Einbürgerungsempfang der Stadt Neuss
Bürgermeister Reiner Breuer begrüßte die neuen Mitbürger*innen im Ratssaal
Die Stadt Neuss hat am Mittwoch, den 22. Juli 2026, im Ratssaal eine Einbürgerungsfeier ausgerichtet. Bürgermeister Reiner Breuer begrüßte die 16 neuen Mitbürger*innen, würdigte die Lebenswege, die sie bis zu diesem Tag zurückgelegt haben und überreichte ihnen die Einbürgerungsurkunden.
Viele der Anwesenden haben ihre ursprüngliche Heimat verlassen, eine neue Sprache erlernt und sich in eine neue Kultur eingelebt. Unter den Neubürger*innen waren aber auch Menschen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und sich nun bewusst für die Einbürgerung entschieden haben. Breuer sprach beiden Gruppen seine Anerkennung für die geleisteten Integrationsschritte aus.
Neuss als Stadt der Vielfalt
Während der Feier erinnerte der Bürgermeister an die lange Tradition der Stadt als Ort kultureller Vielfalt: Bereits seit der Römerzeit ist Neuss geprägt von unterschiedlichen Einflüssen, seit dem Mittelalter als Handelsstadt am Rhein. Diese über Jahrhunderte gewachsene Offenheit zeigt sich bis heute auch in den aktiven Städtepartnerschaften mit Châlons-en-Champagne (Frankreich), Rijeka (Kroatien), Saint Paul (USA) und Nevşehir (Türkei).
„Die erfolgreiche Integrationsgeschichte Deutschlands beruht auf dem Zusammenwirken verschiedener Kulturen und Religionen. Toleranz und ein friedliches Miteinander sind die Basis für gemeinsamen Fortschritt,“ so Breuer.
Was Einbürgerung bedeutet
Mit der Einbürgerung entfallen aufenthaltsrechtliche Hürden und die Reiseplanung wird erleichtert. Vor allem aber erhalten die neuen Staatsbürger*innen alle staatsbürgerliche Rechte und Pflichten – darunter das Wahlrecht – und bekennen sich zum Grundgesetz, das Menschenrechte, Gleichberechtigung sowie Religions-, Presse – und Meinungsfreiheit garantiert.
Bürgermeister Reiner Breuer rief die neuen Mitbürger*innen dazu auf, ihre politischen Rechte aktiv zu nutzen: „Ob durch Wählen oder durch das Engagement in Parteien, Vereinen, Verbänden und Netzwerken. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto stärker ist die Demokratie. Nehmen Sie am kulturellen und sozialen Leben der Stadt teil und nutzen Sie das vielfältige Angebot von Neuss.“
Einbürgerung in Neuss: Zahlen und Fakten
Zum 31. Dezember 2025 lebten in Neuss 161.224 Einwohner*innen, davon 30.858 mit ausländischer Staatsangehörigkeit – ein Ausländeranteil von rund 19 Prozent. Im Jahr 2025 stellten insgesamt 1.091 Personen einen Einbürgerungsantrag, in diesem Jahr sind es bislang bereits rund 500. Mit 625 vollzogenen Einbürgerungen war 2025 nach 2024 das zweitstärkste Einbürgerungsjahr in der Geschichte der Stadt Neuss.
Zwar stellen türkische Staatsangehörige mit 17,5 Prozent die größte ausländische Bevölkerungsgruppe in Neuss, doch lassen sich mit 19 Prozent mehr Menschen syrischer Herkunft einbürgern als türkischer (12,5 Prozent). Obwohl die Einbürgerung gesetzlich bereits nach fünf Jahren möglich ist, halten sich die Antragssteller*innen im Schnitt neun Jahre in Deutschland auf, bevor sie diesen Schritt gehen. Die größte Gruppe ist zwischen 31 und 40 Jahre alt (rund 27 Prozent), 48 Prozent sind verheiratet. Erstmals lassen sich etwas mehr Frau (51 Prozent) als Männer (49 Prozent) einbürgern.