Die Asiatische Hornisse(Vespa Velutina Nigrithorax)

Aussehen Asiatische Hornisse und Unterschiede zur heimischen Europäischen Hornisse

Die Asiatische Hornisse (Vespa Velutina) ist etwas kleiner als die heimische Europäische Hornisse (Vespa Crabro). Die Arbeiterinnen erreichen eine Körperlänge von bis zu 2,5 cm, die Königinnen können bis zu 3 cm groß werden.

Charakteristisch für die Asiatische Hornisse ist ihre überwiegend dunkle Färbung. Die Kopfoberseite einschließlich der Antennen ist schwarz, lediglich die Vorderseite des Kopfes ist orange gefärbt. Auch Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen) sind größtenteils dunkel. Die Segmente am Hinterleib (Abdominalsegmente) besitzen nur schmale gelbe Binden; nur das vierte Abdominalsegment ist nahezu vollständig orange gefärbt. Besonders prägnant und damit ein wichtiges Erkennungsmerkmal sind die gelben Füße der Asiatischen Hornisse (Abb. 1).

Im Vergleich hat die Europäische Hornisse einen gelb-schwarz gemusterten Hinterleib, mit deutlichem Gelbanteil. Die Kopfvorderseite ist gelb gefärbt und die Kopfoberseite rotbraun. Brust und Beine sind schwarzbraun gefärbt (Abb. 1).

Zusätzlich ist die Asiatische Hornisse im Gegensatz zur Europäischen Hornisse nur am Tag flugaktiv.
 

  • Vergleichsansicht zweier Hornissenarten von oben betrachtet: links die Asiatische Hornisse mit gelben Beinen und einem überwiegend schwarzen Körper – rechts die Europäische Hornisse mit rotbraunen Beinen, Brust und Kopf sowie gelbem Hinterleib.
    Abb.1: Vergleich zwischen Asiatischer und Europäischer Hornisse
  • Vergleichsansicht zweier Hornissenarten von oben und seitlich betrachtet.
    Abb.1: Vergleich zwischen Asiatischer und Europäischer Hornisse

Gründungs- und Primärnest

Ab Mitte März beginnen überwinterte Jungköniginnen mit dem Bau sogenannter Gründungsnester. Diese befinden sich häufig in Bodennähe und an geschützten Orten, etwa unter Dachvorsprüngen, in Hecken, Gartenhütten oder Nistkästen.

Sobald ab etwa Mai die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, entwickelt sich das Gründungsnest zum sogenannten Primärnest weiter. Die Nester besitzen ein Flugloch an der Unterseite. Ein Primärnest kann etwa die Größe eines Handballs erreichen (Abb. 2 bis 5).

  • Unteransicht eines im Bau befindlichen kleinen Hornissennests, welches einer herabhängenden Blüte ähnelt. Eine Asiatische Hornisse arbeitet an der äußeren Schicht.
    Abb. 2: Primärnest der Asiatischer Hornisse
  • Unteransicht eines entstehenden Hornissennests, welches in seinem unfertigen Stadium einer Deckenlampe ähnelt. Die Außenschicht ist nur zur Hälfte fertig. In dieser Schalenorm sind eine Wabenstruktur und eine Hornisse erkennbar.
    Abb. 3: Primärnest der Asiatischer Hornisse
  • Ein fertiges Hornissennest hängt unter der Decke eines Schuppens. An der Außenseite des Nestes sind mehrere Hornissen erkennbar.
    Abb. 4: Primärnest der Asiatischer Hornisse
  • Eine Person in Schutzkleidung entfernt ein Hornissennest aus einer Telefonsäule.
    Abb. 5: Bekämpfung eines Primärnests der Asiatischer Hornisse

Abbildungen

Sekundärnest

Ab Juli beginnt das Volk in der Regel mit dem Bau eines größeren Sekundärnestes. Dieses wird meist in unmittelbarer Nähe (bis etwa 70 m) zum Primärnest angelegt. Im Gegensatz zum Primärnest ist es unten vollständig geschlossen, denn das Einflugloch befindet sich seitlich.

Zum Vergleich: Die Nester der Europäischen Hornisse sind im unteren Bereich deutlich geöffnet.

Sekundärnester der Asiatischen Hornisse sind elliptisch geformt und werden bevorzugt freihängend in Baumkronen – insbesondere von Laubbäumen – errichtet. Der Durchmesser kann bis zu einem Meter betragen (Abb. 6–8). Häufig werden diese großen Nester erst im Herbst sichtbar, wenn die Bäume ihr Laub verlieren.

In seltenen Fällen wir ein Primärnest zum Sekundärnest weiter ausgebaut (Abb. 9).

