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In dieser Installation setzt sich Gabriele Undine Meyer mit dem Thema Flucht auseinander - Foto: B. Wilms.

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Bis zum 20. Mai zeigt die Städtische Galerie im Kulturforum Alte Post die neue Ausstellung „verschwinden – entgleiten – erinnern“.
In dieser Installation setzt sich Gabriele Undine Meyer mit dem Thema Flucht auseinander - Foto: B. Wilms.

Zu sehen sind biografische Recherchen in Form von Installationen und Fotoarbeiten. Kurator Klaus Richter setzt die Arbeiten von Susan Donath, Brigitte Hempel-Schanzenbach, Gabriele Undine Meyer, Veronika Peddinghaus und Margarete Schopen-Richter in einen spannenden Dialog. Die fünf Künstlerinnen gehen jeweils auf ganz eigene Weise mit dem Verlust von Heimat und der Zerbrechlichkeit von Familien um. Da sind beispielsweise die (teils noch mit Erinnerungsstücken gefüllten) Schubladen-Kommoden, die Margarete Schopen-Richter in verlassenen Dörfern rund um den Braunkohletagebau gesammelt und zu einer deckenhohen Installation aufgetürmt hat. Die Arbeiten der Grevenbroicherin haben mit ihrer eigenen Familiengeschichte zu tun. Sie mischt Heimaterde Pigmente bei und malt damit abstrakt die vertrauten Farben einstiger Scheunentore, Landmaschinen, Fußböden oder Badezimmerkacheln nach.

Schubladen voller Erinnerungen hat Margarete Schopen-Richter deckenhoch aufgetürmt - Foto: B. WilmsWie fragil Familien sind, lässt sich anhand der Bügelperlen-Bilder von Susan Donath erahnen. Die Schriftzüge sind Nachempfindungen von Grabinschriften, gesammelt in Tschechien und Deutschland. Vergangenes kann erdrückend sein. Das zeigt die Installation von Gabriele Undine Meyer im Eingangsbereich: Ein brauner Klumpen mit eingearbeiteten Fotofragmenten schwebt als gewaltiger Albtraum über einem Bettgestell. Beeindruckend auch ihre Klang-Bild-Arbeit im Obergeschoss: Fluchtstationen werden hörbar aufgezählt und sind auf mit Sütterlinschrift bestickten Bändern nachzulesen, Fotos werden projiziert und treffen auf leere Rahmen, aus denen die Bilder herausgeschnitten wurden. Veronika Peddinghaus setzt sich als jüngere Künstlerin zeichnerisch mit dem Verschwinden und Erinnern auseinander, Brigitte Hempel-Schanzenbach ist mit drei fotografischen Werkgruppen vertreten und nimmt darin „Abschied von gestern“.

Bedrohlich schwebt der - mit Erinnerungen behaftete - braune Klumpen über dem Bettgestell - Foto: B. WilmsDie Einführung am Sonntag, 18. März 2018, um 11.30 Uhr übernimmt der Kunsthistoriker Dr. Christian Krausch. Um 16 Uhr leitet Petra Kuhles im Veranstaltungssaal eine szenische Lesung zum Thema. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung läuft in Kooperation mit Jutta Saum von der Galerie Schloss Neersen in Willich. Dort sind noch bis zum 1. April Gemälde von Birte Horn zu sehen. Als ehemalige Schülerin der Alten Post setzt auch sie sich auf eindringliche Weise mit dem Verschwinden von Architektur- und Landschaftsstrukturen auseinander. Die Ausstellung im Kulturforum Alte Post kann immer montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr, und sonntags von 12 bis 18 Uhr, besichtigt werden. Geschlossen bleibt die Alte Post vom 30. März bis 2. April sowie am 1. und 10. Mai 2018.

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