Kampagne „Auflegen“
Die Stadt Neuss und Kreispolizeibehörde stärken den Schutz älterer Menschen vor Betrugsmaschen wie dem „Enkeltrick“ und sogenannten „Schockanrufen“. Über die Lotsenpunkte im Neusser Stadtgebiet werden Seniorinnen und Senioren nun schnell und zielgerichtet informiert.
Betrugsdelikte zum Nachteil älterer Menschen nehmen weiter zu. Besonders perfide sind Telefonmaschen wie der „Enkeltrick“, Anrufe „falscher Polizeibeamter“ oder sogenannte „Schockanrufe“. Die Täter nutzen gezielt Vertrauen, Hilfsbereitschaft und häufig auch Einsamkeit aus. Auch im Rhein-Kreis Neuss verzeichnet die Polizei jährlich zahlreiche Fälle – mit steigender Tendenz. Die Stadt Neuss und die Kreispolizeibehörde setzen daher verstärkt auf gemeinsame Präventionsarbeit.
Im Mittelpunkt steht die Kampagne „Auflegen“, die 2024 mit Unterstützung prominenter Persönlichkeiten aus dem Rhein-Kreis Neuss ins Leben gerufen wurde. Horst Lichter, Wolfram Kons, Rita Süßmuth, Nici Kempermann, Sören Steinhaus und die Räuber appellieren eindringlich: Wer am Telefon unter Druck gesetzt wird, legt sofort auf. Denn Polizei, Banken, Behörden und seriöse Organisationen fordern niemals Geld, Schmuck oder persönliche Daten am Telefon.
Gezielte Informationen über Lotsenpunkte
Eine Schlüsselfunktion in der lokalen Umsetzung übernimmt die städtische Seniorenbeauftragte Gudrun Jüttner. Sie stellt sicher, dass Informationsmaterialien wie Plakate und Postkarten schnell und zielgerichtet dorthin gelangen, wo ältere Menschen erreichbar sind. Über die Lotsenpunkte in der Stadt – wohnortnahe Anlaufstellen für Seniorinnen und Senioren – werden Materialien verteilt und persönliche Beratung angeboten.
Auch die Polizei im Rhein-Kreis Neuss unterstreicht: Echte Notfälle werden niemals telefonisch geklärt, und die Polizei fordert grundsätzlich kein Geld. Informationsveranstaltungen, Präventionsvorträge und individuelle Beratungen gehören zu ihrem regelmäßigen Angebot. Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Neuss und den Lotsenpunkten ermöglicht es, viele Bürgerinnen und Bürger wirksam zu sensibilisieren.
Worauf ältere Menschen besonders achten sollten:
• Keine persönlichen Daten oder Kontoinformationen am Telefon weitergeben
• Kein Geld oder Schmuck an Unbekannte aushändigen
• Bei Unsicherheit das Gespräch sofort beenden und selbst bei bekannten Nummern zurückrufen
• Familienmitglieder über aktuelle Betrugsmaschen informieren
Die Kampagne „Auflegen“ setzt genau hier an: Sie ermutigt ältere Menschen, im Zweifel lieber unhöflich zu wirken, als auf professionelle Betrüger hereinzufallen. Gute Information ist der wirksamste Schutz. Stadt Neuss und Polizei rufen daher Angehörige, Nachbarschaft und Freundeskreise auf, das Thema aktiv anzusprechen und ältere Menschen im Alltag aufmerksam zu unterstützen.
Neben der Stadt Neuss und den Lotsenpunkten engagieren sich weitere Partner im Rhein-Kreis Neuss für die Maßnahmen der Kampagne „Auflegen“.