Die Gegenwart

Dynamischer Stadtteil

Der Bezirk Rosellen mit den Ortsteilen Rosellen, Allerheiligen, Elvekum, Schlicherum, Bettikum, Gier und Kuckhof bildet den südlichsten Teil des Neusser Stadtgebiets und grenzt unmittelbar an Dormagen. Im Westen reicht Rosellen bis an die B 477 und damit Hoisten heran, im Osten bildet die Autobahn A 57 und im Norden der Ortsteil Norf die Grenzen. Verkehrstechnisch ist Rosellen gut angebunden. Autofahrer können ein gut ausgebautes Netz von Bundes-, Land- und Kreisstraßen nutzen. Die Fleher Brücke und die Anbindung an die A 57 sorgen für eine gute Erreichbarkeit von Düsseldorf und Köln. Gute Bahn- (mit S-Bahn Haltepunkt in Allerheiligen) und Busverbindungen erhöhen den Mobilitätsgrad. Die guten Verkehrsanbindungen, die naturnahe Lage mit Mühlenbusch und Schwarzem Graben, gute Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten werden Rosellen auch weiterhin zu einem Expansions-Ortsteil machen. Zur Zeit leben dort rund 14.300 Einwohner. Dank vieler Neubaumaßnahmen – insbesondere in Allerheiligen – gilt der Stadtbezirk als der dynamischste im Neusser Stadtgebiet.

Infrastruktur

Rosellen ist ein relativ junger Stadtteil. 28,7 Prozent der Einwohner sind jünger als 25 Jahre (Stadt Neuss rund 25 Prozent). Der Anteil, der Menschen, die 65 Jahre und älter sind, ist dagegen in Rosellen mit rund 16 Prozent deutlich kleiner als im Stadtgebiet (20 Prozent). Der Ausländeranteil liegt mit 6,7 Prozent weit unter dem der Stadt Neuss (15,7 Prozent). Hinsichtlich der Einwohnerzahlen hat Rosellen eine enorme Entwicklung genommen: 1957 lebten dort gut 2.200 Menschen, heute sind es 14.300 – 66,5 Prozent mehr als 1990. Ein erster kleiner Wachstumsschub setzte 1990 bis 1993 ein, Einwohnergewinne von teilweise 600 Menschen pro Jahr im Zeitraum zwischen 1998 und 2001 sorgten dafür, dass vor allen Dingen das Baugebiet Allerheiligen A bis zum Ende 2005 auf 2.356 Einwohner anwuchs. Seit 2009 verlagern sich die Einwohnerzuwächse auf das Baugebiet Allerheiligen B. Von 48 Einwohnern in 2009 ist das Baugebiet auf 1.740 in 2016 angewachsen. Bis 2020 werden voraussichtlich in Allerheiligen B-Süd zusätzliche 180 Wohneinheiten, darunter auch preisgünstige Mietreihenhäuer, entstehen, sodass mit weiteren Einwohnerzuwächsen zu rechnen ist.

Allerheiligen ist nicht nur für viele wohnungssuchende Haushalte aus der Region eine gute Adresse, viele Einwohner aus den umliegenden Stadtteilen Norf und Grimlinghausen nutzen die Chance, dort Eigentum zu bilden. Neue größere Wohngebiete entstanden in Rosellen, Rosellerheide und Neuenbaum in den letzten Jahren nicht. Dennoch war auch dort in den zurückliegenden Jahren eine rege Bautätigkeit festzustellen. Neu-Eigentümer renovierten ihre Eigenheime, zahlreiche Baulücken wurden geschlossen und vorhandene Siedlungen mit neuen Häusern ergänzt. Besonderes heimatverbundenes Engagement ist in Elvekum vorzufinden, Grundlage eines ersten Platzes im Wettbewerb 2014 „Unser Dorf hat Zukunft“.

Soziales

Für den optimalen Standort einer Flüchtlingsunterkunft für rund 56 asylsuchende Menschen gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die Verwaltung hat nach umfassender Abwägung einen Standort „Am Steinacker“ ausgewählt. Es gibt Bürgerproteste. Das Oberverwaltungsgericht hat inzwischen die Zulässigkeit bestätigt.

