Pressedienst der Stadt Neuss Stadtwerke Neuss sind in unsicheren Zeiten erfolgreich Die Stadtwerke Neuss haben ein schwieriges Geschäftsjahr 2025 gut gemeistert und können ein gutes und über Plan liegendes Ergebnis auf Vorjahresniveau präsentieren. Trotz großer Herausforderungen in allen Geschäftsfeldern konnte der Konzernumsatz um fünf Millionen Euro auf 323 Millionen Euro gesteigert werden. Gründe hierfür sind unter anderem vertriebliche Erfolge beim Strom- und Gasabsatz, stabile Netzerträge, Wachstum beim Contracting, sehr gute Absätze beim Deutschlandticket und ein Besucherwachstum bei der Stadtwerke-Bäder-Tochter NBE. Das Finanzergebnis ist jedoch gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Dennoch haben die Stadtwerke Neuss im Geschäftsjahr 2025 nach Steuern und nach Ausschüttung an die Minderheitsgesellschafter einen Konzernüberschuss von rund 12 Millionen Euro erwirtschaftet.Angesichts der bevorstehenden Herausforderungen rund um die Energie-, Wärme- und Mobilitätswende wünschen sich die Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Lommetz und Thomas Walkiewicz von der Politik einen verlässlichen und langfristig gültigen Rahmen für die erforderlichen gewaltigen Investitionen. Rückblick EnergievertriebDer Umsatz der Stadtwerke-Tochter Energie und Wasser GmbH betrug im vergangenen Jahr 289 Millionen Euro. Der Stromabsatz stieg um knapp 3 Prozent auf 362 GWh. Vor allem im Geschäftskundenbereich war ein deutlicher Anstieg von über 6 Prozent zu verzeichnen. Dies ist das Ergebnis einer erfolgreichen Kundenrückgewinnung durch den Industriekundenvertrieb. Mit rund fünf Prozent noch deutlicher als der Stromabsatz stieg der Gasabsatz auf 1.898 GWh. Treiber war auch hier der Geschäfts- und Industriekundenbereich, wo weitere Kunden zurückgewonnen werden konnten. Der Fernwärmeabsatz war mit 18,7 GWh relativ konstant. Der Wasserabsatz ist im Vergleich zum Vorjahr im Haushaltsbereich leicht gestiegen.TechnikDer Technikbereich der Stadtwerke blickt unter anderem auf das erfolgreich abgeschlossene Großprojekt Marktraumumstellung Gas zurück. Die Umstellung von L- auf HGas für das Neusser Stadtgebiet ist erfreulich geräuschlos erfolgt. Aber auch weitere Infrastruktur- und somit Zukunftsprojekte konnten gut vorangetrieben werden. Eine neue Pachtkooperationsvereinbarung für das Stromnetz ist auf der Zielgeraden. Diese wird den Stadtwerken einen verlässlichen Rahmen für den Erhalt und Ausbau des Stromnetzes bis 2038 bieten.Erzeugung Erneuerbarer EnergienDie beiden eigenen Windräder bei Neuss-Hoisten befinden sich inzwischen seit über neun Jahren im Regelbetrieb und produzieren seitdem CO2-freien Strom. Derzeit planen die Stadtwerke konkret den Bau von mehreren Windenergieanlagen auf Neusser Stadtgebiet, unter anderem in der Nähe der Autobahnen A46 bei Holzheim und A57 bei Bauerbahn. Über Kooperationen sind die Stadtwerke Neuss zudem an der Erzeugung von erneuerbarer Energie in Deutschland beteiligt. An der Thüga Erneuerbare Energien GmbH (ThEE) halten die Stadtwerke Neuss rund zehn Prozent der Anteile. Der hier produzierte Strom aus neun Solarparks und 167 Windrädern beträgt 512 Gigawattstunden (GWh) und reicht aus, um rund 204.000 Haushalte zu versorgen. Das Windaufkommen war 2025 und in den ersten Monaten 2026 auffällig schlecht. Dadurch sind die Stromerträge deutlich zurückgegangen. Davon ist auch die ThEE betroffen. Von den eigenen Anlagen der Stadtwerke wurden im vergangenen Jahr rund 19,5 GWh Strom durch Erneuerbare Energien erzeugt. Das sind rund 2,5 GWh weniger als im Vorjahr. Dies entspricht