24.03.2011 - “Wir schaffen das“ – Der Neubeginn jüdischen Le-bens in Deutschland

Im Rahmen der Jüdischen Kulturtage hält am Donnerstag, dem 31. März, um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Günther B. Ginzel einen Vortrag zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland.

Der Publizist und ehemalige Vorsitzende der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit beleuchtet die letzten 60 Jahre dieser Entwicklung: Deutschland ist attraktiv für Juden aus aller Welt. Keine europäische Stadt übt eine so starke Anziehung auf jüdische Künstler und Intellektuelle aus wie Berlin. Selbst in kleinen Städten entstehen erneut jüdische Gemeinden. Weit über hunderttausend Juden aus der früheren Sowjetunion haben Deutschland zu ihrer neuen Heimat gewählt. Wie ist dies zu erklären? Galt Deutschland nach 1945 doch für Juden als verbrannte Erde, wurden jüdische Gemeinden aus Deutschland boykottiert. Wer baute Synagogen und Gemeinden nach der Befreiung wieder auf? Wie entwickelte sich ein jüdisches Selbstverständnis angesichts eines ungebrochenen Antisemitismus und eines jahrzehntelangen Vertuschens und Verharmlosens der NS-Verbrechen? Wohin und warum kehrten jüdische Emigranten zurück? Wie verhielten sich die Kirchen und die Politik? Wie wirkte sich die deutsche Einheit aus? Wie also ist es möglich, dass neues jüdisches Leben auf deutschem Boden wieder wachsen konnte – zur zweitgrößten Gemeinde in Europa? Der Vortrag wird zusammen mit der Volkshochschule Neuss angeboten.

Der Eintritt an der Abendkasse beträgt fünf Euro.
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