• Audio Guide (Deutsch)
  • Audio Guide (Nüsser Platt) – © Vereinigung der Heimatfreunde Neuss e.V.

Hamtor

Mittelalterliches Stadttor

Das Hamtor – eines der insgesamt fünf mittelalterlichen Stadttore von Neuss – entstand beim Ausbau der Befestigung unter Erzbischof Konrad von Hochstaden Mitte des 13. Jahrhunderts. Der Name des im Mittelalter als „Hant-pforte“ genannten Tores leitet sich wohl vom altdeutschen Hun(t)- ab, das sumpfig-morastige Gebiete bezeichnete. Ein solches befand sich vor dem Hamtor in der Niederung des kleinen Flusses Krur. Das aus wechselnden Lagen von Basalten und Tuffen errichtete zweigeschossige Haustor befand sich zwischen innerem und äußerem Mauerring und teilte sich in zwei Torkammern auf. Der Zugang erfolgte über ein großes Rundbogenportal sowie einen seitlichen Zugang zu einer innenliegenden Treppe. Im Tor wohnte ein Pförtner

Audio Guide (Leichte Sprache)

Hamtor

Ausgang in der Ernte-Zeit

Früher schützten lange Stadt-Mauern die Menschen
in Neuss vor Angriffen.
In den Mauern waren 5 große Stadt-Tore.
Ein Stadt-Tor war das Hamtor.
Es war zwischen der inneren Stadt-Mauer und äußeren Stadt-Mauer.

Das Hamtor war ein Haus mit 2 Stockwerken.
Durch das Haus gingen 2 Wege.
Es gab noch einen Eingang an der Seite.
Das Hamtor war in der Nähe von Feldern und Bauernhöfen.
Darum war es nur in der Ernte-Zeit wichtig:

  • Ernte-Helfer aus der Stadt gingen durch das Tor auf die Felder.
  • Bauern brachten durch das Tor ihre Ernte in die Stadt.
    Sonst war das Hamtor nur an wenigen Tagen in der Woche offen.

Name

Früher nannte man das Hamtor: Hant-Pforte.
Pforte ist ein anderes Wort für Tor.
Das Wort Hant kommt vom alten Wort Hunt.
Es bedeutet: Sumpf-Gebiete.
Beim Hamtor war auch ein Sumpf-Gebiet um den kleinen Fluss Krur.

Pförtner

Im Hamtor wohnte ein Pförtner.
Der Pförtner öffnete, schloss und bewachte das Tor.
Der Bürgermeister hatte den Schlüssel für das Hamtor.

Hamtor-Madonna entdeckt

Die Stadt-Mauern baute man später noch breiter,
damit Platz für einen Weg oben auf der Mauer war.
Dafür baute man große Stütz-Bögen ein.
Im Jahr 1845 kam es zum Abriss vom Hamtor.
An der Stelle baute man Häuser.
Die Stütz-Bögen wurden in die Häuser eingebaut.
In den 1930er Jahren entdeckte man eine Figur in einem Stütz-Bogen.
Die Figur ist die Hamtor-Madonna.
Eine Madonna ist ein Bild oder eine Figur von Maria,
der Mutter von Jesus Christus.
Die Häuser riss man im Jahr 1961 ab.
2 Stütz-Bögen blieben stehen.

Hamtorplatz

In den Jahren 2003 und 2004 hat man die Grund-Mauern
wieder ausgegraben.
Dann wurde der Hamtorplatz umgebaut.
Die 2 Stütz-Bögen stehen immer noch auf dem Hamtorplatz.
An einem Stütz-Bogen ist die Hamtor-Madonna.
Heute ist auf dem Boden markiert, wo früher das Hamtor war.
Ein kleiner Teil von der Mauer ist nachgebaut.

Die Infos und Texte sind aus dem Stadt-Archiv Neuss.
Cornelius Uerlichs hat das Aussehen von der Info-Tafel geplant.

Der Text in Leichter Sprache ist von:
© Büro für Leichte Sprache, Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., 2026.

Audio Guide (English)

Hamtor Gate

Medieval City Gate

The Hamtor Gate – one of a total of five medieval city gates in Neuss – was built during expansion of the fortifications under Archbishop Konrad von Hochstaden in the mid-13th century. The name of the gate, known in the Middle Ages as the “Hant-pforte”, is thought to derive from the Old High German word “Hun(t)”, which referred to marshy, swampy areas. One such area was located in front of the Hamtor Gate, in the lowlands of the small river Krur. The two-storey main gate, constructed from alternating layers of basalt and tuff, was situated between the inner and outer walls and was divided into two gate chambers. Access was via a large round-arched portal and a side entrance leading to an internal staircase. A gatekeeper lived in the gatehouse, paid for by the town and neighbourhood. As only a narrow path to the fields and farms of the western Burgbann led from the Hamtor Gate, the gate had relatively little importance and was opened on only a few weekdays outside the harvest season. The key was kept by the mayor of Neuss.

