Überbrückungshilfen Phase III (Antragstellung ab Januar 2021)

Unternehmen, Soloselbstständige, Freiberufler mit einem Jahresumsatz bis 500Mio. Euro im Jahr 2020 sind antragsberechtigt.  Die Überbrückungshilfen Phase III greifen für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021, wenn folgende Voraussetzungen alternativ im Jahr 2020 oder im Jahr 2021 erfüllt sind:

Im Jahr 2020:

  • Umsatzrückgänge im Zeitraum April bis Dezember 2020
    • Umsatzrückgänge von mind. 50% in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum von April bis Dezember 2020 (im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum in 2019)
      oder
    • Umsatzrückgänge von durchschnittlich mind. 30% im Zeitraum von April bis Dezember 2020 (im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum in 2019)

oder

  • Direkt von Schließungen im Dezember betroffen
    Von den Schließungen im Dezember (MPK-Beschluss vom 13.12.2020) direkt oder indirekt betroffen und Umsatzrückgang von mind. 30% (bspw. Friseursalons, Einzelhandel,). In diesem Fall erhalten Sie für den Monat Dezember 2020 rückwirkend einen Fixkostenzuschuss (max. 500.000 Euro). Diese Regelung gilt für Unternehmen aller Branchen, die nicht direkt oder indirekt von bundesweiten Schließungen betroffen sind.

oder

  • Nicht von den Schließungen im November/Dezember betroffen
    Umsatzrückgänge von mind. 40% im November und/oder Dezember 2020, aber nicht direkt oder indirekt von den Schließungen im November/Dezember betroffen. In diesem Fall (November/Dezemberhilfen wurden nicht beantragt) erhalten Sie für den jeweiligen Monat November und/oder Dezember 2020 rückwirkend einen Fixkostenzuschuss (max. 200.000 Euro pro Monat). Diese Regelung gilt für Unternehmen aller Branchen, die nicht direkt oder indirekt von bundesweiten Schließungen betroffen sind.

Im Jahr 2021:

  • Von Schließungen direkt und indirekt betroffene Unternehmen
    In einem Monat von Januar bis Juni 2021 von Schließungen eines MPK-Beschlusses indirekt oder direkt betroffen und Umsatzrückgänge von mind. 30%. In diesem Fall erhalten sie für jeden Monat mit bundesweiten Schließungen einen Fixkostenzuschuss (max. 500.000 Euro/Schließungsmonat, davon Abschlagszahlungen max. 50.000 Euro). Diese Regelung steht Unternehmen aller Branchen offen, die direkt oder indirekt von bundesweiten Schließungen betroffen sind.

oder

  • Von Schließungen nicht betroffene Unternehmen
    In einem Monat von Januar bis Juni 2021 mind. 40% Umsatzrückgang im Schließungsmonat aufweisen (angeordnete Schließungen durch MPK-Beschluss), aber nicht direkt oder indirekt betroffen sind. In diesem Fall erhalten Sie für jeden Schließungsmonat einen Fixkostenzuschuss (max. 200.000/Schließungsmonat). Diese Regelung steht Unternehmen aller Branchen offen, die nicht direkt oder indirekt von den Schließungen betroffen sind.

Als direkt betroffen gelten alle Unternehmen, die auf Grundlage der erlassenen Schließungs-verordnungen der Länder in Folge eines Beschlusses der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder den Geschäftsbetrieb einstellen mussten. Indirekt von den bundesweiten Schließungen betroffene Unternehmen sind jene Unternehmen, die mind. 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt betroffenen Unternehmen erzielen.

Wie ist die Förderung aufgebaut und was wird gefördert?

Sofern unter den Antragsvoraussetzungen nichts anders genannt ist, gilt, dass Zuschüsse zu den monatlichen betrieblichen Fixkosten abhängig von der Höhe des Umsatzrückgangs gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2019 erstattet werden:

  • Umsatzeinbruch mehr als 70 Prozent: Es werden bis zu 90 Prozent der monatl. Fixkosten erstattet.
  • Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent bis 70 Prozent: Es werden bis zu 60 Prozent der monatl. Fixkosten erstattet.
  • Umsatzeinbruch zwischen 30 Prozent bis 50 Prozent: Es werden bis zu 40 Prozent der monatl. Fixkosten erstattet.

Soloselbstständige können alternativ zur Fixkostenerstattung für den Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021 eine einmalige Betriebskostenpauschale – „Neustarthilfe“ – in Höhe von 25 Prozent des Vergleichsumsatzes im Jahr 2019 bis max. 5.000 Euro bekommen.

Für junge Unternehmen, die zwischen dem 1.08.2019 und 30.04.2020 gegründet worden sind, gilt als Vergleichszeitraum für Umsatzverluste das dritte Quartal 2020. Für den spezifischen Zugang zur Unterstützung für November bzw. Dezember 2020 können solche jungen Unternehmen als Vergleichsumsatz den Monatsumsatz im Oktober 2020 oder den monatlichen Durchschnittsumsatz seit Gründung in Ansatz bringen.

Zu den Kosten, die erstattet werden können, zählen bspw. Mieten und Pachten, Finanzierungskosten, Marketing- und Werbekosen, bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen für Hygienemaßnahmen bis zu 20.000 Euro sowie Abschreibungen bis zu einer Höhe von 50%.

Wie sieht das Antragsverfahren aus?

Das Antragsverfahren erfolgt gleichlaufend zum Antragsverfahren der Überbrückungshilfen II sowie den November- und Dezemberhilfen über die Überbrückungshilfe-Plattform. Die Anträge sind online über einen Steuerberater/in oder Wirtschaftsprüfer/in zu stellen. Eine Ausnahme gilt für Soloselbstständige, welche die Neustarthilfe (einmalig max. 5.000 Euro) beantragen. Sie können direkt Anträge stellen und dazu das von der Steuererklärung bekannte ELSTER-Zertifikat nutzen.

Über Updates zu den Überbrückungshilfen informieren wir Sie gerne auf unseren Seiten. Weiterführende Informationen finden Sie auf den Seiten des Wirtschaftsministeriums. Ein FAQ zu den neuen Hilfen sowie weitere Informationen zum Antragsverfahren erhalten Sie hier.