v.l.n.r.: Thomas Meyer (Fotograf), Annette Nothnagel (Geschäftsführung Landesgartenschau Neuss 2026 GmbH), Dr. Jens Metzdorf (Leiter Stadtarchiv Neuss)

Vom Hufschlag zum Bürgerpark

Neue Fotoausstellung auf der Landesgartenschau erzählt die Geschichte der Neusser Galopprennbahn

Wo heute Blumen blühen, Menschen durch den Park spazieren und Kinder auf Spielplätzen spielen, bestimmten früher Hufschlag, Spannung und Zieleinlauf das Geschehen. Die Landesgartenschau ist auf einem Gelände entstanden, das fast zwei Jahrhunderte eng mit dem Pferderennsport verbunden war.

Bereits 1828 fanden im Hammfeld die ersten Pferderennen statt. Der 1875 gegründete Neusser Reiterverein prägte das Gelände vor dem Hessentor anschließend über viele Jahrzehnte. Dass die innenstadtnahe Fläche als Rennbahn genutzt und dadurch vor einer Bebauung bewahrt wurde, schuf letztlich die Voraussetzung dafür, dass hier heute die Landesgartenschau stattfinden kann und anschließend ein dauerhafter Bürgerpark entsteht.

Die Geschichte des Ortes ist auf dem Gelände noch immer sichtbar. Teile des früheren Sandgeläufs sind erhalten geblieben, der Richterturm erinnert an die Renntage und auch einer der drei neuen Spielplätze mit seinen Pferden greift die Vergangenheit der Galopprennbahn auf.

Ausstellung auf dem Gelände der Landesgartenschau

Die Ausstellung „Aufgalopp. Von der Rennbahn zum Bürgerpark“ macht den Wandel des Areals nun in eindrucksvollen Bildern erlebbar. Das Stadtarchiv Neuss und der Fotograf Thomas Mayer verbinden historische Aufnahmen aus der Zeit zwischen 1900 und 2000 mit aktuellen Fotografien aus den Jahren 2023 bis 2026. Mayer hat die Umgestaltung der Rennbahn im Auftrag der Landesgartenschau GmbH zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten begleitet.

Zu sehen sind unter anderem Aufnahmen der 1909 fertiggestellten und im Zweiten Weltkrieg zerstörten großen Tribüne, ihrer Nachfolgebauten aus den 1950er Jahren und des Rennbahnparks im Jahr 2009. Diesen historischen Motiven stehen Mayers Bilder des neu entstehenden Bürgerparks gegenüber. Schwarz-Weiß trifft auf Farbe, analoge Fotografie auf digitale Aufnahmen und Vergangenheit auf Gegenwart.

Thomas Mayer wurde 1946 in der Schweiz geboren, arbeitet seit 1969 als selbstständiger Fotograf in Deutschland und lebt in Neuss. Als Architektur- und Reportagefotograf war er unter anderem für das ZEIT-Magazin, GEO, Merian, den Spiegel und den Stern tätig. Große Beachtung fanden seine fotografischen Langzeitdokumentationen des von Frank Gehry entworfenen Neuen Zollhofs in Düsseldorf und des Welterbes Zeche Zollverein. Auch den Neusser Hafen hat er über viele Jahre mit der Kamera begleitet. (thomasmayerarchive.de)

Seine Fotografien zeigen nicht nur die großen Veränderungen des Geländes. Einfühlsame Detailaufnahmen, weite Übersichten und überraschende Perspektiven laden dazu ein, den vertrauten Ort neu zu entdecken.

Die Ausstellung ist vom 9. Juli bis zum 11. Oktober 2026 in drei ehemaligen Ställen des Hammfeldhofs auf der Landesgartenschau zu sehen. (landesgartenschau-neuss.de)