Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung tritt an die Stelle der Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Dritten Kapitel, wenn entweder aus Altersgründen nicht mehr erwartet werden kann, dass die materielle Notlage einer Person durch Ausübung einer Erwerbstätigkeit überwunden wird, oder dies aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht möglich ist.

Anspruch auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung haben

  • Personen, die die Altergrenze erreicht haben.

Personen, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Altersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres.
(Für Personen, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wurde die Altersgrenze angehoben. Wie sich das auswirkt, können Sie der Tabelle am Ende der Seite entnehmen).

  • Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und dauerhaft voll erwerbsgemindert sind,

sofern sie ihren notwendigen Lebensunterhalt nicht ausreichend oder überhaupt nicht aus eigenen Kräften und Mitteln, insbesondere aus ihrem Einkommen und Vermögen, sicherstellen können. Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung setzen also voraus, dass Bedürftigkeit vorliegt.

Die Leistungen der Grundsicherung sind im Vierten Kapitel des SGB XII geregelt. Informationen und Beratung können bei den zuständigen Trägern der Sozialhilfe eingeholt werden. Außerdem sind auch die Rentenversicherungsträger verpflichtet, über die Leistungsvoraussetzungen zu informieren und bei der Antragstellung auf Grundsicherung – insbesondere durch Weiterleitung von Anträgen an den zuständigen Träger der Sozialhilfe – zu helfen.

Was bekommt ein Leistungsberechtigter?

Die Ausgestaltung der Grundsicherung entspricht der Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Dritten Kapitel des SGB XII. Damit gilt seit dem 1. Januar 2005 das neue Regelsatzsystem in vollem Umfang auch für die Grundsicherung.
Ergänzend zum neuen Regelsatzsystem umfasst die Grundsicherung seit dem 1. Januar 2005 auch Leistungen, die bisher nur im Rahmen der Hilfe zum Lebensunterhalt gezahlt wurden. Damit entfallen die so genannten „Mischfälle“, also der gleichzeitige Bezug von Grundsicherung und Hilfe zum Lebensunterhalt bei Grundsicherungsberechtigten außerhalb von Einrichtungen. Bei Vorliegen der Voraussetzungen zahlt somit auch die Grundsicherung die Mehrbedarfszuschläge, etwa für kostenaufwändige Ernährung.

Allerdings sind Unterhaltsansprüche der Leistungsberechtigten gegenüber ihren Kindern und Eltern nicht zu berücksichtigen, es sei denn, deren jährliches Gesamteinkommen beträgt jeweils mehr als 100.000 Euro. Es wird vermutet, dass das Einkommen der unterhaltsverpflichteten Personen diese Jahreseinkommensgrenze nicht überschreitet.


Formular zum Download:


Ansprechpartner

Nähere Auskünfte zu den Grundsicherungsleistungen erteilt Ihnen Ihr Ansprechpartner im Sozialamt:

Stephan Wolf

Telefon: 02131 - 905020
Stephan.Wolf@stadt.neuss.de

Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Seite der Arbeitslosenselbsthilfe. Hier fehlen jedoch Bezüge zu den speziell für Neuss geltenden Bestimmungen wie Zuständigkeiten. Bei detaillierten Fragen setzen Sie sich daher mit dem Sozialamt in Verbindung.

Tabelle Renteneintritt:

Geburtsjahrgang Renteneintritt mit Vollendung Anhebung um Monate
1946 65 Jahre
1947 65 Jahre + 1 Monat 1
1948 65 Jahre + 2 Monate 2
1949 65 Jahre + 3 Monate 3
1950 65 Jahre + 4 Monate 4
1951 65 Jahre + 5 Monate 5
1952 65 Jahre + 6 Monate 6
1953 65 Jahre + 7 Monate 7
1954 65 Jahre + 8 Monate 8
1955 65 Jahre + 9 Monate 9
1956 65 Jahre + 10 Monate 10
1957 65 Jahre + 11 Monate 11
1958 66 Jahre 12
1959 66 Jahre + 2 Monate 14
1960 66 Jahre + 4 Monate 16
1961 66 Jahre + 6 Monate 18
1962 66 Jahre + 8 Monate 20
1963 66 Jahre +10 Monate 22
ab 1964 67 Jahre 24