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Sostojana
Maler Dimitrij Kozakov vor seinen Werken

Sostojana

Das Kulturforum Alte Post stellt in seiner neuen Ausstellung Werke von Dimitrij Kozakov und Andrej Kokscharow aus.
Maler Dimitrij Kozakov vor seinen Werken

Fotografien zum religiösen Leben in der Stadt Pskow von Andrej Kokscharow zeigt das Kulturforum Alte Post ab Sonntag, 4. Februar 2018. Dazu gesellen sich Bilder der „Nicht Moderne“ als Fenster zu einem geistigen Zustand von Dimitrij Kozakov.
Ein wesentlicher Unterschied der westlichen und östlich-orthodoxen Religion besteht darin, dass die westliche auf Wörtern basiert, die östlich-orthodoxe hingegen auf Bildern. In der orthodoxen Religion lasse sich das „unmittelbare Fühlen und Empfangen von Gott über das Bild herstellen,“ erklärt Kurator Klaus Richter, Fachbereichsleiter der Bildenden Kunst.  

Kultbilder des östlichen Christentums sind Ikonen. Darauf nimmt auch der Titel der Ausstellung Bezug. „Sostojana“ leitet sich von dem russischen Wort „Sostojanije“ ab, zu Deutsch: Bewusstseinszustand. Die Wortneuschöpfung mit der weiblichen Endung „a“ übersetzt der Künstler Kozakov mit „Bewusstseinszustandsschreiberei“. Schreiberei deshalb, da bei der Ikonenmalerei „Ikonen nicht gemalt, sondern geschrieben werden.“

Ikonen sind für die orthodoxe Kirche ein Fenster in die geistliche Welt. Durch eine andere Welt will auch Kozakov den Betrachter seiner abstrakten und überwiegend in Blau gehaltenen Werke blicken lassen. „Die Rahmen sind Bewusstseinsabstufungen. Die äußere schwarze Linie sorgt dafür, dass das Bild sich von der Wand abhebt und an Materialität verliert“, erklärt der Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf.

Dass die Ikone ein Instrument zur Meditation ist, veranschaulichen die Fotografien von Andrej Kokscharow, der als Fotograf am Pskower Akademischen Dramentheater arbeitet.  „Wenn der Mensch in sein Inneres eintaucht, spiegeln sich in seinem Gesicht keine Emotionen wider, der Zustand ist neutral“, so Kozakov. Genau diesen Zustand während religiöser Zeremonien fangen die Fotografien von Kokscharow ein. Entstanden ist die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Städtepartnerschaft zwischen Neuss und Pskow und mit dem Fotoclub der Stadtsparkasse Neuss.

Zum Thema „Ikonen – Leitbilder der Seele“ hält Prof. Dr. Sabine Bobert, Professorin am Institut für Praktische Theologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, am Freitag, 16. Februar 2018, 19 Uhr, einen Vortrag im Kulturforum Alte Post. Der Eintritt dazu ist frei.

Die Ausstellung bis noch Sonntag, 11. März 2018, in der Alten Post zu sehen.

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