During expansion of the town fortifications, six-metre-high walkway battlements supported by arches were added to the inner wall on the town side. Following demolition of the city gate in 1845, these supporting arches were incorporated into the construction of the new houses on Hamtor Gate Wall. When these were demolished in 1961, two of the supporting arches were uncovered and incorporated into the design of the new square. In the early 1930s, a niche containing the so-called Hamtor Madonna was discovered on one of the supporting arches. This may well have been housed previously in a wayside shrine and was reinstalled in 1932. Since 1962, it has been situated on the town side of the southern supporting arch.

During archaeological excavations in 2003/04, the foundations of the gate complex were uncovered. As part of the subsequent redevelopment of Hamtorplatz, the southern side of the gate was reconstructed to waist height and the northern side was marked out in the paving. The two supporting arches were connected by a green metal structure.

Sources and texts: Neuss municipal archives

Audio Guide (Français)

Hamtor

Porte de la cité médiévale

Le Hamtor, l’une des cinq portes médiévales de la ville de Neuss, fut édifié lors du renforcement des fortifications sous l’archevêque Konrad von Hochstaden, au milieu du XIIIe siècle. Le nom de la porte, appelée au Moyen Âge « Hant-pforte », dériverait probablement de l’ancien allemand Hun(t)-, qui désignait des zones marécageuses et détrempées. Un tel ouvrage se trouvait devant le Hamtor, dans la zone basse où coulait le petit cours d’eau Krur. Le portail à deux niveaux, construit en alternant des couches de basalte et de tuf, se situait entre l’enceinte intérieure et l’enceinte extérieure et se divisait en deux chambres de passage. L’accès se faisait par un grand portail en arc plein-cintre ainsi que par une entrée latérale menant à un escalier intérieur. Un portier habitait dans la porte et son salaire était versé à la fois par la ville et par les riverains. Comme le Hamtor ne donnait que sur un étroit chemin menant aux champs et aux fermes du Burgban occidental, la porte avait peu d’importance et n’était ouverte, hors saison des récoltes, que certains jours de la semaine. La clé était conservée par le bourgmestre de Neuss.

Lors du renforcement des fortifications de la ville, un chemin de ronde haut de six mètres, soutenu par des arcs, fut ajouté côté ville à l’enceinte intérieure. Après la démolition de la porte de ville en 1845, ces arcs de soutien furent intégrés dans la construction des nouvelles maisons du Hamtorwall. Lorsque celles-ci furent démolies en 1961, deux des arcs de soutien purent être dégagés de nouveau et intégrés à l’aménagement de la nouvelle place. Au début des années 1930, une niche contenant la statue de la Hamtor-Madonna fut découverte sur l’un des arcs de soutien ; elle se trouvait auparavant probablement dans un oratoire et fut réinstallée en 1932. Depuis 1962, elle se trouve du côté de la ville, sur l’arc de soutien sud du mur d’enceinte.

Lors de fouilles archéologiques menées en 2003–2004, les fondations de l’ensemble de la porte furent mises au jour. Lors du réaménagement ultérieur de la place du Hamtor, la flanque sud de la porte fut reconstruite à hauteur d’appui, tandis que la flanque nord fut restituée dans le pavage. Les deux arcs de soutien furent reliés par une structure métallique végétalisée.

Sources et texte : archives de la ville de Neuss

Bilder

  • Vereinfachte Zeichnung des Hamtors mit erkennbarem Turm.
    Ansicht des Hamtors von der Stadt aus gesehen, Zeichnung, um 1840
  • Colorierter Ausschnitt des Kupferstichs mit dem Hamtor in der Bildmitte.
    Das mittelalterliche Hamtor, Ausschnitt aus dem Plan von Braun und Hogenberg, Kupferstich 1588
  • Farbfoto des freigelegten Fundaments am Hamtorplatz.
    Bei archäologischen Grabungen wurden drei Bauphasen des Hamtors freigelegt, 2003
  • Schwarz-weiß-Foto eines Wohnhauses, welches in einen Stützbogen des Hamtors übergeht. In diesen Bogen eingelassen ist ein Glaskasten.
    Blick auf die in die Wohnbebauung eingemauerten Stützbögen (links die Hamtormadonna), um 1960
  • Vereinfachte Planzeichnung des Areals.
    Situationsplan von der Umgebung des Hamtors, 1844 – Angrenzend ans Hamtor ist hier noch die bis ins 20. Jahrhundert existierende Hamtormühle (H. Hoffmann) eingezeichnet.

Lagepläne