26. Mai 2026
Asiatische Hornisse in Neuss: Stadt bittet um Mithilfe
Meldungen helfen, die Ausbreitung der invasiven Art zu dokumentieren und einzudämmen
Mit steigenden Temperaturen beginnt die Saison der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax). Bereits im März sind überwinterte Jungköniginnen auf der Suche nach geeigneten Neststandorten. Die Stadt Neuss ruft die Bevölkerung dazu auf, Sichtungen und Nester zu melden, um eine gezielte Bestandserfassung und Eindämmung im Stadtgebiet zu ermöglichen.
Auch wenn die gesetzliche Meldepflicht seit 2025 entfallen ist, kooperiert die Stadt Neuss mit fachkundigen Wespen- und Hornissenberater*innen, die auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen sind. Sichtungen von Nestern können per E-Mail an velutina-meldung@imkerverein-neuss.de oder über www.imkerverein-neuss.com gemeldet werden. Angaben zum Standort sowie ein Foto sind dabei besonders hilfreich.
Die Asiatische Hornisse wurde 2014 erstmals in Deutschland nachgewiesen und breitet sich seitdem kontinuierlich aus. Als invasive Art kann sie heimische Ökosysteme erheblich beeinflussen: Ihre Larven benötigen proteinreiche Nahrung, weshalb ein Hornissenvolk im Laufe eines Jahres mehrere Kilogramm Insektenbiomasse – darunter vor allem Honigbienen und andere heimische Insektenarten – erbeutet.
Um Verwechslungen mit der geschützten einheimischen Hornisse (Vespa crabro) zu vermeiden, lohnt ein genauer Blick: Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner und wirkt insgesamt deutlich dunkler. Ihr Körper ist nahezu schwarz, mit einer markanten orange-gelben Binde am Hinterleib. Das auffälligste Erkennungsmerkmal sind die Beine mit ihren leuchtend gelben Spitzen.
Im Laufe ihres Lebenszyklus baut die Asiatische Hornisse zwei Nester. Die sogenannten Primärnester entstehen ab dem Frühjahr: Sie erreichen etwa die Größe eines Handballs und befinden sich in bis zu zwei Metern Höhe – häufig an Dachvorsprüngen, in Gartenhütten, Nistkästen oder in dichten Hecken. Das Einflugloch liegt an der Unterseite des Nestes. In dieser Phase ist eine Bekämpfung besonders effektiv: Die Nester sind gut zugänglich, das Volk noch überschaubar. Jedes Primärnest, das entdeckt und fachgerecht entfernt wird, verhindert die Entstehung einer großen Kolonie im Spätsommer. Ab Juli verlagert sich das Volk häufig in ein Sekundärnest, das freihängend in Baumkronen – teils in über 20 Metern Höhe – angelegt wird. Diese Nester werden oft erst im Herbst nach dem Laubfall sichtbar.
Die Asiatische Hornisse verhält sich gegenüber Menschen grundsätzlich nicht aggressiver als andere Hornissenarten – ihr Nest verteidigt sie jedoch energisch. Schon leichte Erschütterungen können die Tiere aufschrecken. Nester dürfen daher unter keinen Umständen eigenständig entfernt werden. Die Stadt Neuss baut derzeit ein Beraternetzwerk mit ausgebildeten Fachkräften auf, die über die notwendige Sachkunde und Ausrüstung verfügen. Alternativ können sich Betroffene auch an einen zugelassenen Schädlingsbekämpfer wenden.
Weitere Informationen und Anschauungsmaterial stehen unter www.neuss.de/asiatischehornisse zur Verfügung.