Bundesjugendballett Hamburg, Foto: Silvano Ballone
Bundesjugendballett Hamburg, Foto: Silvano Ballone

Internationale Tanzwochen

Der Einzelkartenvorverkauf für die Internationalen Tanzwochen 2018/2019 startet am 3. September 2018, Abos können bis zum 6. August bestellt werden.

Bundesjugendballett Hamburg, Foto: Silvano Ballone

Gegründet 1983 mit der Idee „ein Forum des internationalen, zeitgenössischen Tanzgeschehens in aktuellen Choreographien und Inszenierungen zu bilden“, charakterisiert der künstlerische Leiter Dr. Rainer Wiertz die Internationalen Tanzwochen Neuss. Auch in ihrer kommenden Saison werden sie ihrem Namen und somit den höchsten Ansprüchen gerecht: Kompanien aus Hamburg, London, Dundee, New York und San Francisco, Choreographinnen und Choreographen aus Jamaika, Israel, Belgien, Großbritannien und den USA sowie Musik aus aller Herren Länder, Epochen und Bereichen – das sind die Grundlagen der sechs Veranstaltungen, die vom 5. Oktober bis zum 12. März 2018 in der Stadthalle Neuss, Selikumer Straße 25, einen ästhetisch vielgestaltigen Ausschnitt aus dem modernen Tanzgeschehen vorstellen.

Internationale Tanzwochen 1.jpgDie Spielzeit 2018/19 beginnt am Freitag, 5. Oktober 2018, mit der Londoner Michael Clark Company, die sich erstmals in der Neusser Stadthalle sehen lässt. „To a simple, rock’n’roll ... song“ heißt die dreiteilige Choreographie des Ensemble-Gründers, von der das Publikum im Barbican Centre ebenso begeistert war wie beim Berliner Tanz im August und bei dem Gastspiel, das die virtuose Truppe nach Australien führte. Die spürbare Liebe zum puren, zum abstrakten Tanz manifestiert sich an diesem Abend zur Musik von Erik Satie („Ogives“ = Spitzbögen) und Patti Smith („Land“) sowie in einer mitreißenden Hommage an David Bowie.

Am Samstag, 24. November 2018, gibt es ein Wiedersehen mit dem großartigen Ailey II. Die soeben abgeschlossene Frühjahrs-Saison des jungen Ensembles war ein einziger Triumphzug über die Bühne des eigenen Ailey Citigroup Theater, und dieser wird sich in Neuss zweifellos fortsetzen, denn das Programm ist überaus sehenswert. Die jamaikanische Choreographin Renee I. McDonald beschreibt in „Breaking Point“ mit intensiven Ausdrucksmitteln das menschliche Ringen um Wünsche und Ziele; der aus Atlanta stammende Juel D. Lane geht in „Touch & Agree“ mit einer Mischung aus Hip-Hop, afrikanischem und modernem Tanz dem Thema Liebe nach; und Darrell Grand Moultrie aus Harlem berührt uns in „Road to One“, wenn er seine Tänzer auf eine energiegeladene Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens schickt.

Eigene Choreographien präsentiert das Hamburger Bundesjugendballet am Dienstag, den 11. Dezember. Das junge Ensemble interpretiert zunächst Igor Strawinskys Dumbarton Oaks, eine der kostbaren neobarocken Partituren des facettenreichen Komponisten, der als Meister des großen Balletts immer eine erste Wahl ist. Darauf folgt das beinahe 45 minütige „BJB Songbook: What We Call Growing Up“ – ein bunter Bilderbogen über das Erwachsenwerden, der von Songs aus den letzten sechzig Jahren „live“ begleitet wird.

