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Freithof

Freithof

Der neu gestaltete Platz zwischen Quirinus-Münster und Markt wurde jetzt wiedereröffnet - Bäume werden bereits in den nächsten Tagen gepflanzt.

Nach rund neun Monaten Bauzeit ist der neu gestaltete westliche Teil des Freithofs pünktlich zum Maimarkt der Öffentlichkeit übergeben worden. Die rund 2.500 Quadratmeter große und mit Natursteinpflaster versehene Fläche wurde jetzt offiziell von Bürgermeister Reiner Breuer eröffnet. Begrenzt wird der Platz im Westen durch sieben Bewohner- und einen Behindertenparkplatz, die in den kommenden Tagen durch sieben kleinkronige Zierkirschen eingefasst werden. Insgesamt wurden für den Umbau rund eine Million Euro aufgewendet.

Das zentrale Element bildet die innere Platzfläche, die mit quadratischen Grauwackeplatten (60 mal 60 Zentimeter) und einer Ausfachung aus Natursteinkleinpflaster gepflastert ist. Nach diesem Prinzip wurde auch die bereits vorhandene östliche Platzfläche gestaltet. Gerahmt wird die Bänderung durch gesägtes Grauwackepflaster. Der Fahrbahnbereich besteht aus in Segmentbögen verlegtem Natursteinkleinpflaster und verläuft zunächst von der Quirinusstraße parallel zum Münster in östlicher Richtung, knickt dann in Richtung Süden ab und endet auf Höhe des Hauses Freithof Nummer 20. Der Kurvenbereich ist breit genug, damit Fahrzeuge dort wenden können. Zwischen der Fahrspur und dem Münster und den Häusern Freithof Nummer 24 bis 30 schließt sich ein Fußgängerweg aus gesägtem Basaltlava an. Durch Leitstreifen (weißes Betonsteinpflaster mit Rippen) und Aufmerksamkeitsfelder (weißes Betonsteinpflaster mit Noppen) vor Richtungswechseln ist der Bereich für sehbehinderte Personen zudem barrierefrei gestaltet.
Gerahmt wird der Platz durch massive Sitzblöcke aus Naturstein (Grauwacke). Die beiden Zufahrten zu der inneren Platzfläche, die als Fußgängerzone gilt und nur zu bestimmten Zeiten durch Lieferverkehre befahren werden darf, werden durch hydraulisch versenkbare Hubpolleranlagen geregelt. Die drei neu geschaffenen Baumbeete erhalten Einfassungen aus Cortenstahl. Das vorhandene Baumbeet mit der Plantane wird auf zwei Seiten mit Cortenstahl und auf zwei Seiten mit massiven Sitzblöcken aus Grauwacke eingefasst.

Bereits 1999 wurde der Freithof im Bereich von Zeughaus und Markt nach den Plänen von Georg Penker umgestaltet. Der westliche Platzbereich zwischen dem damaligen Gebäude einer Bank und dem Münster wurde seinerzeit aus Kostengründen nicht in die Umbaumaßnahme einbezogen, wodurch eine Trennung in zwei unterschiedliche Plätze entstand. Durch den Pfingststurm „Ela“ wurden die großkronigen Platanen im westlichen Platzbereich 2014 so stark geschädigt, dass sie gefällt werden mussten. Dadurch hat sich der optische Charakter der Fläche grundlegend verändert.
Durch den Umbau wird der westliche Teil des Freithofs nachhaltig städtebaulich und gestalterisch aufgewertet und die besondere Bedeutung des Ortes berücksichtigt. Die eindrucksvolle Erscheinung des Münsters soll durch die Gestaltung unterstützt werden. Durch die Umgestaltung entstehen neue Flächen, die der Öffentlichkeit künftig zur vielfältigen Nutzung zur Verfügung stehen sollen. Gleichzeitig wird die fußläufige Verknüpfung von Münsterplatz und Quirinusstraße zum Markt erheblich verbessert. Die durchgehende Befestigung mit Platten und Pflaster sorgen für eine ruhige und großzügige Gesamterscheinung des Freithofs, der für die verschiedensten Veranstaltungen, Events und Feste variabel nutzbar wird. Die Pflanzung neuer, kleinkroniger, blühender Bäume schließt den Platz nach Westen hin ab. Der Blick auf das Quirinusmünster bleibt frei. Die Anlieferung und Anfahrbarkeit für Anlieger, die intensiv in die Planung mit einbezogen waren, erfolgt als Sackgasse mit Wendemöglichkeit.

Die kleinkronigen Zierkirschen unterstützen die Großzügigkeit des Platzes und halten die Sicht auf das Münster frei. Im Frühjahr bieten die Kirschen einen ansprechenden Blühaspekt und im Herbst trägt die Laubfärbung zur Attraktivität des Freithofs bei. Das Hochbeet im Bereich der Platane wird durch Gräser und Stauden als ruhige, großzügige Fläche gestaltet. Aufgelockerte, unterbrochene Heckenabschnitte verhindern die Sicht auf die parkenden Autos. Zukünftig läuten Krokusblüten im Bereich der Rasenflächen das Frühjahr ein.
Die Baumaßnahmen wurden durch die Stadtarchäologie intensiv begleitet und die archäologischen Funde geborgen sowie die Befunde umfassend aufgenommen. Mehrfach fanden sich darunter unter anderem beträchtliche Reste von mittelalterlichem Basalt- und Tuffschalenmauerwerk. Vor dem Südportal der Basilika St. Quirin wurden etwa bis zu zwei Meter breite Fundamente dokumentiert und sind unter dem Pflaster erhalten. Auch wurde eine Zisterne aus Feldbrandziegeln im östlichen Teil des Platzes freigelegt.

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