Drohnenfoto: Hunderte Menschen Bilden ein Herz auf dem Gelände der Landesgartenschau.
Die Landesgartenschau endet, das neue "Grüne Herz" für Neuss schlägt weiter.

Neuss sagt Danke!

Die Landesgartenschau geht. Das Grüne Herz bleibt.

179 Tage, rund 750.000 Besuche, mehr als 3.000 Veranstaltungen und unzählige Begegnungen: Am Sonntag, 11. Oktober 2026, ist die Landesgartenschau Neuss zu Ende gegangen. Zurück bleiben die Erinnerungen an einen außergewöhnlichen Sommer, neue Verbindungen zwischen Menschen und ein 38 Hektar großer Stadtpark, der Neuss dauerhaft bereichert. Die Stadt Neuss zieht eine positive Bilanz und sagt Danke – allen, die mit ihrer Arbeit, ihren Ideen und ihrem Engagement aus der Landesgartenschau ein gemeinsames Erlebnis gemacht haben.

Schon lange bevor die Landesgartenschau ihre Tore öffnete, war die Zustimmung in Neuss groß. Bei einer repräsentativen Bürgerbefragung im Jahr 2021 sprachen sich 77 Prozent der Befragten dafür aus, dass sich Neuss um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2026 bewirbt. Fünf Jahre später zeigt sich eine bemerkenswerte Übereinstimmung: Bei einer Befragung während der Landesgartenschau bewerteten ebenfalls 77 Prozent der Besucherinnen und Besucher die Veranstaltung mit „sehr gut“ oder „gut“. Zwei Befragungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, die die breite Zustimmung zu einem Projekt verdeutlichen, das unsere Stadt nachhaltig verändert hat.

Offizielle Spatenübergabe an die Stadt Kleve.

Mit einem großen Abschlussfest wurde die Landesgartenschau am Sonntag verabschiedet. Bürgermeister Reiner Breuer übergab den traditionellen Spaten an Kleves Bürgermeister Markus Dahmen. Kleve wird 2029 die nächste Landesgartenschau in Nordrhein-Westfalen ausrichten. Gleichzeitig wurde der neue Stadtpark symbolisch an die Neusserinnen und Neusser übergeben. Denn die Landesgartenschau endet – das Grüne Herz bleibt.

Aus der ehemaligen Rennbahn ist ein Park für alle geworden

Wo früher Pferde ihre Runden drehten, spielen heute Kinder, treffen sich Freunde, treiben Menschen Sport oder genießen den Blick über den neuen See. Die ehemalige Galopprennbahn hat sich in einen grünen Mittelpunkt unserer Stadt verwandelt. Mit Spielplätzen, Sportanlagen, Spazierwegen, Gärten und großzügigen Wiesenflächen ist ein neuer Ort für Begegnung, Bewegung und Erholung entstanden.

„Die alte Galopprennbahn ist von einem ‚Lost Place‘ zu einem ‚place to be‘ geworden. Mit diesem dauerhaft bleibenden Stadtpark haben wir nachhaltige Impulse für die Entwicklung unserer ganzen Stadt und auch den Zusammenhalt der Bürgerschaft gesetzt, unsere Stadtidentität gestärkt“, erklärte Bürgermeister Reiner Breuer bei der Abschlussveranstaltung.

Rund 2.200 neue Bäume wurden gepflanzt, dazu etwa ein Kilometer Hecken und zahlreiche Sträucher und Stauden. Auf einer Fläche von rund 18 Fußballfeldern sind artenreiche Wiesen entstanden. Mehr als 40.000 Quadratmeter ökologische Rückzugsflächen bieten neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Der neue Park schafft damit nicht nur zusätzliche Erholungsmöglichkeiten, sondern leistet auch einen Beitrag zur Artenvielfalt und zur Anpassung unserer Stadt an den Klimawandel.

Vor allem aber ist das Grüne Herz ein Park für den Alltag. Auf mehr als 16.000 Quadratmetern laden Sport-, Spiel- und Aktionsflächen zum Bewegen ein. Drei neue Spielplätze bieten Kindern unterschiedlicher Altersgruppen Raum zum Entdecken. Viele Angebote sind inklusiv gestaltet und ermöglichen Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen die gemeinsame Nutzung.

Eine Landesgartenschau, die Menschen zusammengebracht hat

Ziehen positive LAGA-Bilanz: Bürgermeister Reiner Breuer, LAGA-Geschäftsführerin Annette Nothnagel, Landesverbands-Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf, Ministerin Silke Gorißen, GRÜNES HERZ NEUSS Co-Vorsitzende Sandra Maria Breuer, Landtagspräsident André Kuper (v.l.n.r.).

Doch der neue Stadtpark ist nur ein Teil dessen, was bleibt. Mindestens ebenso wichtig sind die Begegnungen, die in den vergangenen sechs Monaten entstanden sind.