In Neuenbaum gibt es Seniorenwohnungen in der Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde St. Peter.

Kinder und Jugendliche

Im Stadtbezirk Rosellen befinden sich derzeit neun Kindertageseinrichtungen mit insgesamt 654 Betreuungsplätzen, davon 108 für Kinder unter drei Jahren. Nicht eingerechnet ist die Betriebs-KiTa der Firma Jansen-Cilag mit 24 U3-Plätzen. Letzte Neubaumaßnahmen sind die KiTa „Zauberhügel“ auf der Horremer Straße (Träger AWO) in Allerheiligen und die KiTA „Am Mühlenbach“ in Rosellerheide (Träger DRK). Dazu steht das Provisorium an der Holbeinstraße zur Verfügung, das kurzfristig mit bis zu fünf Gruppen in Betrieb gehen könnte.

Im Bereich der Kindertagespflege existieren derzeit drei Großpflegestellen, eine von der Stadt Neuss angemietete und eine private. In Rosellen stehen 52 Betreuungsplätze bei 15 Tagespflegepersonen zur Verfügung.

Der Bezirk Rosellen ist insgesamt gut mit Spielflächen ausgestattet. Die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Jugendverbände ist vielfältig und wird als gut bewertet. In Allerheiligen wird das Kinder- und Jugendzentrum durch die Lebenshilfe Neuss betrieben, in Rosellerheide wird ein ehrenamtlich betriebener Kindertreff der Kirchengemeinde Norf-Nievenheim in der evangelischen Kirche mittwochs von einer hauptamtlichen Kraft organisiert.

Kinder können sich im Stadtteil Rosellen auf insgesamt 21 Kinderspielplätzen, sieben Bolzplätzen und einer Skateranlage austoben. Aufgeteilt sind die Spielflächen wie folgt: Rosellerheide/Neuenbaum, Elvekum, Bettikum und Schlicherum: zwölf Kinderspielplätze und fünf Bolzplätze, Allerheiligen: neun Kinderspielplätze, zwei Bolzplätze und eine Skateranlage. Von den vorhandenen Kinderspielplätzen sind drei in den letzten fünf Jahren saniert worden.

Sowohl in Rosellen als auch in Allerheiligen existiert eine Gemeinschaftsgrundschule. Im aktuellen Schuljahr werden sie von insgesamt 588 Schülerinnen und Schülern in 24 Klassen besucht.

Die Gemeinschaftsgrundschule Allerheiligen nahm mit Beginn des Schuljahres 2015/16 den Schulbetrieb mit zwei ersten Schuljahren in einer Pavillonanlage „Am Henselsgraben“ auf. Gleichzeitig entstand in unmittelbarer Umgebung ein Schulneubau, der von der Grundschule seit dem Schuljahr 2016/17 genutzt wird. In drei Zügen mit entsprechender Erweiterung des Schulgebäudes konnten dort für das laufende Schuljahr 87 Neulinge begrüßt werden. In der OGS werden zur Zeit 91 Schülerinnen und Schüler betreut. Parallel dazu wurde die St. Peter-Schule in Rosellen von sechs auf vier Züge reduziert. An den OGS-Angeboten nehmen dort derzeit 218 Schüler teil. Im benachbarten Norf stehen mit dem Gymnasium Norf und der Gesamtschule Norf zwei weiterführende Schulen zur Verfügung. Darüber hinaus sind weiterführende Schulen in der Innenstadt gut mit dem ÖPNV erreichbar.

Das Berufsbildungszentrum Schlicherum stellt ein breit gefächertes Maßnahmenangebot zur Verbesserung der beruflichen Chancen für sozial- und arbeitsmarktbenachteiligte junge Menschen zur Verfügung. Aktuell bietet das Berufsförderungszentrum in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur, dem Jobcenter, dem Land NRW und dem Rhein-Kreis Neuss für insgesamt 125 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Maßnahmen an. Im Rahmen einer Basisqualifizierung für Flüchtlinge und Migranten stehen zurzeit 55 Teilnehmern Integrationslotsen zur Seite, ferner erfolgen eine berufspraktische Qualifizierung und die Vermittlung berufsbezogener Sprachkenntnisse.

