Die Gegenwart

Soziale Einrichtungen sind der Garant für eine gute Lebensqualität in Erfttal.

Der statistische Bezirk 10, Erfttal, ist der kleinste Neusser Stadtteil, liegt aber hinsichtlich der Einwohnerdichte an dritter Stelle. Der Grund ist offensichtlich. Anfang der 80er Jahre am Reißbrett geplant, war viel Wohnraum auf wenig Platz die Maxime. So prägen auch heute noch Hochhäuser das Stadtbild, obwohl inzwischen an den östlichen und westlichen Flanken schmucke Einfamilienhäuser-Siedlungen entstanden sind. Wer heute das urbane Erscheinungsbild mit einem bunten Leben auf den Straßen und gesunder Infrastruktur betrachtet, kann nur schwerlich den Bogen zur ehemals ländlichen Vergangenheit schlagen, obwohl sich der Derikumer Hof, zwar versteckt, immer noch finden lässt.

Infrastruktur

Die Autobahn A 57 bildete den nördlichen Abschluss des noch jungen Stadtteils, die Landstraße L 380 ( Berghäuschensweg) den westlichen, die Bahnlinie Neuss-Köln den südwestlichen und eine Schleife des Norfbachs den östlichen. Wer sich auf der Neusser Stadtkarte orientieren möchte - einfach dem Namensgeber Erft folgen.

Aus dem großen Bevölkerungswachstum Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre ist inzwischen ein moderater Anstieg der Bevölkerungszahlen geworden. Für das Jahr 2016 waren 58 Neu-Erfttaler zu verzeichnen. Mit Beginn des Jahres 2017 lebten in Erfttal 5.371 Menschen auf 0,80 Quadratkilometern. Der Ausländeranteil beträgt 27,4 Prozent (Stadt Neuss 15,1 Prozent).

Erfttal ist ein relativ junger Stadtteil, 49,2 Prozent aller Einwohner sind jünger als 40 Jahre (Stadt 43,6 Prozent). Die Arbeitslosigkeit ist mit 9,1 Prozent höher als im Stadtgebiet mit 6,0 Prozent. Die SGB II Quote (Anteil der Bevölkerung, die Leistungen nach SGB II Arbeitslosengeld II bzw., Sozialgeld erhalten) ist mit 24,0 Prozent (Stadt 13 Prozent) relativ hoch.

Die Neusser City ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln in 15 Minuten erreichbar, der Bahnhof Norf mit S-Bahn- und Bahnanschluss lässt die Nachbarstädte Köln und Düsseldorf nah heranrücken. Die meisten Dinge des täglichen Lebens lassen sich aber auch vor der Haustüre erledigen. Auf 1600 Quadratmetern Geschäftsfläche nördlich der Euskirchener Straße und 1200 Quadratmetern an der Lechenicher Straße lassen sich (fast) alle Wünsche erfüllen. Immer donnerstags bietet ein Wochenmarkt frische Ware an. Allerdings: Unternehmensansiedlungen und damit Arbeitsplätze gibt es kaum. Die großen Gewerbegebiete liegen in der Nachbarschaft – zum Beispiel in Grimlinghausen und in Norf. Dafür bietet die Natur im Umfeld genug Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, die Erft mit ihren Wanderwegen und die Norfbauauen laden zum Frischlufttanken ein.

Kinder und Jugendliche

Gebrüder-Grimm-Schule, ErfttalMit der Gebrüder-Grimm-Schule, einer Gemeinschaftsgrundschule an der Harffer Straße, befindet sich eine Schule auf Erfttaler Gebiet und dank guter ÖPNV-Verbindungen sind alle weiterführenden Schulen im Neusser Stadtgebiet problemlos zu erreichen.

In Erfttal gibt es insgesamt fünf öffentliche Spielplätze, zwei öffentliche Bolzplätze sowie eine Skateranlage. Hier befindet sich auch einer der wenigen Wasserspielplätze im Stadtgebiet auf der Blankenheimer Straße.

In Herbst dieses Jahres wird die Grunderneuerung des Spielplatzes an der Harffer Straße abgeschlossen sein.

Die Spielplätze befinden sich an der Harffer Straße (Spielplatz und Skateranlage), an der Bedburger Straße, an der Euskirchener Straße, an Blankenheimer Straße (Wasserspielplatz), an der Chalonstraße in Erfttal-West, an der Euskirchener Straße (Bolzplatz) und am Kirmesplatz Berghäusschenweg (Bolzplatz). Der Wasserspielplatz an der Blankenheimer Straße ist momentan allerdings außer Betrieb, da eine 100 m lange Wasserleitung erneuert werden muss, um den Hygienevorschriften zu genügen.

Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit

Im Stadtteil Erfttal befinden sich zwei durch die Stadt Neuss geförderte Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit. Einen besonderen Stellenwert nimmt an dieser Stelle der Abenteuerspielplatz Erfttal auf der Bedburger Straße ein. Hier können Kinder und Jugendliche nicht nur unter pädagogischer Begleitung eigenständig bauen und basteln, sondern erlernen schon frühzeitig den Umgang mit verschiedenen Werkstoffen, sowie unterschiedlichen Werkzeugen. Die Kinder und Jugendlichen zeigen hier ein besonderes Geschick, welches weiter gefördert wird. Das Außengelände des Abenteuerspielplatzes selbst ist durch die Kreativität der Kinder einer fortwährenden Dynamik ausgesetzt. Der Abenteuerspielplatz befindet sich in Trägerschaft des Sozialdienst Katholischer Männer Neuss e.V. (SKM Neuss).

Kontakt ErfttalDie Trägerschaft auch der zweiten Kinder- und Jugendeinrichtung ist auf den SKM Neuss übertragen worden. Der Kontakt Erfttal ist eine der großen Einrichtungen im Stadtgebiet Neuss. Die Einrichtung befindet sich mitten im Stadtkern Erfttals und zeichnet sich durch sehr unterschiedliche Angebote, immer bezogen auf die Interessen und Bedarfe der Besucherinnen und Besucher aus. Die Möglichkeiten sind durch Kreativräume, eine Werkstatt, ein Musikstudio, eine Disko- und Veranstaltungshalle und einen Cafébetrieb mit Kicker und Billard sehr vielfältig. Auch das Außengelände mit einzelnen Skateelementen wird von den Jugendlichen genutzt.

Jugendverbände

Graffiti vor dem Kontakt ErfttalUnter Jugendverbandsarbeit wird die zumeist ehrenamtliche Arbeit von Jugendleitern (meistens selbst Jugendliche oder junge Erwachsene) für Kinder und Jugendliche verstanden. Die Angebote stellen eine wichtige Säule der Jugendförderung dar, da in diesem Arbeitsfeld Partizipation, Mitbestimmung und Selbstverwirklichung gelebte Praxis des demokratischen Grundverständnisses sind.

Im Stadtteil Erfttal gibt es aktuell zwei in der Jugendverbandsarbeit aktive Verbände/ Vereine. Beide sind als Jugendabteilungen/junge Gemeinde an einen Verein bzw. eine Kirchengemeinde angeschlossen. Die SG Erfttal betreibt eine aktive Jugendabteilung mit eigenem Jugendwart und vielfältigen Angeboten auch außerhalb des Sportplatzes, wie beispielsweise Jugendfahrten. Die KJG/Pfarrjugend St. Cornelius feierte im letzten Jahr ihr 45-jähriges Bestehen. Hier werden für junge Menschen neben einer zuverlässig stattfindenden Teestube auch Ferienangebote, wie Kinder- und Jugendfahrten, Ferienfahrten durchgeführt.

Kindergärten und Kindertagesstätten

Kita Harffer Straße, ErfttalDie Evangelische Jugendhilfe Neuss-Süd betreibt die Kindertageseinrichtung Bedburger Straße mit vier Gruppen. Aufgenommen werden Kinder ab zwei Jahren bis Schuleintritt. Das Rote Kreuz ist Träger der Kita Harffer Straße mit fünf Gruppen, darunter fünf Inklusive-Plätze. Aufgenommen werden Kinder unter drei Jahren bis Schuleintritt. Die Katholische Kirchengemeindeverband Neuss – Rund um die Erftmündng – betreibt die Kindertageseinrichtung St.Cornelius mit drei Gruppen und Aufnahme von Kindern von zwei Jahren bis Schuleintritt. Die Kindertageseinrichtung „Waldwichtel“ wird von den Kinderzentren Kunterbunt aus Nürnberg betrieben. Es existieren vier Gruppen, Kinder unter drei Jahren bis Schuleintritt werden aufgenommen.

Dazu kommen in Erfftal acht Personen, die Tagespflegeplätze anbieten. Die Kath. Kirchengemeinde St. Cornelius öffnet ihre Türen für ein Jugendheim und führt im Laufe des Jahres verschiedene Veranstaltungen durch. Für die Kleinkinder gibt es die Kindergärten und Mutter-Kind-Gruppen (jeden Donnerstag Vormittag); für die Kinder- und Jugendlichen die Gruppen der Pfarrjugend Sankt Cornelius . Neben den regelmäßigen Treffen der Ministranten, der Teestube und den Kindernachmittagen ist das jährliche Sommerferien-Freizeitlager hervorzuheben. Der Theaterkreis probt in jedem Jahr ein Lustspiel, das im Herbst mit insgesamt 10 Vorstellungen aufgeführt wird.

