Gemeinsame Strategie zum Umgang mit der Drogenszene
Stadt Neuss, Rhein-Kreis Neuss und Kreispolizeibehörde entwickeln gemeinsam konkrete Maßnahmen
Die Stadt Neuss wird mit dem Rhein-Kreis Neuss und der Kreispolizeibehörde eine gemeimsame Strategie für den „Umgang mit der offenen Drogenszene in der Neusser Innenstadt“ verfolgen. Diesem Vorschlag der Verwaltung haben die Mitglieder des Haupt-, Sicherheits- und Gleichstellungsausschusses sowie des Ausschusses für Soziales und Inklusion der Stadt Neuss in einer gemeinsamen Sitzung am gestrigen Dienstag, 29. September 2026, einstimmig zugestimmt. Die Strategie soll konkrete Maßnahmen enthalten, wie bestehende Probleme durch die offene Drogenszene in der Neusser Innenstadt bestmöglich gelöst werden können. So soll eine sichere, saubere und lebendige Innenstadt gesichert werden, ohne die Situation der suchtkranken Menschen zu vernachlässigen.
Die drei Akteure machten im Laufe der Sitzung immer wieder deutlich, dass Problemen mit der Drogenszene nur durch eine Kombination von Hilfsangeboten für drogenabhängige Menschen und konsequenter Durchsetzung von Recht und Gesetz begegnet werden kann. So wird ein Umfeld geschaffen, in dem Hilfe angeboten, aber störendes Verhalten nicht toleriert wird.
Helfen, ahnden, entlasten
Daher wird die Strategie sich an drei wesentlichen Zielen orientieren und konkrete Maßnahmen umfassen, wie diese erreicht werden können:
- Zugang zu Hilfsangeboten: Niederschwellige soziale und medizinische Angebote werden erhalten und erweitert, damit Betroffene schnell Unterstützung erhalten.
- Durchsetzung von Regeln: Ordnungswidrigkeiten und Straftaten werden konsequent, rechtssicher und dokumentiert verfolgt.
- Entlastung des öffentlichen Raums: Die Belastung der Innenstadt, insbesondere im Hauptstraßenzug, soll messbar reduziert werden – so entsteht ein angenehmeres Stadtleben für alle Bürger*innen mit einem gesteigerten Sicherheitsempfinden.
Bereits jetzt setzen die drei Partner Stadt Neuss, Rhein-Kreis Neuss und Kreispolizeibehörde verschiedene Maßnahmen um, häufig auch gemeinsam. Hierzu zählen beispielsweise regelmäßige Streifen von Polizei und Kommunalen Service- und Ordnungsdienst durch die Innenstadt sowie Streeworkangebote und die Anlaufstellen Café Ausblick, Beside und StattRaum, die jeweils von der Caritas im Rhein-Kreis Neuss betrieben werden. An diese bereits erfolgreich etablierten Maßnahmen soll die nun beschlossene Strategie anschließen und die Erkenntnisse und Kompetenzen der verschiedenen Akteure zusammenführen.
Bei der Entwicklung der nun beschlossenen strategischen Zusammenarbeit soll insbesondere auch der Bedarf für Aufenthaltsräume in der Öffentlichkeit und für einen sogenannten Drogenkonsumraum ermittelt werden. Der Betrieb von Drogenkonsumräumen ist eine Maßnahme der öffentlichen Gesundheitshilfe und somit liegt die Zuständigkeit bei der Realisierung eines Drogenkonsumraums in der Stadt Neuss beim Rhein-Kreis-Neuss als zuständiger kommunaler Gesundheitsbehörde. Grundsätzlich sollen Drogenkonsumräume das Leben von suchtkranken Menschen schützen und die Risiken des Drogenkonsums verringern, da hier anwesendes medizinisches Fachpersonal den Konsum überwacht. Gleichzeitig wird der Konsum so von öffentlichen Orten in einen geschützten Raum verlagert, was wiederum die Öffentlichkeit entlastet. Die Auflagen für den Betrieb eines Drogenkonsumraums sind hoch und der Betrieb aufgrund der Vorgaben ressourcenintensiv, daher wird nun zunächst eine intensive Prüfung des Bedarfs erfolgen, um eine Entscheidungsgrundlage dafür zu haben, ob weitere Schritte eingeleitet werden.
Die Strategie zum Umgang mit der Drogenszene werden Stadt Neuss, Rhein-Kreis Neuss und Polizeibehörde gemeinsam mit den politischen Fraktionen erörtern und den zuständigen Gremien im zweiten Quartal 2027 zur Entscheidung vorlegen.