Stadtwappen Neuss
Historisch

Obertorkapelle

Obertorkapelle

Lady Chapel at the Upper Gate

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Denkmal

Eine der Gottesmutter Maria geweihte Kapelle am Obertor gab es wahrscheinlich schon seit dem 13. Jahrhundert. Als erster Nachweis ihrer Existenz wird oftmals die Chronik des Stadtschreibers Christian Wierstraet aus der Zeit der Belagerung durch Karl den Kühnen 1474/75 herangezogen, in der von einer Bittprozession der Neusser zum Obertor berichtet wird: Als der Bürgermeister hier zur Gottesmutter Maria um die Errettung von Neuss betete, flogen Kanonenkugeln mit Nachrichten der kaiserlichen Truppen in die Stadt, die die baldige Befreiung von Neuss ankündigten.

1712/13 wurde der alte Tuffsteinbau wegen Baufälligkeit niedergelegt und durch die heutige Backsteinkirche ersetzt. Nach Auflösung der Liebfrauen-Bruderschaft, in deren Obhut sich die Kapelle bis dahin befunden hatte, ging sie in der Zeit der französischen Besatzung um 1803 auf die Stadt über. 1865 erwarben die Augustinerinnen die Kapelle und das angrenzende Haus. Sie nutzten das sogenannte Obertorkloster bis ins 20. Jahrhundert für die Krankenpflege, als Hostienbäckerei und Nähschule.

Heute ist die Kapelle in der Obhut der Pfarrgemeinde St. Quirin und wird nur noch gelegentlich für Gottesdienste genutzt. Seit 2008 kümmert sich der Förderverein Obertorkapelle um den Erhalt der Kapelle.

Quellen und Texte: Stadtarchiv Neuss
Grafisches Konzept: Cornelius Uerlichs

Diese Tafel wurde gestiftet vom Förderverein Obertorkapelle Neuss am Rhein

Obertorkapelle

Im Obertor ist eine kleine Kirche.

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Denkmal

So eine kleine Kirche nennt man auch Kapelle.
Früher war die Kapelle aus dem Material Tuffstein.
Später hat man sie mit Backsteinen neugebaut.

Wie alt ist die Obertorkapelle?

Es gibt die Kapelle wohl schon über 700 Jahre.
Aber man weiß nicht genau, wie alt die Kapelle ist.
Christian Wierstraet schreibt als Erster etwas über die Kapelle.
Er schreibt über die Zeit in den Jahren 1474 und 1475:
In der Zeit belagert Karl der Kühne mit seinen Soldaten Neuss.

Belagert heißt:
Die Menschen können nicht aus Neuss raus.
Andere können nicht nach Neuss rein.
Darum gibt es bald nur noch wenig Essen in Neuss.
Der Bürgermeister von Neuss betet in der Kapelle.
Er betet zu Gott, dass die Belagerung aufhört.
Danach bekommt er die Nachricht, dass die Belagerung bald zu Ende ist.

Wer hat die Obertorkapelle genutzt?

Die Kapelle gehört lange Zeit den Mönchen
von der Liebfrauen-Bruderschaft.
Ab dem Jahr 1713 baut man die Kapelle neu.
Die Kapelle ist nun aus Backsteinen.

Die Liebfrauen-Bruderschaft löst sich auf.
Danach gehört die Kapelle der Stadt Neuss.
Im Jahr 1865 kaufen Augustinerinnen das Obertorkloster.
Augustinerinnen sind Nonnen.
Die Kapelle gehört zum Obertorkloster.
So nutzen die Nonnen die Kapelle:

  • Die Nonnen pflegen Kranke.
  • Die Nonnen backen besonderes Brot.
    Die Brote heißen Hostien.
    Man ist Hostien beim Gottesdienst mit Abendmahl.
  • Die Nonnen bringen anderen Menschen das Nähen bei.

Was ist heute in der Obertorkapelle?

Heute gehört die Kapelle zur Pfarrgemeinde Sankt Quirin.
Es sind nur noch wenige Gottesdienste dort.
Seit dem Jahr 2008 gibt es den Förderverein Obertorkapelle.
Der Förderverein kümmert sich darum, dass es die Kapelle weiter gibt.

Die Infos und Texte sind aus dem Stadt-Archiv Neuss.
Cornelius Uerlichs hat das Aussehen von der Info-Tafel geplant.

Der Förderverein Obertorkapelle hat die Tafel bezahlt.

Der Text in Leichter Sprache ist von:
© Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V., 2021.

Obertor Chapel

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Denkmal

There has probably been a chapel dedicated to the Virgin Mary at the Obertor gate since the 13th century. The first evidence of its existence is often taken from the chronicle of the town clerk Christian Wierstraet from the time of the siege by Charles the Bold in 1474/75, in which he describes a procession of Neuss citizens to the Obertor gate: As the mayor prayed to the Blessed Mother Mary for the salvation of Neuss here, cannon balls bearing messages from the imperial troops flew into the city announcing the imminent liberation of Neuss.

In 1712/13, the old tuff stone building was abandoned due to disrepair and replaced by today’s brick church. After the dissolution of the Liebfrauen Brotherhood, in whose care the chapel had been left until then, it was transferred to the city during the French occupation around 1803. In 1865, the Augustinians bought the chapel and the adjoining building. They used the so-called Obertor monastery for nursing, as a wafer bakery and sewing school until the 20th century.

Today, the chapel is in the care of the parish of St. Quirin and is only occasionally used for church services. The Obertor Chapel Friends’ Association has been looking after the chapel since 2008.

Sources and texts: Neuss municipal archives
Graphic design: Cornelius Uerlichs
Translation: A.C.T. Fachübersetzungen GmbH

This plaque was donated by: Förderverein Obertorkapelle Neuss am Rhein

Chapelle de l’Obertor

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Denkmal

Il existait probablement déjà une chapelle dédiée à Marie Sainte Mère de Dieu près de l’Obertor au XIIIe siècle. La chronique de Christian Wierstraet, greffier de la ville, est souvent considérée comme la première preuve de son existence. Datant de l’époque du siège de Charles le Téméraire entre 1474 et 1475, elle rapporte une procession des habitants de Neuss vers l’Obertor : alors que le maire y priait la Vierge Marie pour le salut de Neuss, la ville reçut soudain des boulets de canon portant des messages des troupes impériales annonçant sa libération imminente.

En 1712–1713, l’ancien bâtiment en tuffeau devenu vétuste fut démoli et remplacé par l’église actuelle en brique. Après la dissolution de la confrérie Liebfrauen qui gérait jusqu’alors la chapelle, cette dernière fut donnée à la ville vers 1803 pendant l’occupation française. En 1865, les Augustines récupérèrent la chapelle et le bâtiment attenant. Jusqu’au XXe siècle, elles utilisèrent le monastère de l’Obertor comme centre de soins, manufacture d’hosties et école de couture.

Depuis, la chapelle a été confiée à la paroisse de Saint-Quirin et n’est aujourd’hui utilisée qu’occasionnellement pour des services religieux. Depuis 2008, l’association de la chapelle de l’Obertor s’occupe de préserver la chapelle.

Sources et texte : archives de la ville de Neuss
Conception graphique : Cornelius Uerlichs
traduction en français : A.C.T. Fachübersetzungen GmbH

Cette plaque a été offerte par : Förderverein Obertorkapelle Neuss am Rhein

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