Bürgermeister Herbert Napp, Alois Herbst, Bereichleiter Flächenmanagement bei RWE Power und Dormagens Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann bei der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung

Gewerbe- und Industriegebiet

Neuss und Dormagen sind sich einig über gemeinsames Gewerbe- und Industriegebiet.

Neue Wege gehen die beiden Nachbarstädte Neuss und Dormagen in der Wirtschaftsförderung. Gemeinsam mit dem Unternehmen RWE Power wollen sie ein gemeindeübergreifendes Gewerbe- und Industriegebiet am Silbersee entwickeln. Darauf einigten sich alle drei Partner jetzt in einer Rahmenvereinbarung. „Es ist das erste Mal, dass unsere Städte in dieser Form zusammenarbeiten“, sagte der Neusser Bürgermeister Herbert Napp bei der Unterzeichnung des Vertrages auf dem Betriebsgelände des Gasspeichers in Delrath. „Die schon lange bestehende Absicht, das Areal rund um die ehemalige Zinkhütte am Silbersee wirtschaftlich wiederzubeleben, erhält durch die gemeinsame Initiative aller drei Partner einen völlig neuen Schub“, erklärte Dormagens Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann. Schon seit den 70-er Jahren liegt das rund 100 Hektar große ehemalige Betriebsgelände der Zinkhütte brach. Es schließt an das Areal des Aluminiumwerkes auf Neusser Stadtgebiet an und bietet durch die Nähe zum Rhein und der Industriebahn vielfältige Möglichkeiten der Verkehrsanbindung. „RWE Power verfügt über langjährige Erfahrung in der Planung, Erschließung und Vermarktung großer Industrieareale. Mit der Revitalisierung unserer Eigentumsflächen und unserem Know-how wollen wir den erforderlichen Ausbau des bestehenden Industrie- und Gewerbestandortes untersützen.“ teilte Alois Herbst, Bereichleiter Flächenmanagement bei RWE Power, mit.

Um die Umweltverträglichkeit neuer Gewerbe- und Industrieansiedlungen in diesem Bereich zu überprüfen, hat RWE Power als größter Grundstückseigentümer mit einem Flächenanteil von mehr als 50 Prozent bereits im vorigen Jahr eine erste faunistische Bestandsaufnahme auf den unternehmenseigenen Flächen durchgeführt. Eine Untersuchung der übrigen Flächen in diesem Jahr ist bereits im Auftrag des Unternehmens veranlasst. Sollten bei der weiteren Untersuchung keine unerwarteten Hindernisse auftauchen, soll   im Anschluss daran eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. „Darin wird es um Erschließungskosten, Verkehrsfragen, die vorhandene Altlast durch die Zinkhütte und konkrete Vermarktungschancen gehen“, erläutert Hoffmann. Mit der zuständigen Regionalplanungsbehörde bei der Bezirksregierung Düsseldorf wurde dieses Verfahren bereits im Vorfeld abgestimmt. Sie hält den Silbersee-Standort grundsätzlich für gut geeignet. Neben dem ehemaligen Zinkhüttengelände, das heute teilweise als Ausgleichsfläche dient, werden auch landwirtschaftliche Flächen zu beiden Seiten der Stadtgrenze zwischen Stüttgerhof und Autobahn 57 in die Planungen einbezogen.„Für die Nachbarn Neuss und Dormagen bietet das interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet eine große Chance, sich künftig weitere Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen zu sichern, gleichzeitig wird dieser wichtige Industriestandort in der Rheinschiene gestärkt“, macht Bürgermeister Napp deutlich.

Der Bedarf an zusätzlichen Flächen für Unternehmensansiedlungen ist in beiden Städten vorhanden. Hoffmann: „Allein in Dormagen muss die Wirtschaftsförderung jährlich rund 80 bis 90 Anfragen von interessierten Firmen ablehnen, weil keine geeigneten Flächen mehr zur Verfügung stehen.“ Das soll sich mit den Planungen für den Silbersee ändern.