19.03.2013 - Freigabe Anschlussstelle Floßhafenstraße

Nach einer Bauzeit von rund 20 Monaten ist die Anschlussstelle Floßhafenstraße/Willy-Brandt-Ring L137 …

Nach einer Bauzeit von rund 20 Monaten ist die Anschlussstelle Floßhafenstraße/Willy-Brandt-Ring L137 …

… jetzt fertig gestellt worden. Bürgermeister Herbert Napp und Baudezernent Christoph Hölters gaben jetzt offiziell diese für die Stadt Neuss und die Neuss-Düsseldorfer Häfen wichtige Infrastrukturmaßnahme für den öffentlichen Straßenverkehr frei. „Durch den direkten Anschluss der Floßhafenstraße an den Willy-Brandt-Ring kann zukünftig eine leistungsfähige Anbindung des Neusser Hafengebietes an das regionale Straßennetz gewährleistet werden, wodurch nicht zuletzt das innerstädtische Straßennetz entlastet wird“, sagt Bürgermeister Herbert Napp. Die bisherige Anbindung der Floßhafenstraße über die Königsberger Straße wurde aufgegeben.

Seit Mai 2011 wurde in drei Bauphasen von der Floßhafenstraße Auf- und Abfahrtsrampen an den Willy-Brandt-Ring gebaut. Für den Bau der Abfahrtsrampe aus Richtung Hammer Landstraße ist eine Erweiterung der Fahrbahn des Willy-Brandt-Rings als Ausfädelspur gebaut worden. Die Rampe führt entlang von Stützwänden und mündet zwischen den Brücken des Willy-Brandt-Rings und der Bahnstrecke in die Floßhafenstraße. Die westliche Auf- und Abfahrtsrampe beginnt nach der Brücke des Willy-Brandt-Rings über die Floßhafenstraße und mündet mit einer Ausbaulänge von 180 Meter in die Floßhafenstraße.

Im Zuge der Arbeiten erfolgte unter anderem eine Umgestaltung der Knoten Willy-Brandt-Ring/Hammer Landstraße sowie des P+R Parkplatzes. Im Vorfeld und auch während der Bauarbeiten wurden umfangreiche Neu- beziehungsweise Umverlegungen von Versorgungsleitungen erforderlich. (Strom, Telekommunikation, Ampeln und Beleuchtung ). Insgesamt wurden rund 10.000 Meter Kabel verlegt. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen etwa 9,2 Millionen Euro, davon kommen etwa 2,3 Millionen als Zuschüsse vom Land NRW.

Der Willy-Brandt-Ring verbindet seit seiner Eröffnung im Jahre 1998 die Hammer Landstraße mit der Düsseldorfer Straße und stellt die Verbindung zwischen der B1, Abfahrt Neuss-Hafen, und der Autobahnauffahrt Meerbusch (A52) her. Dabei übernimmt er auch die Funktion einer östlichen Umfahrung der Innenstadt. Die Floßhafenstraße als Hauptverkehrsstrasse übernimmt die Verteilung des Verkehrs im Neusser Hafengebiet und dient gleichzeitig als Zubringer aus dem Stadtzentrum. Durch die enormen Wachstumsraten im trimodalen Güterumschlag über Wasser, Schiene und Straße im Neusser Hafen ist die Leistungsfähigkeit der innerstädtischen Straßen zur Anbindung des Hafens bereits teilweise überschritten. Mit dem Bau der Anschlussstelle wurde nun eine direkte Anbindung der Floßhafenstraße an den Willy-Brandt-Ring geschaffen, die insbesondere zur Erschließung der Hafenbecken 3, 4 und 5 beiträgt.

Zahlen, Daten, Fakten:

  • Herstellung einer Abfahrtrampe vom Willy-Brandt-Ring zur Floßhafenstraße (FR Nord) einschließlich Rechtsabbiegerspur Willy-Brand-Ring. Hierzu wurden 3 Stützwänden und einer Brücke gebaut.
  • Auf der Westseite des Willy-Brandt-Rings Herstellung von Auf- und Abfahrtsrampe. Erneuerung der Floßhafenstraße auf einer länge von ca. 250 m und Neugestaltung des Knotenpunktes Floßhafenstraße/Königsberger Straße.

Zudem:

  • Rückbau der Königsberger Straße von Hammer Brücke bis Floßhafenstraße
  • Umgestaltung des Kreuzungsbereiches WBR – Hammer Landstraße
  • Rad- und Gehwege
  • Umgestaltung P + R Parkplatz
  • Abbindung Straße Hammer Brücke
  • Neuer Asphaltbelag auf dem Willy-Brandt-Ring (Länge ca. 700 m)
  • Herstellung zweier Schutzbauwerke für Versorgungsleitungen
  • Regenwasserkanäle in den Auf- und Abfahrrampen
  • Lichtsignalanlagen auf der Floßhafenstraße
  • Betonschutzwände auf der Ostseite des Willy-Brandt-Ringes
  • LWK Wendeschleife auf der Königsberger Straße
  • Straßenbeleuchtung
  • Beschilderung
  • Baumpflanzungen

Bauzeit:

März 2011 bis April 2011 Um- und Neuverlegung Versorgungsleitungen
Mai 2011 bis März 2013 Straßenbau/Kanalbau/Ingenieurbau

Infos zum Straßenbau:

