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Audio Guide (Deutsch) -
Audio Guide (Nüsser Platt) – © Vereinigung der Heimatfreunde Neuss e.V.
Niedertor
Das Niedertor im Nordosten der Stadt Neuss war eines der insgesamt fünf Tore der mittelalterlichen Befestigungsanlage aus dem 13. Jahrhundert. Es bestand aus einem Torturm und einer Torkammer; jenseits des Stadtgrabens wurde im 14. Jahrhundert noch ein Vorwerk (Hamei) ergänzt. Verbunden waren die beiden Bauteile durch ein Brückenbauwerk, in das eine Wassermühle eingelassen war. Durch das Niedertor führte die alte Römerstraße von Köln über Krefeld nach Xanten, die bis heute den Hauptstraßenzug in der Innenstadt bildet. Es war die wichtigste Verkehrsverbindung an den Niederrhein und in die Niederlande. Vom Niederrhein leiten sich wohl auch die Bezeichnungen Niedertor und -straße ab.
Als Napoleon zur Zeit der französischen Besatzung 1804 die Stadt Neuss besuchte, wurde er von Krefeld kommend am Niedertor von Stadtregierung und Bevölkerung empfangen und unter großem Jubel zum Rathaus geleitet. Zu dieser Zeit war das Tor schon baufällig, da es nach schweren Zerstörungen im Truchsessischen Krieg (1586) nur notdürftig ausgebessert worden war. 1810 stürzte das Niedertor schließlich ein und wurde als erstes Stadttor 1812 noch unter französischer Herrschaft abgetragen. Beim Ausbau der Ausfallstraße nach Krefeld wurde es durch ein eisernes Gittertor ersetzt.
Die jenseits des Stadtgrabens verbliebenen Reste der Toranlage wurden 1834 beseitigt. Bereits in den 1880er Jahren legte Constantin Koenen Teile des Torturms und der Hamei frei. 2008 konnten bei archäologischen Untersuchungen die Fundamente der Nordostecke des Tores aus Basalt und Tuff freigelegt werden. Bei der anschließenden Neugestaltung der Straße wurde das Niedertor im Straßenpflaster nachgebildet, die Nordostecke hüfthoch rekonstruiert und mit einem Modell des Tores versehen.
Quellen und Texte: Stadtarchiv Neuss
Niedertor
Ausgang nach Norden
Früher schützten lange Stadt-Mauern die Menschen
in Neuss vor Angriffen.
In den Mauern waren 5 große Stadt-Tore.
Ein Stadt-Tor war das Niedertor in Richtung Norden.
Das Niedertor war wie ein hoher Turm.
Durch den Turm ging die Straße.
Vor dem Niedertor war ein Wasser-Graben.
Eine Brücke ging über den Wasser-Graben.
Neben der Brücke stand eine Wasser-Mühle.
Auf der anderen Seite war ein kleines Gebäude.
In dem Gebäude prüfte man Personen und Waren,
die in die Stadt kamen.
So ein Gebäude heißt Hamei oder Vorwerk.
Name
Schon die Römerstraße ging hier entlang.
Sie ging von Köln über Neuss und Krefeld nach Xanten
und weiter in die Niederlande.
Die Römerstraße ist auch heute noch die Hauptstraße
in der Neusser Innenstadt.
Die Straße war der wichtigste Weg im Gebiet Niederrhein.
Daher haben Niedertor und Niederstraße wohl auch ihre Namen.
Zerstörung im Krieg
Nach dem Truchsessischen Krieg im Jahr 1586 war das Niedertor zerstört.
Man reparierte es nur etwas.
Napoleon am Niedertor
Einige Zeit gehörte Neuss zu Frankreich.
Napoleon herrschte zu der Zeit in Frankreich.
Er besuchte Neuss im Jahr 1804.
Die Menschen aus Neuss freuten sich über den Besuch.
Er kam durch das Niedertor und ritt zum Rathaus.
Das Niedertor war zu der Zeit schon ziemlich kaputt.
Abriss
Im Jahr 1810 stürzte das Niedertor ein.
2 Jahre später folgte der Abriss.
Die anderen Stadt-Tore riss man später auch ab.
An die Stelle vom Niedertor baute man ein Gitter-Tor.
Im Jahr 1834 war der Abriss von der Brücke mit der Wasser-Mühle und
dem Vorwerk-Gebäude.
Kleines Modell
In den 1880er Jahren ließ Constantin Koenen
einige Teile vom Niedertor wieder ausgegraben.
Im Jahr 2008 hat man die Grund-Mauern ausgegraben.
Heute ist auf dem Boden markiert, wo früher das Niedertor war.
