Kinder der Leoschule mit Norbert Jurczyk (stellv. Leiter Amt für Verkehrsangelegenheiten), Marion Amandi (Schulleiterin), Mike Schween (Verkehrssicherheitsberater), Hans-Peter Clasen (Bezirksbeamter).
Kinder der Leoschule mit Norbert Jurczyk (stellv. Leiter Amt für Verkehrsangelegenheiten), Marion Amandi (Schulleiterin), Mike Schween (Verkehrssicherheitsberater), Hans-Peter Clasen (Bezirksbeamter).

Erste Elternhaltestelle Neuss

Die Neusser Leoschule hat am Nordbad die erste Zone für einen „Hol- und Bringdienst“ für Eltern eingerichtet.

Kinder der Leoschule mit Norbert Jurczyk (stellv. Leiter Amt für Verkehrsangelegenheiten), Marion Amandi (Schulleiterin), Mike Schween (Verkehrssicherheitsberater), Hans-Peter Clasen (Bezirksbeamter).

 Reservierte Plätze für „Elterntaxis“ – das gibt es jetzt auf dem Parkplatz des Nordparkbades. Hier können die Kinder der Leoschule sicher ein- und aussteigen. Diese so genannte „Elternhaltestelle“ ist die erste ihrer Art in Neuss und soll als Vorbild für weitere Einrichtungen dienen, mit dem Ziel, unnötiges Verkehrsaufkommen vor Schulen zu vermeiden.

Alternative Halteplätze ansteuern

Schulleiterin Marion Amandi ist zuversichtlich, dass die Eltern künftig ihr Auto an der „Elternhaltestelle“ parken und ihre Kinder die letzten 100 Meter zu Fuß zur Schule laufen lassen. Jedenfalls ist die Neuheit schon an den ersten Tagen von vielen Eltern positiv angenommen worden. Amandi freut sich, denn sie versucht schon lange, ein Gefahren-Bewusstsein bei den Eltern zu schaffen: „Jahrelang habe ich Infobriefe geschrieben, morgens zusammen mit Kolleginnen und Kollegen im Bringverkehr die Eltern angesprochen, auf alternative Halteplätze hingewiesen und sogar Pöller vor der Schule angebracht. Doch das alles hat in der Vergangenheit leider recht wenig gebracht.“ Schild-Bitte hier halten!.JPG

Ein Umdenken bei Eltern erreichen

Das Problem verursachen die Eltern mit ihren „Elterntaxis“ selbst, wenn sie ihre Sprösslinge mit dem Auto zur Schule bringen oder von dort abholen - und zwar in allen Neusser Stadtgebieten. Auf diese Weise entstehen im unmittelbaren Schulbereich vermeidbare Gefahrensituationen. Schulkinder können nicht sicher auf dem Bürgersteig gehen oder gar die Fahrbahn überqueren. Durch verbotswidriges Halten und riskante Wendemanöver gefährden sie die Kinder, die zu Fuß unterwegs sind. 

Verkehrsexperten der Stadt haben sich eingeschaltet

Norbert Jurczyk, stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehrsangelegenheiten, zeigt dabei sogar ein gewisses Verständnis für die Eltern: „Der Zeitdruck morgens ist für viele Eltern enorm! Wenn beide Elternteile berufstätig sind, geht es oft am Morgen um jede Minute. Dann werden die Kinder auf dem Weg ins Büro einer nach dem anderem direkt an der Schule abgeliefert und weiter geht’s.“ Doch Jurczyk betont auch, dass die Stadt hier sensibilisieren will. Eltern würden durch den morgendlichen Stress nämlich oft gar nicht darüber nachdenken, dass sie ihre Kinder vielleicht auch an einer Straßenecke vorher schon rauslassen könnten. Auch Mike Schween, Polizeibeamter für Verkehrserziehung an Schulen und Kindergärten, erklärt bei jeder Gelegenheit, dass der Fußweg zur Schule ein entscheidender Beitrag zur Selbstständigkeit und Gesundheitserziehung für die Kinder ist. Frische Luft, Bewegung und ein kleines Schwätzchen vor Schulbeginn mache wach und helfe auch beim Lernen. Und an der Leoschule sei der Fußweg von der „Hol- und Bringzone“ absolut sicher und sogar LED-beleuchtet.Hol- und Bringzone Leoschule.JPG

Projekt für ein Jahr auf Probe

Das Experiment „Elternhaltestelle“ an der Leoschule geht erstmal ein Jahr lang, immer werktags von 7 bis 16 Uhr – ein Gemeinschaftsprojekt von Leoschule, Stadt und Polizei. „Danach wird ausgewertet“, sagt  Norbert Jurczyk vom Amt für Verkehrsangelegenheiten. Darüber hinaus kann er sich vorstellen, ähnliche Lösungen für andere Schulen zu finden. Eine Idee ist zum Beispiel auch, Kooperationen mit Supermarktbetreibern einzugehen. Diese könnten etwa ihre Supermarktparkplätze für Eltern öffnen.