Stadt ordnet Situation an der Stadthalle neu
Areal an der Stadthalle wird geschlossen – neue Hilfsangebote schaffen klare Strukturen
Das Areal neben dem Parkplatz an der Stadthalle wird Ende Februar 2026 dauerhaft gesperrt und baulich so abgeriegelt, dass ein weiterer Aufenthalt dort nicht mehr möglich ist. Damit beendet die Stadt Neuss eine seit Jahren belastende Situation, während den Betroffenen zugleich durch neue Hilfsangebote besser geholfen wird.
Hintergrund ist der Verkauf des Grundstücks an die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft e.G. Neuss (GWG). Mit dem Eigentümerwechsel wird das bisher öffentlich zugängliche Gelände zu einem Privatgrundstück. Eine Nutzung durch die Öffentlichkeit ist damit künftig ausgeschlossen. Die GWG beabsichtigt, auf dem Areal Wohnbebauung zu errichten.
Klare Entscheidung: Aufenthalt künftig ausgeschlossen
Trotz kontinuierlicher Präsenz von Polizei, kommunalem Service- und Ordnungsdienst sowie bestehender sozialer Hilfsangebote konnte die Situation vor Ort nur teilweise gelöst werden. Mit der Schließung wird dieser Zustand nun beendet.
Mit der Übergabe an die neue Eigentümerin wird das Gelände dauerhaft gesperrt. Ein Verweilen oder Aufhalten auf dem Areal ist künftig nicht mehr möglich. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine pauschale Verdrängung von Menschen, sondern um eine Neuordnung: Öffentlicher Raum wird entlastet, gleichzeitig bleiben Hilfsangebote für Menschen in schwierigen Lebenssituationen erhalten und werden gezielt weiterentwickelt.
Neues Kontakt Café schafft Voraussetzung für die Schließung
Voraussetzung für die dauerhafte Schließung des Areals an der Stadthalle ist, dass niedrigschwellige Hilfsangebote an anderer Stelle zur Verfügung stehen. Diese Voraussetzung wird nun erfüllt. Am Standort Rheintorstraße 30 entsteht mit dem Kontakt-Café „Beside“ ein neues, niedrigschwelliges Angebot für Menschen mit Suchterkrankungen. Betrieben wird die Einrichtung von den Caritas Sozialdiensten Rhein-Kreis Neuss im Rahmen der kreisweiten Drogenhilfe. Bereits am 10. Februar 2026 werden die Räumlichkeiten im Rahmen eines sogenannten Pre-Openings den Anwohner*innen vorgestellt. Der reguläre Betrieb startet am 18. Februar 2026.
„Für die Stadt Neuss schafft das neue Hilfsangebot als niedrigschwelliger Anlaufpunkt zugleich die Voraussetzung dafür, dass das Areal an der Stadthalle Ende Februar nicht nur geschlossen, sondern auch dauerhaft abgeriegelt werden kann. Hintergrund ist der Verkauf des Grundstücks an die GWG und die geplante Wohnbebauung. Ein weiterer Aufenthalt auf dem Gelände wird damit künftig ausgeschlossen. Die zeitliche Abfolge ist bewusst gewählt: Mit der frühzeitigen Eröffnung des Kontakt-Cafés stellen wir sicher, dass bestehende Hilfsangebote im Rahmen der kreisweiten Drogenhilfe nahtlos zur Verfügung stehen“, betont Bürgermeister Reiner Breuer.
Hilfsangebote werden erweitert
Das Kontakt-Café „Beside“ versteht sich als Angebot der Grundversorgung und Alltagsunterstützung. Besucher*innen finden dort unter anderem Wasch- und Duschmöglichkeiten, eine Mahlzeit sowie Beratungsangebote durch erfahrene Sozialarbeiter*innen. Die Gespräche dienen der Stabilisierung, Entlastung und – wenn gewünscht – der Weitervermittlung in weitere Hilfen. Der Konsum von Drogen ist im Kontakt-Café ebenso wie im unmittelbaren Umfeld untersagt; Drogenkonsumräume gibt es dort nicht. Regelverstöße werden konsequent geahndet.
Darüber hinaus gibt es in Neuss weitere niedrigschwellige Hilfsangebote für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Ein Beispiel sind die Tagesaufenthalte für wohnungslose Menschen. Bereits seit längerer Zeit besteht ein Tagesaufenthalt im Bereich Drususallee/Breite Straße. Ein weiterer Tagesaufenthalt für obdachlose Männer und Frauen wird zeitnah an der Adolf-Flecken-Straße eröffnet.
Ziel dieser Angebote ist es, Menschen in verschiedenen Problemlagen geschützte Räume zu bieten und zugleich den öffentlichen Raum zu entlasten. Die Einrichtungen ermöglichen den Betroffenen Stabilisierung, Beratung und – wo möglich – Perspektiven aus akuten Krisenlagen zu finden.
Sicherheit, Ordnung und Verantwortung
Mit der dauerhaften Sperrung und Abriegelung des Areals setzt die Stadt Neuss ein deutliches Zeichen für Sicherheit, Verantwortung und eine geordnete Stadtentwicklung. Öffentlicher Raum wird geschützt, neue Wohnbebauung ermöglicht und gleichzeitig bleiben konkrete Hilfsangebote für Menschen in schwierigen Lebenslagen bestehen.