Am Donnerstag, 24. Januar 2019, begrüßen die Tanzwochen das neue Jahr mit einem Besuch des Scottish Dance Theatre aus Dundee am Tay. Zwei große Choreographien bilden das Programm des Abends: Der in Belgien lebende Slowake Anton Lachky versammelt seine „Dreamers“ in einem vergnüglichen, witzigen Versuch, aus anscheinend sinnlosen Dingen etwas Sinnvolles zu machen und zur Musik von Johann Sebastian Bach bis Giuseppe Verdi die schmale Grenze zwischen Realität und Surrealität zu überqueren. Ganz anders dann der „Process Day“ des israelischen Duos Sharon Eyal – Gai Behar: Androgyne Wesen der Nacht huschen und gleiten umher, indessen beinahe hypnotisch repetitive, futuristische Techno-Sounds und die Klänge des Komponisten Ori Lichtik auf eine Trance zusteuern.
Danach ein markanter Szenenwechsel: Am Donnerstag, den 21. Februar, kommt das Alonzo King Lines Ballet aus San Francisco nach Neuss, und wieder wird die Kompanie von dem indischen Tabla-Virtuosen Zakir Hussain begleitet, mit dem sie bereits vor elf Jahren bei den Internationalen Tanzwochen gastierte. Wie schon in dem damals gefeierten „RASA“ gelingt es Alonzo King auch in seiner neuen Choreographie „Sutra“, die beiden Hemisphären miteinander zu einem funkensprühenden, mitreißenden East meets West zu verschmelzen.
Internationale Tanzwochen 2.jpgDie Spielzeit endet am Dienstag, 12. März 2019, mit einem Abend der Paul Taylor Dance Company aus New York, die dem „west-östlichen Treffen“ eine panamerikanische Begegnung folgen läßt. Der Auftakt, Taylors „Piazzolla Caldera“ aus dem Jahre 1997, überträgt den sinnlichen Tango in die Regionen des Modern Dance, ohne dass etwas von der ebenso unverwechselbaren wie unwiderstehlichen Anziehungskraft des einstmals verruchten Tanzes verloren ginge, im Gegenteil: „Dynamite!“ schwärmte die Huffington Post von der dramatischen „tour-de-force“ und ihrer exquisiten Realisation. Eine zweite Choreographie mit dem Titel „Half Life“ stammt von dem 1951 geborenen, vielfach ausgezeichneten Amerikaner Doug Varone, der über seine im März 2018 uraufgeführte Arbeit nicht viel mehr als die Namen der Komponistin Julia Wolfe, des Beleuchters James Ingalls und der Kostümbilderin Liz Prince verrät: „Der Tanz schließt sich Wolfes Musik strukturell sehr genau an, indem ich ständig die Optik veränderte, um dem klingenden Drive der Partitur zu entsprechen. Und die Zusammenarbeit mit den Taylor-Tänzern war erstaunlich! Hoffentlich finden Sie Zeit, das anzusehen!“ Diesem Wunsch ist nichts hinzuzufügen: Wir sehen uns bei den Internationalen Tanzwochen.

Abonnements können bis zum 6. August 2018 beim Kulturamt Neuss, Oberstr. 17, 41460 Neuss schriftlich bestellt werden. Der Einzelkartenvorverkauf beginnt am 3. September 2018. Tickets können über die Karten Hotline unter 02131/526 999 99 oder über das Internet unter www.tanzwochen.de bestellt werden (zuzüglich Versandkosten und zwölf Prozent Vorverkaufsgebühr).

DAS PROGRAMM
2018/2019
Freitag, 5. Oktober 2018, 20 Uhr
Michael Clark Company, London

Samstag, 24. November 2018, 20 Uhr
Ailey II, New York

Dienstag, 11. Dezember 2018, 20 Uhr
Bundesjugendballett, Hamburg

Donnerstag, 24. Januar 2019, 20 Uhr
Scottish Dance Theatre, Dundee

Donnerstag, 21. Februar 2019, 20 Uhr
Alonzo King Lines Ballet, San Francisco
Dienstag, 12. März 2019, 20 Uhr
Paul Taylor Dance Company, New York

Fotoangaben
1: Michael Clark Company, Foto: Hugo Glendinning
2: Paul Taylor Dance Company, Foto: Paul B. Goode