Die Asiatische Hornisse(Vespa Velutina Nigrithorax)
Die Asiatische Hornisse (Vespa Velutina) ist etwas kleiner als die heimische Europäische Hornisse (Vespa Crabro). Die Arbeiterinnen erreichen eine Körperlänge von bis zu 2,5 cm, die Königinnen können bis zu 3 cm groß werden.
Charakteristisch für die Asiatische Hornisse ist ihre überwiegend dunkle Färbung. Die Kopfoberseite einschließlich der Antennen ist schwarz, lediglich die Vorderseite des Kopfes ist orange gefärbt. Auch Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen) sind größtenteils dunkel. Die Segmente am Hinterleib (Abdominalsegmente) besitzen nur schmale gelbe Binden; nur das vierte Abdominalsegment ist nahezu vollständig orange gefärbt. Besonders prägnant und damit ein wichtiges Erkennungsmerkmal sind die gelben Füße der Asiatischen Hornisse (Abb. 1).
Im Vergleich hat die Europäische Hornisse einen gelb-schwarz gemusterten Hinterleib, mit deutlichem Gelbanteil. Die Kopfvorderseite ist gelb gefärbt und die Kopfoberseite rotbraun. Brust und Beine sind schwarzbraun gefärbt (Abb. 1).
Zusätzlich ist die Asiatische Hornisse im Gegensatz zur Europäischen Hornisse nur am Tag flugaktiv.
Gründungs- und Primärnest
Ab Mitte März beginnen überwinterte Jungköniginnen mit dem Bau sogenannter Gründungsnester. Diese befinden sich häufig in Bodennähe und an geschützten Orten, etwa unter Dachvorsprüngen, in Hecken, Gartenhütten oder Nistkästen.
Sobald ab etwa Mai die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, entwickelt sich das Gründungsnest zum sogenannten Primärnest weiter. Die Nester besitzen ein Flugloch an der Unterseite. Ein Primärnest kann etwa die Größe eines Handballs erreichen (Abb. 2 bis 5).
Sekundärnest
Ab Juli beginnt das Volk in der Regel mit dem Bau eines größeren Sekundärnestes. Dieses wird meist in unmittelbarer Nähe (bis etwa 70 m) zum Primärnest angelegt. Im Gegensatz zum Primärnest ist es unten vollständig geschlossen, denn das Einflugloch befindet sich seitlich.
Zum Vergleich: Die Nester der Europäischen Hornisse sind im unteren Bereich deutlich geöffnet.
Sekundärnester der Asiatischen Hornisse sind elliptisch geformt und werden bevorzugt freihängend in Baumkronen – insbesondere von Laubbäumen – errichtet. Der Durchmesser kann bis zu einem Meter betragen (Abb. 6–8). Häufig werden diese großen Nester erst im Herbst sichtbar, wenn die Bäume ihr Laub verlieren.
In seltenen Fällen wir ein Primärnest zum Sekundärnest weiter ausgebaut (Abb. 9).
- ©
- ©
- ©
- ©
Historie und Ernährung
Ein Vorkommen der Asiatischen Hornisse wurde 2014 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Im Jahr 2016 ist sie dann in die Unionsliste der invasiven Arten der Europäischen Kommission (EU-Verordnung Nr. 1143/2014) aufgenommen worden.
Inzwischen gilt die Art in Deutschland als etabliert. Seit März 2025 besteht daher keine Meldepflicht nach Art. 16 der EU-Verordnung mehr. Die Einstufung als invasive Art erfolgte insbesondere aufgrund ihrer Ernährungsweise und der möglichen Auswirkungen auf heimische Insektenbestände.
Bei der Asiatischen Hornisse handelt es sich um Allesfresser. Jedoch werden die Larven mit proteinreicher Kost versorgt. Als Nahrung dienen dazu vor allem Hautflügler und Zweiflügler. Honigbienen stellen eine bedeutende Nahrungsquelle dar, jedoch werden auch zahlreiche Wildinsekten erbeutet. Ein Hornissenvolk kann im Laufe eines Jahres mehrere Kilogramm Insektenbiomasse benötigen.
