13.09.2021 - Barrierefreies Angebot der Stadtbibliothek

Signet „Neuss barrierefrei“ verliehen

Ein zentrales Handlungsfeld im Konzept der Stadtbibliothek Neuss ist die gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen. In den vergangenen Jahren wurde dem Ausbau der barrierefreien Angebote deshalb eine hohe Priorität zugewiesen. Neben den barrierefreien Angeboten wurden auch Anpassungen an der räumlichen Gestaltung der Stadtbibliothek vorgenommen, um allen Menschen einen sicheren und einfachen Zugang zur Welt der Bücher und anderen Medien zu ermöglichen. Auch die Website der Stadtbibliothek wurde barrierefrei gestaltet und entspricht damit den Anforderungen von Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz. Der Einrichtung wurde deshalb jetzt in Anwesenheit von Bürgermeister Reiner Breuer das Signet „Neuss barrierefrei“ verliehen.

Für den Erhalt mussten zunächst fünf Grundkriterien erfüllt werden: Neben einem stufenlosen Zugang zur Bibliothek und ausreichend breiten Türen und Bewegungsflächen zählt dazu auch die Markierung von Glastüren oder Stufen und Orientierungsmöglichkeiten für seh- und hörbehinderte Menschen. Darüber hinaus flossen weitere spezifische - auf den Zweck der Einrichtung oder des Gebäudes ausgerichtete - Kriterien wie beispielsweise die personelle Unterstützung für alle Menschen mit Behinderung mit in die Bewertung ein. Die Anforderungen wurden in den vergangenen Jahren sukzessive umgesetzt und führten nun zur Verleihung des Signets.

Im Rahmen des durch das Land NRW geförderten Projektes „Nichts über uns ohne uns!“, einem zentralen Grundsatz der UN-Konvention, wurden in den vergangenen zwei Jahren die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die Barrierefreiheit der Stadtbibliothek zu erhöhen: Der Eingangsbereich mit den beiden schwergängigen Türen wurde durch automatische Drehflügeltüren aufgewertet, die sich bei Annäherung öffnen oder per Tastenbedienung geöffnet werden können. Der nun ebenerdige Boden erleichtert vor allem Rollstuhlfahrenden, geh- oder sehbehinderten Menschen wie auch Eltern mit Kinderwagen den Zutritt. Treppen, Durchgänge, Lesebereiche und Toiletten (im Erdgeschoss barrierefrei) wurden mit farbigen, gut erkennbaren Kontraststreifen deutlicher gekennzeichnet und auch der Aufzug wurde in diesem Jahr durch größere Bedienfelder und eine Sprachansage optimiert. Darüber hinaus wurde die Ausstattung des Veranstaltungsraumes mit einer induktiven Höranlage ausgestattet und Lupenleuchten sowie ein stark vergrößerndes Lesegerät zur Vorortnutzung bereitgestellt. Auch die Bibliotheksausweise wurden variabler gestaltet und können nun auch mit extra großer Schrift beantragt werden.

Die Neusser Stadtbibliothek hielt bereits in den Vorjahren spezielle Services vor, die eine Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen ermöglichen. Hierzu zählen ein Angebot an Büchern in „Leichter Sprache“, Bücher ohne Worte, Hör- und Großdruckbücher sowie die Onleihe. In Zusammenarbeit mit Betroffenen wurde bereits im Jahr 2018 ein Angebotsflyer der Bibliothek sowie ein Konzept für Führungen in einfacher Sprache entwickelt. 2018 und 2019 fand zudem jeweils ein „Tag der Inklusion“ statt, der den Anwesenden auch in Gebärdensprache übersetzt wurde. Der Zeitschriftenbestand wurde um Abos erweitert, die die Belange behinderter Menschen thematisieren. Der vorhandene Bestand an Hörbüchern im DAISY-Format wurde ausgebaut sowie zum Ausleihen und Abspielen zwei DAISY-Player angeschafft, die in regelmäßigen Abständen in Sprechstunden vorgestellt werden. Neu etabliert wurde die monatlich stattfindende Veranstaltungsreihe „Lesen mit Hund“. Hier hilft ein speziell ausgebildeter Therapiehund Kindern mit Leseproblemen, ihre Scheu vor dem lauten Vorlesen zu überwinden. Das langjährig etablierte „Lesebär - Bilderbuchkino“ wurde ebenfalls um zwei Varianten erweitert - eine mit Einsatz eines Gebärdendolmetschers, die andere „ohne Worte“ mit musikalischer Untermalung.

Zur Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden seit 2019 zudem mehrere Fortbildungen angeboten. Hier wurden die Mitarbeitenden in Kooperation mit dem Sozialamt in Workshops beispielsweise in „Leichter Sprache“ oder im Umgang mit seh- und hörbehinderten Menschen sowie Rollstuhlfahrenden geschult.

(Stand: 13.09.2021, Kro)