Ein fertiges Hornissennest hängt erkennbar hoch am Stamm eines Nadelbaums.
Abb. 6: Nahaufnahme eines Sekundärnests
Drohnenaufnahme eines fertigen Hornissennests, welches gut geschützt durch zahlreiche Äste in luftiger Höhe in einem Nadelbaum hängt.
Abb. 7: Sekundärnest der Asiatischer Hornisse
Ein Hornissennest, hoch in einem Laubbaum hängend, vom Boden her gesehen.
Abb. 8: Sekundärnest der Asiatischer Hornisse
Ein Hornissennest hängt licht- und wettergeschützt unter einem Häuservordach.
Abb. 9: Sekundärnest der Asiatischer Hornisse
Eine Asiatische Hornisse und eine Wespe stehen sich auf einem hölzernen Arbeitsbock gegenüber.
Abb. 10: Vergleich Asiatische Hornisse mit Wespe

Historie und Ernährung

Ein Vorkommen der Asiatischen Hornisse wurde 2014 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Im Jahr 2016 ist sie dann in die Unionsliste der invasiven Arten der Europäischen Kommission (EU-Verordnung Nr. 1143/2014) aufgenommen worden.

Inzwischen gilt die Art in Deutschland als etabliert. Seit März 2025 besteht daher keine Meldepflicht nach Art. 16 der EU-Verordnung mehr. Die Einstufung als invasive Art erfolgte insbesondere aufgrund ihrer Ernährungsweise und der möglichen Auswirkungen auf heimische Insektenbestände.

Bei der Asiatischen Hornisse handelt es sich um Allesfresser. Jedoch werden die Larven mit proteinreicher Kost versorgt. Als Nahrung dienen dazu vor allem Hautflügler und Zweiflügler. Honigbienen stellen eine bedeutende Nahrungsquelle dar, jedoch werden auch zahlreiche Wildinsekten erbeutet. Ein Hornissenvolk kann im Laufe eines Jahres mehrere Kilogramm Insektenbiomasse benötigen.

Lebenszyklus

Wie bei anderen wespenartigen handelt es sich bei der Asiatischen Hornisse um ein staatenbildendes Insekt. Innerhalb eines Insektenstaates gibt es eine Königin und eine Vielzahl steriler Arbeiterinnen.

Die befruchteten Königinnen überwintert einzeln in geschützten Verstecken. Bei milden Wetterbedingungen (> 12° C Tagestemperatur) beginnen sie zwischen Ende Februar und April mit dem Bau eines Gründungsnestes. Diese Nester werden häufig in Bodennähe an geschützten Orten angelegt.

Mitte bis Ende Mai schlüpfen dort die ersten Arbeiterinnen. Mit der Anzahl der Arbeiterinnen wächst auch die Größe des Nestes.

Ist das Volk auf eine gewisse Größe angewachsen, so beginnt die Bildung eines Sekundärnestes, in der Regel im Sommer (ab Juli). Der Bau der großen Nester erfolgt meist hoch oben in Baumkronen. 

Im Herbst werden Geschlechtstiere (Drohnen und Königinnen) produziert, die sich miteinander verpaaren. 

Die Drohnen sterben nach der Paarung und im November sterben auch die Arbeiterinnen nach und nach ab. Die begatteten Jungköniginnen verlassen hingegen das Nest, suchen einen Überwinterungsplatz und gründen im folgenden Jahr neue Völker. Das alte Nest wird nicht wiederbesiedelt.

Schadpotential

Grundsätzlich gilt die Asiatische Hornisse wie auch die Europäische Hornisse nicht als aktiv aggressiv. Allerdings wird das Nest, sobald dieses etabliert ist, verteidigt. Daher sollte man einen Sicherheitsabstand zu Hornissennestern einhalten.

Maßnahmen zur Entfernung oder Bekämpfung sollten ausschließlich durch geschultes Fachpersonal erfolgen. Dies ist zusätzlich wichtig, damit eine sichere Identifizierung der Asiatischen Hornisse erfolgen kann. Eine Verwechslung und Beeinträchtigung der heimischen Europäischen Hornisse stellt einen Verstoß entsprechend § 44 Abs. 1 S. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) dar. Denn es handelt sich bei der Europäischen Hornisse um eine besonders geschützte Art.

Allergische Reaktionen auf Hornissenstiche sind möglich.
 

Meldungen

Auch wenn die gesetzliche Meldepflicht im Jahr 2025 aufgehoben bemüht sich die Stadt Neuss weiterhin, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse im Stadtgebiet zu dokumentieren und möglichst einzudämmen. Hierzu arbeitet die Stadt mit fachkundigen Wespen- und Hornissenberatern zusammen und ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Wenn Sie ein Primär- oder Sekundärnest im Stadtgebiet Neuss entdecken, melden Sie dieses bitte, möglichst mit Foto und unter Angabe des genauen Standortes, per E-Mail an velutina-meldung@imkerverein-neuss.de. Alternativ können Sie auch über die Internetseite des Imkervereins Neuss e. V. Kontakt mit den Wespen- und Hornissenberatern aufnehmen.

Behandelte Nester werden in der Regel entfernt. Ist eine Entfernung nicht umgehend möglich, erfolgt eine farbige Markierung des Standortes. Um Mehrfachmeldungen zu vermeiden, achten Sie bitte auf farbige Markierungen am Nest oder am Baum. Ist eine solche Markierung vorhanden, ist das Nest bereits erfasst und muss nicht erneut gemeldet werden.
 

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