Lebenszyklus
Wie bei anderen wespenartigen handelt es sich bei der Asiatischen Hornisse um ein staatenbildendes Insekt. Innerhalb eines Insektenstaates gibt es eine Königin und eine Vielzahl steriler Arbeiterinnen.
Die befruchteten Königinnen überwintert einzeln in geschützten Verstecken. Bei milden Wetterbedingungen (> 12° C Tagestemperatur) beginnen sie zwischen Ende Februar und April mit dem Bau eines Gründungsnestes. Diese Nester werden häufig in Bodennähe an geschützten Orten angelegt.
Mitte bis Ende Mai schlüpfen dort die ersten Arbeiterinnen. Mit der Anzahl der Arbeiterinnen wächst auch die Größe des Nestes.
Ist das Volk auf eine gewisse Größe angewachsen, so beginnt die Bildung eines Sekundärnestes, in der Regel im Sommer (ab Juli). Der Bau der großen Nester erfolgt meist hoch oben in Baumkronen.
Im Herbst werden Geschlechtstiere (Drohnen und Königinnen) produziert, die sich miteinander verpaaren.
Die Drohnen sterben nach der Paarung und im November sterben auch die Arbeiterinnen nach und nach ab. Die begatteten Jungköniginnen verlassen hingegen das Nest, suchen einen Überwinterungsplatz und gründen im folgenden Jahr neue Völker. Das alte Nest wird nicht wiederbesiedelt.
Schadpotential
Grundsätzlich gilt die Asiatische Hornisse wie auch die Europäische Hornisse nicht als aktiv aggressiv. Allerdings wird das Nest, sobald dieses etabliert ist, verteidigt. Daher sollte man einen Sicherheitsabstand zu Hornissennestern einhalten.
Maßnahmen zur Entfernung oder Bekämpfung sollten ausschließlich durch geschultes Fachpersonal erfolgen. Dies ist zusätzlich wichtig, damit eine sichere Identifizierung der Asiatischen Hornisse erfolgen kann. Eine Verwechslung und Beeinträchtigung der heimischen Europäischen Hornisse stellt einen Verstoß entsprechend § 44 Abs. 1 S. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) dar. Denn es handelt sich bei der Europäischen Hornisse um eine besonders geschützte Art.
Allergische Reaktionen auf Hornissenstiche sind möglich.
Meldungen
Auch wenn die gesetzliche Meldepflicht im Jahr 2025 aufgehoben bemüht sich die Stadt Neuss weiterhin, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse im Stadtgebiet zu dokumentieren und möglichst einzudämmen. Hierzu arbeitet die Stadt mit fachkundigen Wespen- und Hornissenberatern zusammen und ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.
Wenn Sie ein Primär- oder Sekundärnest im Stadtgebiet Neuss entdecken, melden Sie dieses bitte, möglichst mit Foto und unter Angabe des genauen Standortes, per E-Mail an velutina-meldung@imkerverein-neuss.de. Alternativ können Sie auch über die Internetseite des Imkervereins Neuss e. V. Kontakt mit den Wespen- und Hornissenberatern aufnehmen.
Behandelte Nester werden in der Regel entfernt. Ist eine Entfernung nicht umgehend möglich, erfolgt eine farbige Markierung des Standortes. Um Mehrfachmeldungen zu vermeiden, achten Sie bitte auf farbige Markierungen am Nest oder am Baum. Ist eine solche Markierung vorhanden, ist das Nest bereits erfasst und muss nicht erneut gemeldet werden.
Weiterführende Links
-
Umweltbundesamt
Asiatische Hornisse
-
Land NRW
Neobiota in NRW – Artenliste
Hier finden Sie uns
Amt für Umwelt und Klima
Oberstraße 108 · 41460 Neuss
E-Mail: umwelt-klima@stadt.neuss.de
Öffnungszeiten und telefonische Sprechzeiten
- Mo.:
- 08:00–16:00 Uhr
- Di.:
- 08:00–16:00 Uhr
- Mi.:
- 08:00–16:00 Uhr
- Do.:
- 08:00–16:00 Uhr
- Fr.:
- 08:00–12:00 Uhr