einer CO2-Ersparnis von rund 6.700 Tonnen. In Neuss, aber auch Deutschlandweit haben die Stadtwerke 2025 die Energie- und Wärmewende weiter vorangetrieben. Wirtschaftliche Faktoren sowie öffentliche Debatten bremsten allerdings den Umstieg auf klimafreundliches Heizen. Dennoch konnten von german contract im zurückliegenden Jahr deutschlandweit über 200 Anlagen (Photovoltaik, Wärmepumpen und modernisierte Heizungsanlagen) realisiert werden. Darunter waren auch in Neuss PVAnlagen und neue Heizungen mit den Produkten ?sonnen|strom? und ?mehr|wärme?.Die Stadtwerke Neuss Klimaschutz GmbH hat in 2025 den von PV-Anlagen auf städtischen Liegenschaften umgesetzt. Diese werden künftig rund 1,8 Millionen kWh erneuerbaren Strom produzieren. Elektromobilität - InfrastrukturDie Stadtwerke Neuss bauen die Elektromobilität in Neuss weiterhin stark aus. Zum Stichtag 31.12.2025 waren insgesamt bereits fast 1.000 Ladepunkte auf Neusser Stadtgebiet installiert. Die Ladesäulen befinden sich im öffentlichen, halböffentlichen als auch schwerpunktmäßig im gewerblichen und privaten Bereich. Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur erfolgt nach vorheriger Standortplanung und Projektierung mit der Stadt Neuss.  ÖPNVDie Stadtwerke verfügen über eine moderne und umweltfreundliche Busflotte. Im Stadtgebiet ist weiterhin ein Mix aus Bussen mit Elektroantrieb, Hybrid-Bussen und Bussen mit schadstoffarmen Dieselantrieb im Einsatz. Inzwischen haben die Stadtwerke 17 reine E-Busse im Betrieb. Die Elektrifizierung der Busflotte geht mit einer massiven CO2-Einsparung einher. Die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Neuss haben im Jahr 2025 insgesamt 23,9 Millionen Fahrausweise verkauft. Das ist eine weitere Million mehr als im Vorjahr. Das Vor-Corona-Niveau von 2019 wurde damit nicht nur erreicht sondern sogar leicht überschritten. Der Fahrgastanstieg in den vergangenen zwei Jahren betrug über 21 Prozent. Diesen Anstieg führen die Stadtwerke auf die hohe Akzeptanz des 2023 eingeführten DeutschlandTickets und des Tarifs ?eezy? für Gelegenheitsfahrer zurück. Die Zufriedenheit mit dem ÖPNV-Angebot in Neuss ist hoch. Dies wurde den Stadtwerken durch das ?ÖPNVKundenbarometer? bestätigt. Die bundesweite Vergleichsstudie wurde vom Marktforschungsinstitut Kantar durchgeführt. Unter 44 teilnehmenden Verkehrsunternehmen erreichten die Stadtwerke Neuss als bestes Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr den fünfzehnten Platz in der Gesamtbewertung. Bäder und FreizeiteinrichtungenDie Freizeiteinrichtungen der Stadtwerke Neuss verzeichneten 2024 rund 753.000 Gästen in den drei Schwimmbändern, der Eissporthalle und der Saunalandschaft WELLNEUSS ein deutliches Wachstum. Die Besucherzahl ist um 6 Prozent gestiegen. Das Defizit der Stadtwerke-Tochter Neusser Bäder und Eissporthalle GmbH (NBE) lag damit um 600.000 Euro niedriger als im Wirtschaftsplan angenommen.Das ?Bäderkonzept 2030? liegt vor. Die Entscheidung, welche Variante umgesetzt wird und wie die Finanzierung zu gestalten ist, steht noch aus.ContractingDie Stadtwerke-Contracting-Tochter gc Wärmedienste GmbH hat im zurückliegenden Jahr ihre Aktivitäten weiter ausgebaut. Inzwischen hat ?german contract? bundesweit fast 4.000 Objekte mit modernen Wärmeanlagen und Solaranlagen ausgestattet. Steigende Bedeutung hat dabei der Online-Vertrieb mit Herstellern als Kooperationspartnern.  