Eine Ecke vom Tor ist nachgebaut.
Darauf steht das alte Niedertor als kleines Modell.
Die Infos und Texte sind aus dem Stadt-Archiv Neuss.
Cornelius Uerlichs hat das Aussehen von der Info-Tafel geplant.
Der Text in Leichter Sprache ist von:
© Büro für Leichte Sprache, Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., 2026.
Lower Gate
The Lower Gate in the northeast of the city of Neuss was one of a total of five gates in the medieval fortifications dating from the 13th century. It comprised a gate tower and a gatehouse; on the other side of the city moat, a barbican (Hamei) was added in the 14th century. The two structures were connected by a bridge, into which a watermill was built. The old Roman road from Cologne via Krefeld to Xanten ran through the Lower Gate, and still forms the main thoroughfare in the city centre today. It was the most important transport link to the Lower Rhine and the Netherlands. The names “Niedertor” and “Niederstraße” (Lower Gate and Lower Street) are probably also derived from the Lower Rhine.
When Napoleon visited the town of Neuss during the French occupation in 1804, he was received at the Lower Gate by the town council and the population as he arrived from Krefeld, and was escorted to the town hall amid great jubilation. At that time, the gate was already dilapidated, as it had only been provisionally repaired following severe damage during the Truchsess War (1586). In 1810, the Lower Gate finally collapsed and was the first city gate to be demolished in 1812, whilst the town was still under French rule. During the extension of the arterial road to Krefeld, it was replaced by an iron lattice gate.
The vestiges of the gate complex that remained on the other side of the city moat were removed in 1834. As early as the 1880s, Constantin Koenen uncovered parts of the gate tower and the Hamei. In 2008, during archaeological excavations, the foundations of the northeast corner of the gate, made of basalt and tuff, were uncovered. When the street was refurbished, the Lower Gate was recreated in the paving, the northeast corner was reconstructed to waist height and provided with a model of the gate.
Sources and texts: Neuss municipal archives
Niedertor
Le Niedertor, implanté au nord est de Neuss, comptait parmi les cinq portes de l’ouvrage de fortification médiéval du XIIIe siècle. Il se composait d’une tour porte et d’une chambre de porte ; au delà du fossé de la ville, un avant poste (Hamei) fut ajouté au XIVe siècle. Les deux éléments étaient reliés par un ouvrage de pont, dans lequel était intégrée une moulin à eau. Par le Niedertor passait l’ancienne voie romaine reliant Cologne à Xanten via Krefeld, qui constitue encore aujourd’hui l’axe principal du centre ville. C’était la principale voie de communication vers le Bas-Rhinet les Pays Bas. Les appellations Niedertor et Niedertorstrasse dérivent vraisemblablement elles aussi du Bas Rhin.
Lorsque Napoleon visita la ville de Neuss en 1804, à l’époque de l’occupation française, il fut accueilli au Niedertor par le gouvernement municipal et la population, alors qu’il arrivait de Krefeld, puis escorté dans une grande effusion de joie jusqu’à l’hôtel de ville. À cette époque, la porte était déjà en mauvais état, car après les graves destructions subies durant la guerre de Truchsess (1586), elle n’avait été réparée que sommairement. En 1810, le Niedertor s’effondra finalement et fut, en 1812, encore sous domination française, le premier des portes de la ville à être démoli. Lors de l’aménagement de la route de sortie en direction de Krefeld, il fut remplacé par une grille en fer.
Les restes de l’ancienne installation de la porte encore visibles de l’autre côté du fossé de la ville, furent éliminés en 1834. Dès les années 1880, Constantin Koenen mit au jour des parties de la tour porte et du Hamei. En 2008, des fouilles archéologiques ont permis de dégager les fondations de l’angle nord est de la porte, construites en basalte et en tuf. Lors du réaménagement ultérieur de la rue, le tracé du Niedertor fut reproduit dans le pavage, l’angle nord-est fut reconstruit à hauteur de hanches et doté d’un modèle de la porte.
Sources et texte : archives de la ville de Neuss
Bilder
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Das Niedertor von Nordosten, Ölgemälde, um 1880 - ©
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Das mittelalterliche Niedertor mit Turm und vorgelagerter Torburg, seitlich angebaut ist die
Wassermühle des Niedertors, Kupferstich 1588- ©
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Außenansicht der Barriere mit Gittertor am Standort des abgebrochenen Niedertors, Federzeichnung, um 1833 - ©
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Barriere am Ende der Niederstraße mit altem Niedertor-Pförtnerhaus und Stadtgraben (Erft), Karte, 1837 - ©
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Niederstraße Ecke Erftstraße (re.), Postkarte, um 1910 - ©
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