Wirtschaft

Die Firma Johnson & Johnson (Hygiene-, Pflege- und Medizinprodukte) ist mit rund 700 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in Rosellen und Allerheiligen. Bedeutende weitere Arbeitgeber sind die Firma Selex (Entwicklung und Herstellung von Technologieprodukten im Bereich der Meteorologie) in Rosellen, die Firma Indu-Electric in Allerheiligen (Entwicklung und Herstellung von Kabeln, Lampen und weiteren Elektroprodukten), Silesia in Allerheiligen (Entwicklung und Produktion von Aromen für die Lebensmittelindustrie) und das Bauhaus in Allerheiligen. Zudem sind eine Vielzahl von kleineren und mittleren Betrieben insbesondere aus der Kfz-, Großhandels- sowie Messebau – und Logistikbranche) in Rosellen und Allerheiligen ansässig. Die Betriebe sind auf insgesamt drei kleinere Gewerbegebiete in Rosellen und Allerheiligen verteilt: rund um die Raiffeisenstraße, Am alten Bach/Henselsgraben und östlich der S-Bahn. Nur das drittgenannte Gebiet bietet noch freie Restflächen an, die allerdings auch schon knapp werden.

Im Nahversorgungsbereich dominiert die Neukirchener – und die Neuenberger Straße, wobei keine zusammenhängende Einkaufslage zu erkennen ist. Der Lebensmittelmarkt am Pitter- und Paul-Platz hat eine relativ kleine Verkaufsfläche von 650 qm. Ein umfassendes Angebot ist in Allerheiligen zu finden. Das Zentrum liegt im Kreuzungsbereich Bustrasse/Horremer Straße/Am Alten Bach mit dem REWE-Supermarkt und dem Aldi-Markt. Das Einzelhandes- und Zentrenkonzept (2015) erkennt für den Bereich des Nahversorgungszentrums Allerheiligen Erweiterungsbedarf durch kleinteilige Einzel- und Dienstleistungsangebote. Im alten Teil Allerheiligens sind solche Angebote eher vorhanden.

Verkehr

Das mit der Bebauungsplanung für Allerheiligen entwickelte Verkehrskonzept ist noch ausbaufähig. Die Auslastung des P & R Parkplatzes an S-Bahn-Haltepunkt verbessert sich erst allmählich. Die Linie 850, der eine eigene Bustrasse zur Anbindung an den S-Bahnhof eingerichtet worden ist, wird mangels Nachfrage nur noch als Taxibus geführt und der überörtliche Verkehr sorgt weiterhin für Verkehrsengpässe auf der Horremer Straße, weil viele Autofahrer die Ortsumfahrung nicht nutzen.

Sport

Die Mitgliederzahl des SV Rosellen ist durch die Entwicklung der Neubaugebiete auf rund 3.000 Mitglieder angewachsen. Eine Angebotsausweitung wird für die Zukunft nicht ohne Erweiterung von Hallenkapazitäten möglich sein. Auch im Fußball steigen die Mitgliedszahlen. 2005 verfügte der Verein über 15 Fußballmannschaften, heute sind es 26 – Tendenz steigend. Als Alternative zur Errichtung einer eigenen Bezirkssportanlage in Allerheiligen ist in Rosellen die Theodor-Klein-Sportanlage ausgebaut werden. Der zusätzliche Platz ist als Kunstrasenfeld geschaffen worden.

Beim zweiten Sportverein, dem ASC Rosellen, haben Läufer und Triathleten zahlreiche große Erfolge zu verzeichnen, bis hin zu Deutschen Meisterschaften. Großereignis ist immer im Mai der Rosellener Abendlauf, zu dem rund 1.000 Sportler kommen. Die Sporthalle Allerheiligen steht nach viermonatigen Nutzung von Dezember 2015 bis März 2016 als Flüchtlingsunterkunft wieder dem Sport zur Verfügung.

Freitags wird in der Sporthalle Rosellen von Jugendamt, Stadtsportverband und SV Rosellen „Nachtsport“ angeboten.