• Audio Guide (Deutsch)
  • Audio Guide (Nüsser Platt) – © Vereinigung der Heimatfreunde Neuss e.V.

Zolltor

Mittelalterliches Stadttor

Das Zolltor wurde im 13. Jahrhundert als eines der fünf Stadttore der mittelalterlichen Neusser Befestigung errichtet. Von hier aus ging der gesamte Handelsverkehr in Richtung Westen, etwa nach Aachen und in die Region Flandern. Sein Name leitet sich wahrscheinlich von den Zollstätten der nahe gelegenen Ämter Hülchrath und Liedberg ab, die ebenfalls an dieser Straße lagen. Im Jahr 1577 wurde das zuvor eingestürzte mittelalterliche Tor als Kammertor aus Ziegeln und Bruchsteinen wieder aufgebaut. Das neue Tor überspannte die hindurchführende Straße mit zwei Torbögen, gekrönt durch ein Walmdach und zwei Zwiebeltürme. Vorgelagert war dem Tor eine Hamei (Vorwerk), ein Bauwerk zur Kontrolle des Personen- und Warenverkehrs in die Stadt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann die Niederlegung der alten Stadtbefestigung und ihrer Tore. An ihrer Stelle sollten „öffentliche Spaziergänge“, die Promenade, entstehen. Obwohl der von der Stadt Neuss beauftragte Hofgärtner Maximilian Weyhe in seinem Entwurf dabei das Zolltor als Aussichtspunkt vorgesehen hatte, wurde dieses 1827 niedergelegt. Offiziell wurde dies damit begründet, dass die Durchfahrt für Fuhrwerke zu eng geworden sei. Im Anschluss nutzte man die Steine des Zolltors zur Pflasterung von Straßen.

Mit der Bebauung der Ausfallstraße begann nach 1850 die Erweiterung der Stadt über die mittelalterlichen Grenzen hinaus. Die Straßenführung innerhalb der Stadt blieb zunächst bestehen und die Verkehrssituation änderte sich nur wenig. Die in die Stadt kommenden Fuhrwerke mussten auf ihrem Weg zum Markt weiterhin scharf links in die Michael- und dann rechts in die Klarissenstraße einbiegen. Erst 1928 wurde wegen des zunehmenden Verkehrs aus Richtung Jülich und Bergheim mit dem Durchbruch der geschlossenen Bebauung in Höhe Michael- und Mühlenstraße begonnen und eine direkte Verbindung vom Zolltor zur Oberstraße geschaffen.

Quellen und Texte: Stadtarchiv Neuss

Audio Guide (Leichte Sprache)

Zolltor

Ausgang nach Westen

Früher schützten lange Stadt-Mauern die Menschen
in Neuss vor Angriffen.
In den Mauern waren 5 große Stadt-Tore.
Ein Stadt-Tor war das Zolltor.
Durch das Zolltor kamen alle Händler aus Richtung Westen.
Zum Beispiel aus den Städten Aachen, Brügge und Antwerpen.

Name

Händler mussten Geld für ihre Waren zahlen,
wenn sie durch das Zolltor kamen.
Das Geld nennt man Zoll.
Daher hatte das Zolltor wohl seinen Namen.
Auf der gleichen Straße waren in der Nähe von Neuss
noch 2 Zoll-Stellen: in Hülchrath und Liedberg.

Aufbau nach Einsturz

Im Jahr 1577 baute man das Zolltor nach einem Einsturz wieder auf.
Dabei benutzte man Ziegel und einfache Steine.
Es gab 2 Tor-Bögen mit 2 Türmen.
Vor dem Tor war ein kleines Gebäude.
In dem Gebäude prüfte man Personen und Waren,
die in die Stadt kamen.
So ein Gebäude heißt Hamei oder Vorwerk.

Abriss

Vor 200 Jahren brauchte man die Stadt-Mauern nicht mehr.
Darum wurden die meisten Teile abgerissen.
An der Stelle baute man Wege zum Spazieren.
Maximilian Weyhe plante die Wege.
In den Plänen sollte das Zolltor ein Aussichts-Turm werden.
Aber man entschied sich anders:
Das Zolltor wurde im Jahr 1827 abgerissen.
Aus den Steinen vom Zolltor baute man Straßen.

Weg zur Oberstraße

Neuss wurde immer größer.
Darum baute man immer mehr

Audio Guide (English)

Customs Gate

Medieval City Gate

The Customs Gate was built in the 13th century as one of the five city gates of the medieval Neuss fortifications. From here, all trade headed westwards, towards Aachen and the Flanders region. Its name probably derives from the customs posts of the nearby districts of Hülchrath and Liedberg, which were also situated on this road. In 1577, the medieval gate, which had previously collapsed, was rebuilt as the Kammertor (Chamber Gate) using bricks and rubble stone. The new gate spanned the road running through it with two arches, crowned by a hipped roof and two onion-domed towers. In front of the gate stood a Hamei (barbican), a structure designed to control the flow of people and goods into the city.

At the beginning of the 19th century, work began on the demolition of the old city fortifications and their gates. Public walkways, the Promenade, were to be created in their place. Although the court gardener Maximilian Weyhe, commissioned by the city of Neuss, had included the Customs Gate as a vantage point in his design, this was abandoned in 1827. The official reason given was that the passage had become too narrow for carts. The stones from the Customs Gate were subsequently used to pave the streets.

With the development of the arterial road, the expansion of the town beyond its medieval boundaries began after 1850. The street layout within the city remained largely unchanged at first, with the traffic situation changing very little. Vehicles entering the town still had to make a sharp left turn into Michaelstraße and then a right turn into Klarissenstraße on their way to the market. It was not until 1928, due to increasing traffic from the direction of Jülich and Bergheim, that work began on the breakthrough of the closed-off development at the junction of Michaelstraße and Mühlenstraße, creating a direct link from the Customs Gate to Oberstraße.

Sources and texts: Neuss municipal archives

Audio Guide (Français)

Zolltor

Porte de la cité médiévale

Le Zolltor (ou porte des douanes) fut érigée au XIIIe  siècle en tant que l’une des cinq portes de ville de la fortification médiévale de Neuss. D’ici partait le tout le trafic commercial en direction de l’Ouest, notamment vers Aix la Chapelle et la région flamande. Son nom provient probablement des postes de douane des offices voisins de Hülchrath et de Liedberg, qui se trouvaient aussi le long de cette route. En 1577, la porte médiévale, qui s’était auparavant effondrée, fut rebâtie sous la forme du Kammertor, en briques et en pierres de taille irrégulières. La nouvelle porte enjambait la route qui la traversait au moyen de deux arcs, surmontés d’un toit en pavillon et de deux clochetons en forme de bulbe. En avant de la porte se dressait un Hamei (avant poste), construction servant au contrôle du passage des personnes et des marchandises vers la ville.

Au début du XIXe siècle, on commença la dépose des anciennes fortifications de la ville ainsi que de leurs portes. À leur emplacement devaient être aménagés des « promenades publiques », la Promenade. Bien que le jardinier de cour Maximilian Weyhe, chargé par la ville de Neuss, eût prévu d’intégrer le Zolltor comme belvédère dans son projet, la porte fut pourtant démolie en 1827. Officiellement, la démolition fut motivée par le fait que le passage était devenu trop étroits pour les chariots et charrettes. Par la suite, on utilisa les pierres du Zolltor pour le pavage des rues.

Avec l’urbanisation de la route de sortie, l’extension de la ville au delà de ses frontières médiévales débuta après 1850. À l’intérieur de la ville, les rues conservèrent d’abord leur tracé, et la circulation ne fut que peu modifiée. Les chariots et charrettes qui entraient dans la ville devaient, sur leur chemin vers le marché, continuer à tourner brusquement à gauche dans la rue Michaelstrasse, puis à droite dans la rue Klarissenstrasse. Ce n’est qu’en 1928, en raison de l’augmentation du trafic en provenance de Jülich et de Bergheim, que l’on commença à percer le front bâti continu au niveau des rues Michael et Mühlenstrasse, créant ainsi une liaison directe entre le Zolltor et la rue Oberstrasse.

Sources et texte : archives de la ville de Neuss

Bilder

  • Leichte Bleistiftzeichnung des großen Torgebäudes.
    Das Zolltor von Südosten kurz vor seiner Niederlegung, Zeichnung von Johann Wilhelm Schirmer, 1827
  • Kolorierter Ausschnitt des Kupferstichs mit dem Zolltor in der Bildmitte.
    Das mittelalterliche Zolltor, Kupferstich 1588
  • Koloriertes Foto der Zollstraße, auf der zahlreiche Menschen zu Fuß unterwegs sind.
    Die Zollstraße stadteinwärts in Höhe des ehemaligen Zolltors, Postkarte um 1900
  • Farbige Planzeichnung der Promenade.
    Plan der von Maximilian Weyhe angelegten Promenade im Bereich des Zolltores, Zeichnung, 1834

Lagepläne

  • Federzeichnung des Bereichs mit roten Markierungen.
    Ausschnitt des historischen Stadtplans von 1873
  • Stark kolorierte Federzeichnung des Bereichs mit farblich hervorgehobenen Bebauungen und Grünflächen.
    Ausschnitt des historischen Stadtplans von 1925
  • Moderne kartografische Darstellung des Bereichs mit farblich hervorgehobenen Bebauungen, Gewässern und Grünflächen.
    Ausschnitt des Innenstadtplans
  • Moderne kartografische Darstellung des Bereichs mit besonders hervorgehobenen Straßennamen.
    Ausschnitt der Stadtkarte
  • Senkrechte Luftaufnahme des Bereichs zur Mittagszeit.
    Ausschnitt des Luftbildes