Neugestaltung Wendersplatz

90.000 Euro aus Landes-Fördertopf der Städtebauförderung zur Durchführung des Wettbewerbs

Für die Durchführung des Wettbewerbs zur Neugestaltung des Wendersplatzes erhält die Stadt Neuss 90.000 Euro aus dem Fördertopf der Städtebauförderung des Landes NRW. Die besondere städtebauliche Aufgabe und die Zielsetzung, neue urbane Nutzungen für die Allgemeinheit anbieten zu können, hat offenbar das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen überzeugt. Ministerin Ina Scharrenbach betont die Rolle der Städtebauförderung als Impulsgeber für Solidarität und Zusammenhalt. Diesen Aspekt sieht auch Bürgermeister Reiner Breuer: „Solidarität und Zusammenhalt brauchen Räume und Freiräume, das Projekt „Wendersplatz – Der Heimat einen Hafen geben“ soll genau dieses ermöglichen.“

Für die Durchführung des Wettbewerbs werden rund 150.000 Euro veranschlagt. Die Organisation soll das Büro Scheuwens und Wachten übernehmen, das bereits in den gemeinsam mit der Politik durchgeführten Werkstätten zur Entwicklung des Hammfeld-West eingebunden war. Es werden Freiraum-, Verkehrsplaner und gegebenenfalls Objektplaner eingeschaltet. Selbstverständlich wird auch die Öffentlichkeit eingebunden. Hierbei sind Einzelgespräche mit Multiplikatoren wie Handel, Verkehr, Industrie und Politik sowie eine Beteiligung der Bürgerschaft vorgesehen. Die Themen Verkehr und öffentlicher Raum sowie Bebauung und mögliche Nutzungen sollen in Symposien präsentiert und diskutiert werden. In Anbetracht der aktuellen Situation sollen hierfür geeignete Formen und Wege gefunden werden.

Erste Schritte in diese Richtung sollen noch vor der Sommerpause 2020 gegangen werden. Erster Baustein des Planungsverfahrens für den Wendersplatz ist ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb für die öffentlichen Verkehrsflächen und Freianlagen mit einem städtebaulichen Ideenteil für den Wendersplatz. Ein solitärer oder mehrere Baukörper sollen im Übergang zwischen der Innenstadt und dem Freiraum des Rennbahnparks geschaffen werden. Sie und der umgebende Freiraum sollen zu „Ankerplätzen“ für die Bürgerinnen und Bürger werden, die dort einen Nutzungsmix aus publikumsintensiven öffentlichen und/oder kulturellen sowie bürgerschaftlichen Nutzungen mit ergänzenden Dienstleistungen, wie beispielsweise Gastronomie, besuchen können.

Der Wendersplatz ist heute vorwiegend Parkplatz, nur im August jeden Jahres wird er Teil des Schützenfestes. Dabei liegt er an einer prominenten Stelle im Eingangsbereich zur Innenstadt und als wichtiges Bindeglied zwischen dem Hafen, dem Hammfeld mit dem Rennbahnpark und der Neusser City. So hat der Wendersplatz ein hohes städtebauliches Potenzial für eine attraktive Gestaltung mit hohem Wiedererkennungswert und Aufenthaltsqualität. Bereits 2012 hat der Rat der Stadt Neuss den Weg zur städtebaulichen Entwicklung des östlichen Innenstadtrandes geebnet. Bestandteile des damaligen Konzeptes sind bereits umgesetzt und heute als Hafenpromenade, Platz am Romaneum und erste Abschnitte des Stadtmauerwegs erlebbar. Private Investitionen zogen nach mit der Mensa des Marienberg-Gymnasiums und dem Wohnungsbau auf dem ehemaligen Münsterschulareal.

Die Umgestaltung des Wendersplatzes soll nun den Schlusspunkt dieser Entwicklung bilden. Dem einmaligen Standort angemessen sind besonders gute Ideen gefragt. Bürgermeister Reiner Breuer und Planungsdezernent Christoph Hölters haben daher kontinuierlich unter Beteiligung von Politik und Verwaltung, die zukünftige Nutzung und Gestaltung des Wendersplatzes zur Diskussion gestellt. In 2019 konnte dann die Projektidee „Wendersplatz – Der Heimat einen Hafen geben“ in die politische Beratung eingebracht werden. Der Rat der Stadt Neuss hat im Januar des Jahres der Projektidee und dem Weg zur Umsetzung zugestimmt.