Mehr als 3.000 Veranstaltungen fanden auf dem Gelände statt. Es wurde getanzt, gesungen, gespielt, diskutiert, gelernt und gemeinsam gefeiert. Große Konzerte wechselten sich mit kleinen Mitmachangeboten ab. Kinder entdeckten die Natur im “Grünen Klassenzimmer”, Sportbegeisterte probierten die neuen Angebote aus und auf der Seeterrasse trafen sich Menschen zum Sundowner. Auch das Neusser Bürger-Schützenfest und die Landesgartenschau haben sich gegenseitig bereichert.

Einen besonderen Anteil daran hatte der Mitmachverein GRÜNES HERZ NEUSS. Gemeinsam mit zahlreichen Vereinen, Initiativen und engagierten Menschen aus allen Stadtteilen gestaltete er mehr als 850 Veranstaltungen und Aktionen. Hinzu kamen die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die unsere Gäste begrüßten, Führungen begleiteten oder Veranstaltungen ermöglichten. Auch die Lichtkirche wurde mit mehr als 480 Veranstaltungen zu einem besonderen Ort der Begegnung.

So wurde aus einem großen städtischen Projekt ein gemeinsames Erlebnis der Stadtgesellschaft. Menschen, die sich vorher nicht kannten, haben zusammengearbeitet. Vereine haben neue Kontakte geknüpft, Initiativen neue Mitstreiter gefunden. Viele dieser Verbindungen werden auch über die Landesgartenschau hinaus bestehen bleiben.

Gerade dieses Miteinander macht die Landesgartenschau für Neuss so wertvoll. Sie hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen ihre Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam an einem Ziel arbeiten.

Neuss hat sich von seiner schönsten Seite gezeigt

Die Landesgartenschau war zugleich eine Gelegenheit, unsere Stadt weit über ihre Grenzen hinaus zu präsentieren. Rund 750.000 Besuche wurden gezählt – deutlich mehr als die ursprünglich erwarteten 650.000. Die geplanten Ticketerlöse von rund 6,6 Millionen Euro wurden erreicht. Bemerkenswert ist auch, dass mit knapp 15 Prozent überdurchschnittlich viele junge Menschen unter den Gästen waren.

Viele Besucherinnen und Besucher entdeckten dabei nicht nur das Gartenschaugelände, sondern auch die Innenstadt. Mehr als 22.000 Menschen nahmen an den über 1.000 Führungen von Neuss Marketing teil. Die Gäste kamen teilweise von weit her, die am weitesten angereiste Besuchergruppe sogar aus Südkorea.

Auch der Tourismus profitierte: Von April bis Juni stieg die Zahl der Übernachtungen in Neuss gegenüber dem Vorjahreszeitraum um durchschnittlich 45 Prozent. Im Rhein-Kreis Neuss lag der Zuwachs bei 24 Prozent.

Die Landesgartenschau hat damit neue Aufmerksamkeit für Neuss geschaffen und wichtige Impulse für die weitere Stadtentwicklung gegeben. Der neue Park ist ein zentraler Baustein für die Entwicklung unserer Stadt in Richtung Rhein. Im benachbarten Hammfeld sollen in den kommenden Jahren mehr als 1.500 neue Wohnungen entstehen. Auch die Entwicklung des Wendersplatzes als Verbindung zwischen Innenstadt und Stadtpark sowie das dort geplante Bildungs- und Innovationszentrum der Industrie- und Handelskammer gehören zu den Vorhaben, die diesen Wandel begleiten.

Investitionen, von denen Neuss dauerhaft profitiert

Auch finanziell zieht die Stadt Neuss eine positive Bilanz. Die Durchführung der Landesgartenschau wird nach aktuellem Stand netto rund 15,5 Millionen Euro gekostet haben. Für die dauerhafte Umgestaltung der ehemaligen Galopprennbahn wurden weitere rund 40 Millionen Euro investiert. Davon muss die Stadt Neuss dank umfangreicher Fördermittel von Bund und Land Nordrhein-Westfalen lediglich rund zehn Millionen Euro selbst tragen.

Entscheidend ist, was von diesen Investitionen bleibt: ein 38 Hektar großer Stadtpark mit neuen Grünflächen, Spazierwegen, Spielplätzen, Sportanlagen und Orten der Begegnung. Während die Landesgartenschau nach 179 Tagen endet, werden die Neusserinnen und Neusser diese Einrichtungen weiterhin nutzen können.

Für Bürgermeister Reiner Breuer sind dies wichtige Investitionen in die Zukunft der Stadt, die die Lebensqualität in Neuss und der gesamten Region dauerhaft verbessern: “Der neue Stadtpark ist damit weit mehr als das Ergebnis einer sechsmonatigen Veranstaltung: Er ist ein bleibender Gewinn für heutige und kommende Generationen”.

