Kanalbau- und Sanierungsprojekte Hafenstraße

ISN erneuert Schmutz- und Regenwasserkanäle / Stadtbad-Sanierung wird geplant / Abschließend wird der öffentliche Straßenraum gestaltet

Umfangreiche Kanalerneuerungsmaßnahmen, die Sanierung des Stadtbades und die planerische Neugestaltung des öffent-lichen Straßenraumes stehen in den kommenden Jahren auf der Hafenstraße in der Neusser Innenstadt an. Die verantwortlichen Akteure für die einzelnen Maßnahmen haben sich deshalb im Vorfeld eng abgestimmt. Die InfraStruktur Neuss AöR (ISN) wird im kommenden Monat mit Kanalbauarbeiten auf der Hafenstraße beginnen. In insgesamt sieben Bauabschnitten werden bis zum Sommer 2019 die über 100 Jahre alten Schmutz- und Regenwasserkanäle erneuert. „Die Sanierung ist alternativlos, da die alten Kanäle inzwischen gravierende Schäden aufweisen und die ISN verpflichtet ist, die Entsorgung durch das Kanalsystem sicherzustellen. Das Kanalsystem ist nicht einfach ein Rohrsystem, wie man es aus den Haushalten vermutet. Unterschiedlich berechnete Querschnitte, Niveauunterschiede und Pumpsystem stellen sicher, dass dieses System funktioniert. Der InfraStruktur Neuss ist es wichtig, die notwendige Kanalerneuerung in optimaler Abstimmung mit weiteren baulichen Aktivitäten auf der Hafenstraße im Interesse der Anwohner zu planen und auszuführen“, betont ISN-Vorstand Ekkehard Boden.

Im ersten Bauabschnitt wird von der Einmündung Salzstraße aus in Richtung Innenstadt das Hauptrohr eingebracht.
„Die Kanalarbeiten werden teilweise in geschlossener Bauweise durchgeführt werden“, erklärt Johannes Steinhauer, Bereichsleiter der InfraStruktur Neuss. Für die Zeit des Neus-ser Bürger Schützenfestes werden die Arbeiten unterbrochen und die Baugruben verschlossen. Nach den Arbeiten am Hauptrohr erfolgt der Anschluss der Hausanschlüsse. „Mit Jahresbeginn 2019 wird im offenen Bauverfahren der neue Regenwasserkanal verlegt“, ergänzt Bauleiter Martin Hartmann. Im Frühjahr 2019 werden dann die Gehwegbereiche wiederhergestellt. Hierbei werden die Que-rungsstellen barrierefrei gestaltet. Im Sommer 2019 soll die Kanalbaumaßnahme abgeschlossen und die Hafenstraße in verkehrssicherem Zustand wieder hergestellt sein.

Während der Bauzeit wird die Hafenstraße zwischen Kreis-verkehr Rheinstraße und Krefelder Straße zur Einbahnstraße in Richtung Platz am Niedertor. Mit Ausnahme einiger Plätze für Anlieferungen muss der ruhende Verkehr in der Straße weitestgehend weichen. Für die entfallenen Parkscheinauto-matenplätze stehen Ersatzmöglichkeiten im Parkhaus Rheintor zur Verfügung. Zeitweise muss auch der Kreuzungsbereich mit dem Rheinwallgraben gesperrt werden. Eine Umfahrung ist dann über die Rheinstraße möglich.

Während der Zeit der Kanalsanierung wird die Stadtwerke-Tochter Neusser Bäder und Eissporthalle GmbH ihre Planungen für die Sanierung des Stadtbades weiter forcieren. Eine Badsanierung parallel zur Kanalbaumaßnahme wäre wegen der Unvereinbarkeit der unterschiedlichen Baustellenverkehre nicht möglich gewesen. „Wir folgen dem Wunsch aller Gremien und gesellschaftlichen Kräfte der Stadt und sichern durch die umfangreiche Sanierung im Stadtbad, dass es auch künftig drei Bäderstandorte in Neuss geben wird“, stellt Bäder-Geschäftsführer Matthias Braun klar. Neben einer europaweiten Ausschreibung und einem Teilnahmewettbewerb läuft derzeit die Suche nach einem Generalplaner für das Sanierungsprojekt. Eine in den städtischen Gremien präsentierte erste Kostenschätzung geht von einem Sanierungsaufwand im Stadtbad von über zehn Millionen Euro aus. Die Stadtwerke-Bädertochter möchte mit den Sanierungsarbeiten nach Fertigstellung der vorherigen Kanalbaumaßnahme im Herbst 2019 beginnen. Nach gegenwärtigem Planungsstand werden für die Schwimmbadsanierung rund 18 Monate eingeplant.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am Stadtbad wird der endgültige Umbau der Hafenstraße erfolgen. Neben dem von der Kanalbaumaßnahme betroffenen Abschnitt zwischen Rheinstraße und Krefelder Straße werden auch die Erftstraße bis zur Adolf-Flecken-Straße, sowie der Burggraben und Teile des Rheinwallgrabens in dieses Vorhaben mit einbezogen. „Das Ziel der Überplanung ist es, die unterschiedlichen Anforderungen an die Hafenstraße bestmöglich zu vereinen“, verdeutlicht Planungsdezernent Christoph Hölters die Aufgabe.

Hierzu zählen:
 eine Aufwertung des Straßenraums durch zusätzliche Bäume und größere Aufenthaltsflächen,
 eine optimierte, umfeldverträgliche Abwicklung des nötigen Kfz-Verkehrs,
 eine bessere Verknüpfung der nördlich angrenzenden Wohngebiete mit der City und
 eine ansprechende Gestaltung des öffentlichen Ver-kehrsraums.