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Die verpackte Orange

Die verpackte Orange

Neue Ausstellung im Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik

Vereinzelt sieht man sie noch, doch es ist selten geworden: Ursprünglich nur zum Schutz gedacht, wurden Einwickelpapiere für Zitrusfrüchte zu buntbedruckten, leuchtenden Werbeträgern. Und damit nicht genug: Auch die Kisten, in denen die wohlschmeckenden Früchte aus Kalifornien oder auch Südeuropa transportiert wurden, schmückten die Hersteller mit aufwändig gestalteten Plakaten, die Orangen und Zitronen in ungeahnte Zusammenhänge bringen.
Im Feld-Haus - Museum für Populäre Druckgrafik auf dem Kirkeby-Feld wird ab Sonntag, 23. September 2018, eine Auswahl der schönsten Stücke aus einer der größten Privatsammlungen präsentiert, deren Anfänge bis in die Mitte des vorletzten Jahrhunderts zurückreichen. Die aus Holzschliff hergestellten, dünnen Einwickelpapiere – etwa so groß wie ein DINA4-Blatt - sind schon seit Langem begehrte Sammlerobjekte. Die Motive, die die zarten Papiere schmücken, könnten unterschiedlicher nicht sein: Bilder von Menschen, Tieren, Pflanzen und Naturphänomenen. Darstellungen aus dem Bereich der Musik, des Sports, der Unterhaltung, der Raumfahrt oder der Schifffahrt. Auch populäre Figuren aus Erzählungen und Comics, wie Struwwelpeter, Popeye, Donald Duck oder Superman haben es auf die empfindlichen Gewänder der Früchte geschafft und sollen die Konsumenten zum Kauf einer der ältesten kultivierten Obstsorten anregen. „Wir freuen uns, mal etwas ganz anderes präsentieren zu können. Es wird bunt in den Räumen des Feld-Hauses“, sagt Dr. Ulf Sölter, Kurator der Ausstellung.
Die Kistenplakate weisen eine vergleichbare Motivvielfalt auf und präsentieren sich oft noch farbintensiver. In den Regalen der Lebensmittelgeschäfte haben Zitrusfrüchte wieder Saison. Den ganzen Winter durch werden sie zum Kauf angeboten. Ihrer ursprünglichen Funktion, nämlich zu verhindern, dass auf dem langen Weg von der Plantage bis zum Abnehmer faulende Früchte andere anstecken, sind die Einwickelpapiere enthoben. Von den bemerkenswerten, aber langsam in Vergessenheit geratenen Papieren, die das schmackhafte Obst selbst und auch die Transportkisten schmückten, wissen die meisten deshalb nur mehr wenig. Da lohnt es sich erst Recht, einmal genauer hinzuschauen - Staunen garantiert!
Die Ausstellung „Die verpackte Orange“ wird bis zum 10. Februar 2019 im Feldhaus – Museum für Populäre Druckgrafik zu sehen sein.

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