So geht es im neuen Stadtpark weiter

Nach dem Abschluss der Landesgartenschau beginnt zunächst eine kurze Umbauphase. Ab Montag, 12. Oktober 2026, bleibt das Gelände für eine Woche geschlossen. In dieser Zeit werden erste temporäre Ausstellungsbauten entfernt und die Flächen auf ihre dauerhafte Nutzung vorbereitet.

Bereits ab Montag, 19. Oktober, sollen zentrale Bereiche des Parks wieder kostenlos zugänglich sein. Dazu gehören der Sporthain, der Aktionshain, der Rosengarten, die Seeterrasse und der Naturhain. Weitere Bereiche werden schrittweise geöffnet.

Bis zum Frühjahr 2027 werden die letzten Arbeiten abgeschlossen. Zusätzliche Bänke, Fahrradabstellmöglichkeiten und weitere Ausstattungen ergänzen den Park. Mit einem großen Frühlingsfest im April 2027 soll die neue Parksaison offiziell eingeläutet werden.

Für Betrieb, Pflege und die weitere Entwicklung bleibt die Landesgartenschau Neuss 2026 GmbH verantwortlich. Gemeinsam mit Stadtgrün Neuss, Neuss Marketing und den zahlreichen ehrenamtlich Engagierten soll der Park auch künftig ein attraktiver und lebendiger Treffpunkt sein. Neben kleineren Veranstaltungen sind perspektivisch auch größere Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen vorgesehen.

Auch das bürgerschaftliche Engagement geht weiter. Der Mitmachverein GRÜNES HERZ NEUSS plant bereits neue Veranstaltungen. So soll am 26. November eine Winterausgabe des beliebten Sundowners an der Seeterrasse stattfinden.

Außerordentliches ehrenamtliches Engagement.

Neuss sagt Danke!

Eine Landesgartenschau dieser Größenordnung ist nur möglich, wenn viele Menschen zusammenarbeiten. Deshalb gilt zum Abschluss ein besonderer Dank allen, die dieses Projekt über Jahre geplant, vorbereitet, gestaltet und begleitet haben.

Bürgermeister Reiner Breuer dankte dann auch bei der Abschlussveranstaltung allen, die zum Erfolg der Landesgartenschau beigetragen haben. Seinen besonderen Dank richtete er an Geschäftsführerin Annette Nothnagel und das gesamte Team der Landesgartenschau Neuss 2026 GmbH sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der städtischen Unternehmen. Ebenso würdigte er die Arbeit der beteiligten Planungsbüros, Betriebe und Dienstleister sowie die Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen, den Bund, die Verbände und Unternehmen der grünen Branche und die zahlreichen Sponsoren und Partner.

Nicht zuletzt dankte er den vielen Menschen, die die Landesgartenschau mit ihrem Engagement und ihrer Begeisterung zu einem lebendigen Treffpunkt gemacht haben: den Volunteers, den Tourguides, den Vereinen und Initiativen, den Künstlerinnen und Künstlern und den zahlreichen Ehrenamtlichen. Allen voran dem Mitmachverein GRÜNES HERZ NEUSS, der entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Landesgartenschau zu einer Landesgartenschau der Neusserinnen und Neusser wurde. Und nicht zuletzt dankte Bürgermeister Breuer allen Besucherinnen und Besuchern, die das Gelände sechs Monate lang mit Leben gefüllt haben.

Danke, Neuss! Aus „Neuss – wie noch nie“ wird jetzt „Grünes Herz Neuss – für immer“.

Landesgartenschau Neuss 2026 – Zahlen und Fakten

  • Zeitraum: 16. April bis 11. Oktober 2026 (179 Tage)
  • Besuche: Rund 750.000 statt erwarteter 650.000
  • Besucherbewertung: 77 Prozent „sehr gut“ oder „gut“
  • Ticketerlöse: Rund 6,6 Millionen Euro
  • Durchführung der Landesgartenschau: Rund 15,5 Millionen Euro netto
  • Dauerhafte Investitionen in den neuen Stadtpark: Rund 40 Millionen Euro
  • Städtischer Eigenanteil an den dauerhaften Investitionen: Rund 10 Millionen Euro
  • Fördermittel von Bund und Land: Rund 30 Millionen Euro
  • Veranstaltungen: Mehr als 3.000
  • Veranstaltungen des Mitmachvereins: Mehr als 850
  • Künstlerinnen und Künstler: Rund 3.600
  • Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 4,5 Stunden
  • Größe des neuen Stadtparks: 38 Hektar
  • Neu gepflanzte Bäume: Rund 2.200
  • Ökologische Rückzugsflächen: Mehr als 40.000 Quadratmeter
  • Sport-, Spiel- und Aktionsflächen: Mehr als 16.000 Quadratmeter
  • Führungen von Neuss Marketing: Mehr als 1.000 mit über 22.000 Gästen
  • Wiederöffnung erster Parkbereiche: Voraussichtlich 19. Oktober 2026
  • Fertigstellung des Stadtparks: Frühjahr 2027