MitarbeitendeIm Durchschnitt beschäftigten die Stadtwerke Neuss im vergangenen Jahr erneut rund 700 Mitarbeitende. Bei den Stadtwerken Neuss und den ?Schwestern? InfraStruktur Neuss und AWL erlernten im vergangenen Jahr rund 40 junge Menschen einen Beruf. Investitionen und WertschöpfungDie Stadtwerke Neuss leisten über den erzielten Jahresüberschuss hinaus einen wesentlichen Anteil zur Daseinsvorsorge in Neuss. Die Gesamtinvestitionen der Stadtwerke Neuss lagen im Jahr 2025 ohne Finanzanlagen bei rund 34,8 Millionen Euro (2024: 25,7 Mio. Euro). Das ist ein neuer Rekordwert. Dieser führt dazu, dass das Finanzergebnis weniger Einnahmen aus Guthabenzinsen hat und stattdessen mehr Bankdarlehen aufgenommen werden müssen. Ein signifikanter Teil der Investitionen ist in die Erneuerung und Erweiterung der Stromnetzinfrastruktur geflossen. Die Finanzierung der anstehenden Großinvestitionen (Bäder, Busbetriebshof, Umbau Energiewende und Windparks) wird die entscheidende Zukunftsaufgabe für die Stadtwerke Neuss. Rechnet man die Übernahme der Verluste aus den defizitären Bereichen Bäder und Eissporthalle und ÖPNV, die Konzessionsabgaben und Steuern hinzu, so ergibt sich durch die Tätigkeiten der Stadtwerke Neuss alleine im Jahr 2025 wieder eine Wertschöpfung für die Stadt von rund 31,7 Millionen Euro. GewinnverwendungDer Aufsichtsrat der Stadtwerke Neuss GmbH hat der Gesellschafterversammlung empfohlen sieben Millionen Euro an die Stadt Neuss auszuschütten. Der Rest soll für die Zukunftsaufgaben der Stadtwerke thesauriert werden.  Ausblick 2026 und FolgejahreEuropa, Deutschland und die Energieversorgung stehen weiter unter dem Eindruck des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Hinzu kommt seit Beginn des Jahres die die Krise im Nahen Osten. Diese hat die Energiepreise deutlich steigen lassen Die Stadtwerke Neuss werden auch künftig mit attraktiven Sonderprodukten dagegen steuern und gerade mit ihren ?Treue-Tarifen? weiterhin attraktive Sonderprodukte anbieten. Gemeinsam mit der gesamten Branche erwarten die Stadtwerke Neuss viele Gesetzesfestlegungen in offenen Energiefragen. Die Stadtwerke wollen die Eigenerzeugung aus Erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren weiter vorantreiben. Das gilt konkret für Windenergieanlagen und PV-Anlagen auf Dächern. Große Bedeutung wird für die Stadtwerke auch in Zukunft das Contracting Geschäft mit Heizungs- und PV-Anlagen haben. Hierbei soll das Tochterunternehmen german contract einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende vor Ort leisten. Für den Ausbau des Nahverkehrs-Betriebshofes liegt inzwischen eine Machbarkeitsstudie vor. Nächstes Ziel ist nun, mit der Stadt Neuss gemeinsam das Bauleitverfahren auf den Weg zu bringen. Ein ambitioniertes Thema für die nächsten Jahre und Jahrzehnte bleibt die kommunale Wärmeplanung an der Seite der Stadt Neuss. Auf die Stadtwerke Neuss werden hier Investitionen in einer bislang nicht gekannten Größenordnung zukommen. Die Stadtwerke in Deutschland, und somit auch die Stadtwerke Neuss, sind hier zwingend auf finanzielle Unterstützung von Bund und Land und den eigenen Gesellschaftern angewiesen. In diesem Zusammenhang hat bei den Stadtwerken das Thema Wasserstoff eine hohe Priorität. Nachdem gemeinsammit weiteren regionalen Akteuren unter Federführung des Fernleitungsbetreibers Thyssengas eine Machbarkeitsstudie für die Wasserstoff-Anbindung im Raum Neuss/Düsseldorf erstellt wurde, soll nun die Feintrassierung gestartet werden. Ziel der Stadtwerke Neuss ist es, mit Wasserstoff eine Alternative für die örtliche Industrie aufzubauen. Editing: 2026-07-09 To the online version: https://www.neuss.de//presse/meldungen/2026/07/09/stadtwerke-neuss-sind-in-unsicheren-zeiten-erfolgreich