Fahrbahnaufbau Rampen

  • Breite 4,75 m (im Einmündungsbereich Linksabbiegespur)
  • 4,0 cm Asphaltdeckschicht
  • 8,0 cm Asphaltschichtbinder
  • 14,0 cm Asphalttragschicht
  • 44,0 cm Frostschutzschicht
  • =70,0 cm

Fahrbahnaufbau Floßhafenstraße

  • Breite bis zu 13,00 m
  • 4,0 cm Asphaltdeckschicht
  • 8,0 cm Asphaltbinderschicht
  • 12,0 cm Asphalttragschicht
  • 46,0 cm Frostschutzschicht
  • =70,0 cm

Gehweg / Radweg

  • Breite 2,50 m
  • 8,0 cm Betonsteinpflaster 20/10/8
  • 4,0 cm Brechsand-Splitt-Gemisch 0/5
  • 20,0 cm RCL-Tragschicht
  • =32,0 cm

Wesentliche Bauleistungen Straßenbau:

  • Asphaltflächen: 20.000 m²
  • Pflasterflächen: 4.000 m²
  • Boden geliefert: 18.000 m³
  • Kabel verlegt (Strom/Telekommunikation/Beleuchtung/LSA): 10.000 m

Info Ingenieurbau:

Brückenbauwerk: An der Hammerbrücke

  • Spannweite: 16,60 m
  • Breite: 9,00 m
  • Durchfahrtshöhe: 4,50 m
  • Bohrpfähle mit einer Maximallänge von ca. 19,00 m: 14 Stück
  • Beton: 430 m³
  • Betonstahl für die Fundamente, Widerlager und Überbau: 53 t
  • Spannstahl für den Überbau: 3 t
    Es handelt sich hier um eine Spannbetonbrücke, die in einer Richtung verschiebbar gelagert ist. Das Brückenbauwerk ist auf Pfählen gegründet.
  • Stützwände: 3 Stück
  • Gesamtlänge aller Stützwände 375 m
  • max Höhe: 6,80 m
  • min. Höhe: 1,05 m
  • Bohrpfähle mit einer Länge von ca. 6 m: 41 Stück
  • Rüttelstopfverdichtung (Baugrundverbesserung ca. 700 m²): 3.145 m
  • Bodenaustausch d = 50 cm: 700 m²
  • Beton: 1.900 m³
  • Betonstahl wurde verarbeitet: 206 t
  • Erdmassen bewegt (ausgehoben): 6.000 m³
  • Erdmassen bewegt (eingebaut): 7.000 m³
  • Verbau (Spunddielenverbau und Trägerbohlwand): 2.690 m²

Die Gründung der Stützwände ist zum Teil auf Bohrpfählen erfolgt, bei niedriger Gründungsbreite und bei größerer Gründungsbreite auf Rüttelstopfverdichtung. Bei der Stützwand 1 und 2 unterquert eine Ferngasleitung die Stützwand. Dies bedeutet einen erhöhten Koordinationsaufwand, da die Gründungsarbeiten für die Stützwände in einem engen Zeitraum erledigt werden mussten. Bei der Stützwand 3 wurde im Bereich der Auffahrt zur Floßhafenstr. ein Betonfundament gefunden, das wahrscheinlich von einem ehemaligen Gebäude stammt. Dieses musste bei den notwendigen Rammarbeiten durchstoßen werden und später abgebrochen und entsorgt werden.

Baukosten:

Die Gesamtkosten betragen ca. 9,2 Millionen Euro

Sie setzen sich wie folgt zusammen:

  • Baukosten Ingenieurbau: ca. 4.000.000 Euro
  • Baukosten Straßenbau/Kanalbau: ca. 3.400.000 Euro
  • Baukosten Lichtsignalanlagen /Beleuchtung: ca. 450.000 Euro
  • 1.350.000 Euro für Planungsleistungen, Kosten Versorgungsunternehmen, Grünanlagen, Beschilderungen, Gutachter, etc
  • ca. 2,3 Millionen als Zuschüsse vom Land NRW

Zur Durchführung und Finanzierung zum Neubau der Anschlussstelle Floßhafenstraße wurde zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen, handelnd durch den Leiter der Regionalniederlassung Niederrhein, und der Stadt Neuss am 06.01.2009 eine Vereinbarung unterzeichnet. Gemäß dieser Vereinbarung werden die gesamten Kosten, die für die Herstellung der Anschlussstelle notwendig sind, zwischen der Stadt Neuss und dem Landesbetrieb Straßenbau (StrBauVw) geteilt.

Der Kostenanteil der Stadt Neuss beträgt: 47,12 %
Der Kostenanteil des Landes beträgt: 52,88 %

Baulast:

Die Baulast und Unterhaltung der Auf – und Abfahrrampen einschließlich Böschungen und konstruktiver Bauwerke gehen über zum Landesbetrieb Straßenbau. Die Baulast und Unterhaltung der Grünfläche zwischen westlicher Abfahrtsrampe und Floßhafenstraße (Anschlussstellenohr) einschließlich der rekultivierten Königsberger Straße gehen über zur Stadt. Die Baulast der Lichtsignalanlagen Floßhafenstraße / Rampe West und Ost gehen über zum Landesbetrieb Straßenbau. Die Unterhaltung dieser Anlagen gehen gegen Vergütung über zur Stadt Neuss.