Mehr Sicherheit auf dem Schulweg
Ratsbeschluss: Neusser Schulstraßen werden dauerhaft fortgeführt
Der Rat der Stadt Neuss hat in seiner jüngsten Sitzung am Freitag, 18. September 2026, die dauerhafte Fortführung der Neusser „Schulstraßen“ beschlossen. Nach einer erfolgreichen einjährigen Testphase werden die temporären Straßensperrungen vor den teilnehmenden Schulen fest etabliert. Das Projekt soll zudem technisch weiterentwickelt und fit für die Zukunft gemacht werden.
Was ist eine Schulstraße?
Das Konzept der Neusser Schulstraßen zielt darauf ab, die Verkehrssituation unmittelbar vor Schulen sicherer zu gestalten. Zu den morgendlichen Stoßzeiten – in der Regel zwischen 7.30 und 8 Uhr – werden die Straßenabschnitte direkt vor den Schuleingängen für den motorisierten Verkehr gesperrt. Anwohnerinnen und Anwohner sowie Rettungskräfte dürfen die Zonen weiterhin passieren, nicht dagegen der reguläre Durchgangs- und Bringverkehr. Ziel des Projekts ist es, oftmals gefährliche Verkehrssituationen durch sogenannte „Elterntaxis“ zu stoppen und die eigenständige Mobilität der Kinder zu fördern. Lassen sich Hol- und Bringverkehre nicht vermeiden, werden Eltern dazu motiviert, ihre Kinder an eigens eingerichteten „Kiss+Ride“-Zonen im Umfeld abzusetzen, von dort aus die Schülerinnen und Schüler das letzte Stück sicher zu Fuß gehen können.
Umfrage zeigt: Hohe Akzeptanz bei Schulen und Eltern
Der Rat der Stadt Neuss beschloss bereits im März 2024, die damals neu geschaffene Möglichkeit für Schulstraßen zu nutzen. Nach dem offiziellen Start nach den Herbstferien 2025 wurde das Pilotprojekt an vier ausgewählten Fokus-Standorten intensiv erprobt und wissenschaftlich ausgewertet:
- Quirinus-Gymnasium
- Martin-Luther-Schule/Kreuzschule
- Leoschule
- Pestalozzischule
Das Ergebnis der Auswertung fällt eindeutig aus: Die Verkehrslage vor den Schulen hat sich spürbar beruhigt. Sowohl die Schulleitungen als auch die Elternschaft zogen eine sehr positive Bilanz. Der Schulweg wurde durch die Zonen nicht nur messbar sicherer, sondern fördert auch die Selbstständigkeit der Kinder.
Entscheidung des Rates: Dauerhafte Etablierung und Optimierung
Auf Basis dieser positiven Resonanz und nach Vorberatung im Mobilitäts- und Infrastrukturausschuss hat der Rat der Stadt Neuss nun grünes Licht für den dauerhaften Betrieb gegeben. Um die Abwicklung im Alltag weiter zu verbessern, prüft die Verwaltung im nächsten Schritt eine Entlastung der ehrenamtlichen Helfenden. Bislang wurden die Absperrungen meist manuell durch engagierte Eltern auf- und abgebaut. Künftig sollen bei anstehenden Straßensanierungen vermehrt materialschonende und praxistaugliche technische Lösungen zum Einsatz kommen.
Mit diesem Ratsbeschluss schafft die Stadt Neuss bessere Voraussetzungen für sichere Schulwege und eine fußgänger- und radfahrfreundliche Mobilität.