Die Senioren werden am 2. und 4. Donnerstag im Monat von 15-17 Uhr ins Pfarrheim eingeladen; der Kirchenchor probt montags um 19.30 Uhr im Pfarrheim; am 1. Dienstag im Monat findet vom Freundeskreis St. Cornelius eine Veranstaltung mit Themen aus dem Sozial- und Bildungsbereich statt;

Frauengemeinschaft: 2. und 4. Donnerstag.

Als Begegnungszentrum für Jung und Alt bietet das Paul-Schneider-Haus Raum für den Gottesdienst, die Altentagesstätte, die Evangelische Bücherei, Jugendgruppen, eine Kegelbahn und Altenwohnungen des Diakoniewerkes Neuss-Süd e.V

Umwelt

Erfttal gehört trotz Sanierungsmaßnahmen immer noch zu den am stärksten lärmbelasteten Stadtteilen in Neuss. Mit dem Ausbau der A 57 konnte durch Wälle und Wände sowie lärmmindernden Asphalt der Lärmschutz verbessert werden. Seit Ende 2014 sorgen Lärmschutzwände im Bereich der Eisenbahnlinie für Lärmreduzierung.

Erfftal besitzt für den Biotopverbund zwei wichtige Grünzüge: die Erftaue im Bereich der Gnadentaler Mühle und die Norfbachaue. Vor fast 20 Jahren wurde nahe der Gnadentaler Mühle eine städtische Hochstamm-Obstweide angelegt, die durch den BUND gepflegt wird. Ein Problem stellen die Stadttauben im Bereich der Euskirchener Straße und Harffer Straße, insbesondere an den Straßenunterführungen, dar. Straßen NRW hat durch das Anbringen von Verblendungen die Situation verbessert.

Sport

Clubheim des Tennisclubs Schwarz-Rot ErfttalDer Tennisclub Schwarz-Rot Erfttal hat sich im Jahr 2008 aufgelöst. Seitdem liegt die Tennisanlage (acht Tennisplätze und ein Clubheim) brach.

Die Sportanlage Erfftal ist zum 1. Juli 2013 von der SG Erfftal in Eigenregie übernommen worden, damit entfällt ihr Status als Bezirkssportanlage. Die SG Erftttal trägt sämtliche Unterhaltungskosten und erhält dazu einen städtischen Zuschuss. Der Golfplatz Hummelsbachaue lässt die Herzen der Golffreunde höher schlagen und hat sich auch zu einem imposanten Naturrefugium entwickelt.

Soziales

Mit dem „Lotsenpunkt Erfftal“ ging am 1.7.2017 der erste städtische Lotsenpunkt im Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Männer im Bürgerhaus Erfftal an den Start. Vorläufer des nunmehr städtischen Lotsenpunkts war ein vierjähriges Projekt „Lotsenpunkt“ des Erzbistums Köln.

Die Netzwerkkoordinatorin Henrieke Nommels leitetet den Quartiersstandort, unterstützt die Bildung von neuen Netzwerken und begleitet die Ehrenamtlichen, die u.a. mit ihren Hausbesuchen bei älteren Menschen im Stadtteil eine unschätzbare Hilfe darstellen. Ältere Menschen sollen ermuntert werden, ihr nachbarschaftliches Umfeld mitzugestalten. Die Quartiersangebote für ältere Menschen im Stadtteil Erfftal und die Netzwerke haben das gute Miteinander von allen Altersgruppen im Blick. Ältere Menschen sollen gut, lange und selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben können.

Auch neben der Einrichtung des Lotsenpunktes hat die soziale Infrastruktur im Erfftal einiges zu bieten. Dazu gehören Mutter-Kind-Gruppen, Kirchenchor, Kleiderkammer, Schuldnerberatung, Ministrantentreffen, die Teestube, Kindernachmittage und das jährliche Sommer-Freizeitlager. Im Herbst beginnen wieder zehn Vorstellungen des Theaterkreises. Die Senioren werden jeden 2. und 4. Donnerstag ins Pfarrheim eingeladen, die Frauengemeinschaft trifft sich auch jeden 2. und 4. Donnerstag. Seit 1988 ist die Moschee an der Schellbergstraße – ein beeindruckender Bau, in dem auch Nichtmuslime gerne gesehen sind – die Hauptanlaufstelle für Muslime. Auch der 1977 gegründete Bürger- und Schützenverein entwickelt integrative Kraft, beschäftigt sich mit zahlreichen gemeinnützigen Aufgaben – und lässt auch das weibliche Geschlecht in Schützenuniform mitmarschieren.

Health City, Erfttal