Gedenken an die Pogromnacht
Gedenken an die Pogromnacht

Gedenken an die Pogromnacht

In einer bewegenden Gedenkstunde hat die Stadt Neuss am Freitag, 9. November 2018, der jüdischen Opfer des nationalsozialistischen Terrors gedacht.

Gedenken an die Pogromnacht

Zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Janusz-Korczak-Gesamtschule gestalteten Bürgermeister Reiner Breuer und Bert Römgens von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf die diesjährige Gedenkstunde. Viele Bürgerinnen und Bürger folgten aufmerksam ihren Reden – umrahmt von Musik- und Wortbeiträgen der Schülerinnen und Schüler.

Enkelin erinnert an das Schicksal ihrer Familie

Gaby Glassman-Simons erinnerte an das Schicksal ihrer Familie.Besonders bewegend war die Rede von Ehrengast Gaby Glassman-Simons aus London. Sie ist die Enkelin des letzten Inhabers der Ölmühle Simons, die bereits 1929 vom Unternehmen Walter Rau gekauft wurde. Ihr Urgroßvater Nathan Simons war der Gründer der Mehlmühle Simons am Hafenbecken 1. Ihre Großeltern Paul Simons und Ida Simons, geb. Rosenberg wurden 1943 in Sobibor ermordet. Gaby Glassman-Simons erzählte in mitreißenden Worten von ihrem Vater, ihren Groß- und Urgroßeltern. In leisen Tönen skizzierte sie die Lebensumstände der Familie während und nach der Nazi-Herrschaft. Ihr Vater René Simons (1904-1980) hat den Krieg glücklicherweise überlebt. Sichtlich berührt lauschten die Besucherinnen und Besucher ihren Schilderungen, viele schauten sich in die Augen und fassten sich an die Hände.

Mahnmal von Bildhauer Ulrich Rückriem

IMG_9804.JPGDurch die jährliche Gedenkfeier am Mahnmal von Ulrich Rückriem soll die Erinnerung an die Pogromnacht am 9. November 1938 vor genau 80 Jahren wachgehalten werden. Diese war eine tiefe Zäsur in der Geschichte der NS-Verfolgung. Spätestens diese Nacht roher Gewalt markierte vor den Augen der Öffentlichkeit das vorläufige Ende des jüdischen Lebens in Deutschland. Gelang nicht mehr die Flucht, führte der Weg in die Vernichtung. Das Mahnmal hat seinen Standort genau gegenüber der zerstörten Synagoge, über der während des Zweiten Weltkrieges ein Hochbunker errichtet wurde. Seitliche Tafeln enthalten die 204 Namen der entrechteten, geflohenen, deportierten und ermordeten Neusser Juden. Die vordere Tafel enthält folgenden Text: „Hier gegenüber stand die 1867 eingeweihte Synagoge der jüdischen Gemeinde von Neuss. Am 9. November 1938 wurde sie von SA-Leuten, unter denen auch Bürger dieser Stadt waren, geschändet und niedergebrannt. Das Vergessenwollen verlängert das Exil, und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.“

Programm der Gedenkstunde

Rede von Bürgermeister Reiner Breuer

Rede von Bert Römgens, Jüdische Gemeinde Düsseldorf

Beitrag der Janusz-Korczak-Gesamtschule

Gebet der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit