• Audio Guide (Deutsch)
  • Audio Guide (Nüsser Platt) – © Vereinigung der Heimatfreunde Neuss e.V.

Stadtmauer am Tranktor

Die Trankgassenpforte (Tranktor) lag wenige Meter nördlich von der hier erhaltenen Mauer und war keines der großen Stadttore. Vielmehr handelte es sich um einen kleineren, mit einer Pforte verschließbaren Durchlass in der Stadtmauer, durch den die Tiere zum Tränken (drenken) an den Erftkanal geführt wurden. Der von der Oberstraße steil zum Wasser abfallende Weg (heute: Hessenstraße) wurde daher seit dem 14. Jahrhundert „Drencksteg“ genannt – eine Bezeichnung, die heute noch in der Benennung der benachbarten kleinen Straße (Trankgasse) fortbesteht. Die im 19. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung „Alte Viehgasse“ ging hingegen verloren.

Im Zusammenhang mit der Stadtsanierung südlich des Tranktors wurden bei archäologischen Untersuchungen in den 1980er Jahren neben Spuren der römischen Besiedlung aus dem 2./3. Jahrhundert auch Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert gefunden. So konnten die hier sichtbaren Mauerreste freigelegt werden, die zum inneren Befestigungsring gehörten, ebenso wie ein aus Lagen von Tuffstein und Basalt aufgemauerter Wehrturm. Dieser im Inneren der heutigen Bebauung erhaltene Turm war als Schalenturm angelegt, seine Innenseite war also zur Stadt hin offen. So konnte er selbst im Falle einer Eroberung nicht vom Feind genutzt werden, da zur Stadt hin keine schützende Deckung bestand. Anhand der Ausgrabungen konnten außerdem Rückschlüsse auf das städtische Leben in den verschiedenen Siedlungsperioden gezogen werden – so befand sich in diesem Bereich zeitweise eine mittelalterliche Gerberei.

Quellen und Texte: Stadtarchiv Neuss

Audio Guide (Leichte Sprache)

Tranktor

Ausgang für Tiere

Früher schützten lange Stadt-Mauern die Menschen
in Neuss vor Angriffen.
In den Mauern waren große und kleine Stadt-Tore.
Ein kleines Stadt-Tor war das Tranktor.
Das Tranktor hieß auch Trankgassen-Pforte.

Name

Man konnte das Tranktor mit einer kleinen Tür verschließen.
Eine kleine Tür nennt man auch Pforte.
Vor allem Tiere brachte man durch das Tranktor zum Wasser.
Zum Beispiel Esel, Kühe oder Schweine.
Die Tiere tranken dann am Wasser.
Das nannte man früher drenken oder auch tränken.
Darum heißt der Ausgang Tranktor oder auch Trankgassen-Pforte.
Der Weg zum Wasser hieß früher Drencksteg und Alte Viehgasse.
Heute ist es die Hessenstraße.
Aber die kleine Straße daneben heißt heute noch Trankgasse.

Ausgrabungen beim Tranktor

In den 1980er Jahren gruben Forscher in der Nähe vom alten Tranktor.
Sie fanden Reste von der alten Stadt-Mauer und von einem alten Turm.
Der Turm war ein Schalen-Turm.
Das heißt: Der Turm war zur Stadt-Seite offen.
Das war ein Vorteil für die Verteidiger von Neuss,
falls Feinde den Turm erobern konnten.
Die Feinde hatten dann keinen Schutz vor Angriffen aus der Stadt.
Die Forscher entdeckten auch:
In der Nähe vom Tranktor war früher eine Werkstatt für Leder.
Leder macht man aus Tier-Haut.
So eine Werkstatt heißt Gerberei.

Die Infos und Texte sind aus dem Stadt-Archiv Neuss.
Cornelius Uerlichs hat das Aussehen von der Info-Tafel geplant.

Der Text in Leichter Sprache ist von:
© Büro für Leichte Sprache, Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., 2026.

Audio Guide (English)

City Wall at the Watering Gate

Medieval walls at the gate to the watering place

The Trankgassenpforte (Tranktor or “Watering Gate”) was situated a few metres north of the wall preserved here and was not one of the major city gates. Rather, it was a smaller passage in the city wall, which could be closed off with a gate. It was through this that animals were led to drink (hence the German name “tränken”) at the Erft Canal. The path sloping steeply down to the water from Oberstraße (today: Hessenstraße) was therefore known as the “Drencksteg” from the 14th century onwards – a name that lives on today in the name of the neighbouring small street (Trankgasse). The name “Alte Viehgasse”, which was in use in the 19th century, has, however, been lost.

In conjunction with the urban regeneration south of the Watering Gate, archaeological excavations in the 1980s uncovered not only traces of Roman settlement from the 2nd/3rd century, but also remains of the medieval town fortifications from the 13th century. This enabled the remains of the wall visible here to be uncovered – these belonging to the inner fortification ring – as well as a defensive tower built from layers of tuff and basalt. This tower, preserved within the modern development, was designed as a shell tower, meaning its interior was open towards the town. This design prevented it from being used by the enemy in the event of a conquest, as there was no protective cover facing the town. The excavations also provided insights into urban life during the various settlement periods – for instance, a medieval tannery was located in this area at one time.

Sources and texts: Neuss municipal archives

Audio Guide (Français)

Mur d’enceinte près du Tranktor

La Trankgassenpforte ou Tranktor, était située quelques mètres au nord du mur conservé ici et ne comptait pas parmi les grandes portes de la ville. Il s’agissait plutôt d’un petit passage, fermé par une porte, percé dans le mur d’enceinte et par lequel on conduisait les animaux pour les abreuver (tränken, anciennement drenken) dans le canal de l’Erft. Le chemin qui descendait abruptement de la rue Oberstrasse vers l’eau (aujourd’hui la Hessenstrasse) était ainsi appelé, dès le XIVe siècle, le « Drencksteg », une appellation dont subsiste encore la trace dans le nom de la petite rue voisine, la Trankgasse. En revanche, l’appellation « Alte Viehgasse », courante au XIXe siècle, a disparu.

Lors des travaux de rénovation urbaine entrepris au sud du Tranktor, les fouilles archéologiques des années 1980 ont révélé non seulement des traces d’occupation romaine des IIe/IIIe siècles, mais aussi des restes des fortifications médiévales de la ville datant du XIIIe siècle. Les travaux ont permis de dégager les restes de mur visibles ici, qui appartenaient à l’anneau défensif intérieur ainsi qu’une tour de guet édifiée en couches alternées de tuf et de basalte. Cette tour, conservée à l’intérieur du bâti actuel, avait été conçue comme une tour coquille : son côté intérieur, tourné vers la ville, était donc ouvert. Ainsi, même en cas de prise de la ville, la tour ne pouvait pas être utilisée par l’ennemi, puisqu’elle n’offrait aucune protection du côté tourné vers la ville. Les fouilles ont également permis de tirer des conclusions sur la vie urbaine aux différentes périodes d’occupation : on a ainsi mis en évidence qu’une tannerie médiévale se trouvait par moments dans ce secteur.

Sources et texte : archives de la ville de Neuss

Bilder

  • Monochrome Aufnahme eines Ölgemäldes: Das verwitterte Niedertor zeigt große Risse und ist stellenweise mit Pflanzen überwuchert. Im Vordergrund geht eine einzelne Person die Niederstraße entlang.
    Das Niedertor von Nordosten, Ölgemälde, um 1880
  • Colorierter Ausschnitt des Kupferstichs mit dem Niedertor in der Bildmitte.
    Das mittelalterliche Niedertor mit Turm und vorgelagerter Torburg, seitlich angebaut ist die
    Wassermühle des Niedertors, Kupferstich 1588
  • Vereinfachte Federzeichnung des Gittertors.
    Außenansicht der Barriere mit Gittertor am Standort des abgebrochenen Niedertors, Federzeichnung, um 1833
  • Vereinfachte Feder- & Graphitzeichnung des Bereichs mit aquarellierten Flächen.
    Barriere am Ende der Niederstraße mit altem Niedertor-Pförtnerhaus und Stadtgraben (Erft), Karte, 1837
  • Colorierte Schwarz-Weiß-Foto mit Blick auf die Niederstraße. Es sind zahlreiche Menschen auf den Bürgersteigen und auf der Straße selbst unterwegs.
    Niederstraße Ecke Erftstraße (re.), Postkarte, um 1910

Lagepläne

  • Federzeichnung des Bereichs mit roten Markierungen.
    Ausschnitt des historischen Stadtplans von 1873
  • Stark kolorierte Federzeichnung des Bereichs mit farblich hervorgehobenen Bebauungen und Grünflächen.
    Ausschnitt des historischen Stadtplans von 1925
  • Moderne kartografische Darstellung des Bereichs mit farblich hervorgehobenen Bebauungen, Gewässern und Grünflächen.
    Ausschnitt des Innenstadtplans
  • Ausschnitt der Stadtkarte
  • Senkrechte Luftaufnahme des Bereichs zur Mittagszeit.
    Ausschnitt des Luftbildes