Amtsgericht
Denkmal
Das Gebäude des heutigen Amtsgerichts wurde 1886 bis 1889 ursprünglich als Königliches Gymnasium errichtet. Regierungsbaumeister Egersdorff entwarf die Pläne der Schule im Stil der Neo-Renaissance. Die Anfänge der höheren Schulbildung in Neuss reichen bis zur Gründung eines Gymnasiums durch die Jesuiten an der Oberstraße im Jahr 1616 zurück. Nach der Auflösung des Ordens übernahmen die Franziskanerobservanten 1783 die Schule. Während der Franzosenzeit erfolgte 1802 die Umwandlung in ein städtisches Collège und der Umzug an den Freithof. Unter preußischer Herrschaft wurde die Schule ein Vollgymnasium und ging 1875 in die Trägerschaft des Staates über, der auch den Neubau an der Breite Straße verantwortete. Die steigenden Schülerzahlen und die marode Substanz des bisher als Schulgebäude genutzten Zeughauses hatten diesen notwendig gemacht.
Noch heute zeugen die Inschriften oberhalb des Portals vom ursprünglichen Zweck des Gebäudes. Der Komplex umfasste das heute als Amtsgericht genutzte Hauptgebäude sowie eine Turnhalle entlang der Kanalstraße. Zentrum des Obergeschosses bildete eine zweigeschossige Aula, die dem Zeitgeist und der humanistischen Prägung des Gymnasiums entsprechend mit den Büsten der deutschen Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. sowie Bismarcks, Moltkes, aber auch Homers, Platos, Goethes, Schillers und Beethovens geschmückt war.
Aufgrund der stetig wachsenden Schülerzahlen musste der Gebäudekomplex bereits ab Mitte der 1920er Jahre immer wieder umgebaut und um Anbauten erweitert werden. 1979 wurde dann der Neubau auf dem Gelände des Erzbischöflichen Konvikts ebenfalls an der Breite Straße realisiert. Das alte Gebäude ging in die Nutzung des Amtsgerichts über. Dieses hatte sich nach seiner Einrichtung im Jahr 1879 bereits 1892 direkt neben dem Gymnasium befunden. Das Gebäude wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört, der Nachfolgebau wurde später baulich an das ehemalige Schulgebäude angebunden. Das Amtsgericht mit angegliedertem Schöffengericht dient als erste Instanz für die Gemeinden Dormagen, Meerbusch, Korschenbroich, Kaarst und Neuss.
Quellen und Texte: Stadtarchiv Neuss
Diese Tafel wurde gestiftet von: Optimodal Nederland B. V.
Amtsgericht
Bau
Das Gebäude vom Amtsgericht gibt es seit dem Jahr 1889.
Man hat das Gebäude in 3 Jahren gebaut.
Die Pläne für das Gebäude hat der Baumeister Egersdorff gemacht.
Alte Schule
Am Anfang war das Gebäude eine Schule.
Neben der Schule war noch eine Turnhalle.
Die Kinder konnten in der Schule Abitur machen.
So eine Schule heißt Gymnasium.
In Neuss gab es schon vor über 400 Jahren ein Gymnasium.
Das erste Gymnasium in Neuss war in der Oberstraße.
Das Gymnasium musste immer wieder umziehen,
weil es zu klein für die vielen Schüler wurde.
Im Jahr 1889 hat die Stadt dann das Gymnasium gebaut,
in dem heute das Amtsgericht ist.
Das Amtsgericht war seit dem Jahr 1892 in einem anderen Gebäude
neben dem Gymnasium.
Im Zweiten Weltkrieg ging das Gebäude aber kaputt.
Man hat es neu aufgebaut.
Das Gymnasium wurde auch zu klein für die vielen Schüler.
Darum hat die Stadt im Jahr 1979 ein neues Gymnasium
in der Breite Straße gebaut.
Das Amtsgericht hat dann das alte Gebäude vom Gymnasium
dazu bekommen.
Ein Anbau verbindet die beiden Gebäude.
Aula
Über dem Eingang am Amtsgericht steht heute noch,
dass das Gebäude eine Schule war.
Im oberen Stockwerk ist ein großer Raum.
Den größten Raum der früheren Schule nennt man Aula.
In der Aula sind Statuen von Köpfen von wichtigen Leuten.
Dazu gehören:
- die deutschen Kaiser Wilhelm der Erste,
Friedrich der Dritte und Wilhelm der Zweite - Politiker Otto von Bismarck
- Armee-Chef Helmuth von Moltke
- der griechische Dichter Homer
- der griechische Denker Platon
- die Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller
- Komponist Ludwig van Beethoven
Heute
Das Amtsgericht ist das Gericht für die Gemeinden:
- Dormagen
- Meerbusch
- Korschenbroich
- Kaarst
- Neuss
Die Infos und Texte sind aus dem Stadt-Archiv Neuss.
Die Firma Optimodal Nederland B. V. hat die Info-Tafel bezahlt.
Cornelius Uerlichs hat das Aussehen von der Info-Tafel geplant.
Der Text in Leichter Sprache ist von:
© Büro für Leichte Sprache, Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., 2026.
