Novemberhilfen

Finanzielle Unterstützung für Unternehmen

Für Unternehmen, die durch die aktuellen Corona-Einschränkungen besonders betroffen sind, greifen die neuen, außerordentlichen Wirtschaftshilfen mit einem voraussichtlichen Volumen von insgesamt 10 Milliarden Euro. Die Hilfen sollen die finanziellen Ausfälle der Betriebe entschädigen. Mit einem Erstattungsbetrag von 75% des entsprechenden Umsatzes des Vorjahresmonats sollen laufende Kosten der Betriebe gedeckt werden. In den kommenden Wochen soll das Antragsverfahren starten. Weitere Informationen können Sie der gemeinsamen Pressemitteilung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und vom Bundesministerium der Finanzen entnehmen.

Wer ist antragsberechtigt?
Alle Unternehmen, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die von den aktuellen Schließungsverordnungen des Bundes und der Länder, welche am 28. Oktober 2020 beschlossen wurden, im November betroffen sind (direkt betroffene Unternehmen) sowie alle Unternehmen, die nachweislich und regelmäßig 80% ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen (indirekt betroffene Unternehmen).

Wie sieht die Förderung aus?
Die Novemberhilfe gewährt für jede Woche der Schließung einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 75% des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes, welcher im November 2019 erzielt wurde.
Soloselbstständige können als Vergleichsumsatz auch alternativ zum wöchentlichen Umsatz im November 2019 den durchschnittlichen Wochenumsatz im Jahre 2019 zugrunde liegen. Bei Neugründungen, welche nach dem 31.Oktober 2019 gegründet haben, kann der durchschnittliche Wochenumsatz im Oktober 2020 oder der durchschnittliche Wochenumsatz seit der Gründung als Vergleichsumsatz gewählt werden.

Ist ein Unternehmen antragsberechtigt, das im November bereits andere Hilfen erhält oder noch Umsätze erzielt?
Grundsätzlich ja. Werden bereits andere stattliche Leistungen – wie bspw. die Überbrückungshilfe oder Kurzarbeitergeld – im November 2020 bezogen, werden diese auf den Leistungsanspruch der Novemberhilfen angerechnet.
Kann ein Unternehmen trotz der grundsätzlichen Schließung Umsätze erzielen, werden diese bis zu einer Höhe von 25% des Vergleichsumsatzes nicht angerechnet. Bei Umsätzen, die diesen Wert übersteigen, erfolgt eine entsprechende Anrechnung. So soll eine Überförderung von mehr als 100% des Vergleichsumsatzes vermieden werden.

Wie wird der Außerhausverkaufs bei Restaurants auf die Hilfen angerechnet?
Für Restaurants, welche Speisen im Außerhausverkauf anbieten, gilt eine Sonderregelung. Hier wird die Umsatzerstattung auf 75 Prozent der Umsätze im Vergleichszeitraum 2019 auf diejenigen Umsätze begrenzt, die dem vollen Mehrwertsteuersatz unterliegen, also die im Restaurant verzehrten Speisen. Damit werden die Umsätze des Außerhausverkaufs – für die der reduzierte Mehrwertsteuersatz gilt – herausgerechnet. Im Gegenzug werden diese Umsätze des Außerhausverkaufs während der Schließungen von der Umsatzanrechnung ausgenommen, um eine Ausweitung dieses Geschäfts zu begünstigen.
Beispiel für ein Restaurant mit Außerhausverkauf: Eine Pizzeria hatte im November 2019 8.000 Euro Umsatz durch Verzehr im Restaurant und 2.000 Euro durch Außerhausverkauf. Sie erhält daher 6.000 Euro Novemberhilfe (75 Prozent von 8.000 Euro), d. h. zunächst etwas weniger als andere Branchen (75 Prozent des Vergleichsumsatzes). Dafür kann die Pizzeria im November 2020 deutlich mehr als die allgemein zulässigen 2.500 Euro (25 Prozent von 10.000 Euro) an Umsatz mit Lieferdiensten erzielen, ohne dass eine Kürzung der Förderung erfolgt.

Wie werden die Novemberhilfen beantragt?
Wie auch bei den Überbrückungshilfen wird der Antrag durch einen Steuerberater/in oder Wirtschaftsprüfer/in gestellt. Die Antragstellung erfolgt online und soll in den nächsten Wochen über die IT-Plattform der Überbrückungshilfen möglich sein.