Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen

Neue finanzielle Hilfen von Land und Bund + Einmal-Zuschuss für Solo-Selbstständige, Freiberufler und im Unternehmen tätige Inhaber von Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit bis zu 50 Mitarbeiter

Mit den NRW-Soforthilfen haben Bund und Land zu Beginn des Lockdown betroffene Unternehmen schnell und unbürokratisch unterstützt. Auch wenn viele Beschränkungen mittlerweile gelockert wurden, ist der Geschäftsbetrieb bei vielen Unternehmen immer noch ganz oder teilweise eingeschränkt und die Umsatzeinbrüche erheblich. Mit neuen finanziellen Hilfen möchte die Bundesregierung nun kleine und mittelständische Betriebe, welche unmittelbar oder mittelbar durch die bestehenden Corona-Auflagen oder Schließungen betroffen sind, weiterhin unterstützen und so ein Fortbestehen sichern. Das Fördervolumen des Programms umfasst 25 Mrd. Euro.

Wer ist antragsberechtigt?

Kleine und mittelständische Unternehmen, Freiberufler und Solo-Selbstständige (im Haupterwerb) sowie gemeinnützige Unternehmen und Organisation aus allen Wirtschaftsbereichen, deren Geschäftstätigkeit durch die Corona-Pandemie vollständig oder zu wesentlichen Teilen eingestellt wurde. Diese Betroffenheit wird angenommen, wenn in den Monaten April und Mai 2020 der Umsatz zusammengenommen um mind. 60% gegenüber den Monaten April und Mai 2019 eingebrochen ist. Zudem darf sich das antragstellende Unternehmen bis zum 31.12.2019 noch nicht in Schwierigkeiten befunden haben (gemäß EU-Definition).

Wie ist die Förderung aufgebaut und was wird gefördert?

Die Überbrückungshilfen laufen für die Monate Juni bis August 2020 und erstatten einen Anteil der Fixkosten (wie bspw. Leasingraten, Ausgaben für Strom/Wasser/Heizung, Versicherungen, Mieten), abhängig von dem jeweiligen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat:

  • 80% der Fixkosten bei mehr als 70% Umsatzeinbruch
  • 50% der Fixkosten bei 50% bis 70% Umsatzeinbruch
  • 40% der Fixkosten bei 40% bis unter 50% Umsatzeinbruch

Die Fixkosten müssen vor dem 01.03.2020 begründet sein. Bei Unternehmensgründungen zwischen April 2019 und Oktober 2019, werden für die Umsatzbetrachtung die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich herangezogen.

Die maximale Förderhöhe beträgt 50.000€ für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 3.000 Euro pro Monat für maximal drei Monate, bei Unternehmen bis zu zehn Beschäftigten 5.000 Euro pro Monat für maximal drei Monate. Eine Überkompensation muss zurückgezahlt werden. In begründeten Ausnahmefällen können diese maximalen Erstattungsbeiträge bei Unternehmen von bis zu fünf und bis zu zehn Mitarbeitern abweichen. Weiterführende Informationen zu diesen Ausnahmeregelungen sowie ein anschauliches Beispiel finden Sie auf den Seiten des Wirtschaftsministeriums .

Wie sieht das Antragsverfahren aus?

Das Antragsverfahren ist in zwei Stufen aufgebaut. In der ersten Stufe sind die Antragsvoraussetzungen für diese Förderung, der Umsatzeinbruch sowie die Höhe der erstattungsfähigen Fixkosten glaubhaft darzustellen – mit Hilfe eines Steuerberaters oder Wirtschaftsprüfers. Im zweiten Schritt folgt der nachträgliche Nachweis, dieser ist ebenfalls mit Hilfe eines Steuerberaters/Wirtschaftsprüfers mit entsprechenden Belegen zu erbringen. Anträge können ab dem 10.07.2020 hier online gestellt werden.

Sind die NRW-Soforthilfen und die Überbrückungshilfen kombinierbar?

Unternehmen, die bereits die Soforthilfe-NRW in Anspruch genommen haben, aber weiter von Umsatzausfällen im oben genannten Umfang betroffen sind, sind erneut antragsberechtigt. Bei einer zeitlichen Überschneidung von den NRW-Soforthilfen und der Überbrückungshilfe erfolgt eine anteilige Anrechnung der Soforthilfe. Fixkosten können nur einmal erstattet werden. Eine entsprechende Selbsterklärung ist von den Unternehmen bei Antragstellung abzugeben.

Was sind die Überbrückungshilfen Plus?

Für Solo-Selbstständige, Freiberufler und im Unternehmen tätige Inhaber von Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit bis zu 50 Mitarbeitern greifen zusätzliche Hilfen. Wie auch schon bei den Soforthilfen, so wird auch bei den Überbrückungshilfen kein Zuschuss zum entgangenen Unternehmerlohn geleistet. Stattdessen wurde auf die Grundsicherung für Solo-Selbstständige verwiesen. Mit der Überbrückungshilfe Plus wird der oben genannten Gruppe nun eine einmalige Zahlung in Höhe von 1.000€ pro Monat für maximal drei Monate gezahlt. Diese Zahlung stellt einen fiktiven Unternehmerlohn dar und wird aus den Mitteln des Landes NRW finanziert. Die Antragsvoraussetzungen sind gleichlaufend mit den Antragsvoraussetzungen für die Überbrückungshilfen. Eine gleichzeitige Inanspruchnahme dieser zusätzlichen Hilfen mit Arbeitslosengeld II-Leistungen ist nicht möglich. Eine Antragstellung ist aktuell noch nicht möglich. Die finalen Abstimmungen laufen derzeit unter Hochdruck. Das Programm soll zusammen mit der Überbrückungshilfe starten.

 

Über Updates zu den Überbrückungshilfen informieren wir Sie gerne auf unseren Seiten. Weiterführende Informationen finden Sie auf den Seiten des Wirtschaftsministeriums . Ein FAQ zu den neuen Hilfen sowie weitere Informationen zum Antragsverfahren erhalten Sie hier.