District court
Denkmal
What today serves as the district court was originally built as a royal school between 1886 and 1889. Government architect Egersdorff drafted the plans for the school in the Neo-Renaissance style. Higher education in Neuss was established with the founding of a Gymnasium by the Jesuits on Oberstraße in 1616. After the dissolution of the order, the Order of Observant Friars Minor took over the running of the school in 1783. During the French period, it was converted into a municipal collège and moved to the Freithof in 1802. Under Prussian rule, the school became a Vollgymnasium (fully comprehensive grammar school) and became state-run in 1875. The new building on Breite Straße was constructed during this period. This became necessary due to the increasing number of students and the dilapidated condition of the armoury, which had previously served as the school building.
The inscriptions above the gateway still bear witness to the building’s original purpose. The complex comprised the main building, now used as the district court, and a gymnasium along Kanalstraße. There was a two-storey auditorium at the centre of the upper floor, decorated with busts of the German emperors Wilhelm I, Friedrich III and Wilhelm II, as well as Bismarck, Moltke, Homer, Plato, Goethe, Schiller and Beethoven, in keeping with the spirit of the times and the humanistic character of the school.
The building complex had to be repeatedly remodelled and expanded from the mid-1920s onward due to the steadily growing number of students. In 1979, the new building was constructed on the grounds of the Archbishop’s Seminary, also on Breite Straße. The old building was converted for use as the district court. After its establishment in 1879, the court had already been located directly next to the school in 1892. The building was destroyed in World War II and the successor building was later structurally connected to the former school building. The district court, with its adjoining court of lay assessors, serves as the court of first instance for the municipalities of Dormagen, Meerbusch, Korschenbroich, Kaarst and Neuss.
Sources and texts: Neuss municipal archives
This plaque was donated by: Optimodal Nederland B. V.
Tribunal d’instance
Denkmal
L’édifice qui abrite aujourd’hui le tribunal d’instance fut construit entre 1886 et 1889 afin d’accueillir, à l’origine, un gymnasium royal – le gymnasium étant un établissement d’enseignement secondaire. Le maître d’œuvre au service de l’État Egersdorff conçut les plans de l’école dans le style néo-Renaissance. Les débuts de l’instruction supérieure à Neuss remonte à la fondation, en 1616, d’un gymnasium par les Jésuites situé dans la rue Oberstraße. Après la dissolution de l’ordre, les Franciscains observants reprirent l’école en 1783. Pendant la période française, l’établissement fut transformé en collège municipal en 1802 et transféré au Freithof. Sous la domination prussienne, l’école devint un gymnasium complet (établissement d’enseignement secondaire à cycle long) et passa en 1875 sous la tutelle de l’État, qui fut également responsable de la construction du nouveau bâtiment dans la rue Breite Straße. Face à l’augmentation du nombre d’élèves et à la dégradation du Zeughaus, utilisé jusque-là comme école, la construction d’un nouvel établissement était devenue nécessaire.
Les inscriptions gravées au-dessus du portail témoignent encore aujourd’hui de l’usage d’origine du bâtiment. L’ensemble architectural comprenait le bâtiment principal, aujourd’hui utilisé comme tribunal d’instance, ainsi qu’une salle de sport située le long de la rue Kanalstraße. Au centre de l’étage supérieur se trouvait une aula à deux niveaux, décorée dans l’esprit du temps et selon les idéaux humanistes du gymnasium, avec les bustes des empereurs allemands Guillaume Ier, Frédéric III et Guillaume II, ainsi que ceux de Bismarck, Moltke, mais aussi d’Homère, Platon, Goethe, Schiller et Beethoven.
En raison de l’augmentation constante du nombre d’élèves, l’ensemble des bâtiments dut être régulièrement réaménagé et agrandi par des annexes dès le milieu des années 1920. En 1979, le nouveau bâtiment fut alors construit sur le terrain de l’internat ecclésiastique relevant de l’archevêché, également situé dans la rue Breite Straße. L’ancien bâtiment fut réaffecté à l’usage du tribunal d’instance. Celui-ci, après sa création en 1879, s’était déjà installé en 1892 juste à côté du gymnasium. Le bâtiment fut toutefois détruit pendant la Seconde Guerre mondiale. Le bâtiment de remplacement fut par la suite intégré structurellement à l’ancien édifice scolaire. Le tribunal d’instance, doté d’une chambre correctionnelle composée de juges citoyens (Schöffengericht), constitue la juridiction de première instance pour les communes de Dormagen, Meerbusch, Korschenbroich, Kaarst et Neuss.
Sources et texte : archives de la ville de Neuss
Cette plaque a été offerte par : Optimodal Nederland B. V.
Bilder
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Anbau des Gymnasiums in der Kanalstraße Postkarte, um 1925 -
Blick in die Breite Straße mit Amtsgericht und Gymnasium um 1925 -
Quirinus-Gymnasium Luftbild, um 1965 (Stadtarchiv Neuss) -
Gymnasium an der Breite Straße Postkarte (Auschnitt), um 1900 (Privat) -
Schulklasse des Staatlichen Gymnasiums auf dem Schulhof, 1938 -
Unterricht in der Sexta a, 1935 (Stadtarchiv Neuss)
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Amtsgericht (Quirinusgymnasium)
Neuss Historisch