es steht weit mehr Wasser zur Verfügung als verbraucht wird. Denn Industrie, Bergbau, Landwirtschaft, Wärmekraftwerke und alle Privathaushalte zusammen nutzen nur 19 Prozent der zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Trinkwasser höchster Qualität in Neuss
Ob Trinken oder Waschen, Kochen oder Bewässern, Schwimmen oder Putzen – rund um die Uhr versorgen die Stadtwerke Neuss die Neusser Bevölkerung mit Trinkwasser höchster Qualität. Es kommt direkt aus der Region: Der nördliche Teil von Neuss wird durch das Wasserwerk Broichhof, der südliche Teil durch die Wasserübernahmestation Wahlscheid und das Wasserwerk Rheinbogen versorgt. „Leitungswasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel“, so Radermacher. In Neuss hat das Trinkwasser den Härtegrad „hart“ – gut für den Menschen, belastend für alle Haushaltsmaschinen. Das „harte“ Neusser Wasser enthält mehr Mineralstoffe – insbesondere Magnesium und Calcium –, die wichtige Nährstoffe für den menschlichen Körper sind. Zum Schutz der Kaffee-, Wasch- oder Spülmaschine bedarf es einfach nur häufigerer Entkalkungen – am besten mit natürlichen Substanzen wie Essig oder Zitronensäure.

Wasser verschwindet nicht
Bis hinter die Wasseruhr eines jeden Privathaushalts liefern die Stadtwerke Neuss rund um die Uhr Trinkwasser. Egal, ob es für die Waschmaschine, die Toilette oder zum Trinken gebraucht wird. „Denn in Deutschland gilt der Grundsatz: Womit der Mensch in Berührung kommt, ist Trinkwasser“, so Radermacher.
Wie gesund Leitungswasser ist, hat die Stiftung Warentest im Sommer 2016 erst bestätigt. Leitungswasser werde strenger kontrolliert als natürliches Mineralwasser, fanden die Tester heraus. Und das zu einem unschlagbar guten Preis. Tausend Liter Trinkwasser kosten derzeit 1,73 Euro reiner Arbeitspreis. Nach Gebrauch wird es gereinigt und in die Natur zurückgeleitet. „Wasser verschwindet nicht“, erklärt Radermacher. Auch deshalb sei es so wichtig, darauf zu achten, was ins Abwasser gelangt. Radermacher: „Wir versuchen, das Grundwasser so sauber wie möglich zu halten, damit wir es so wenig wie möglich aufbereiten müssen.“ Ganz im Sinne des Weltwassertages.

Weitere Informationen rund um die korrekte Entsorgung bestimmter (Schad-)stoffe finden Sie im Stadtwerke-Magazin.

Seite weiterempfehlen